IG Stiller - www.nachtruhe.info
„Das Geläut des Münsters, ein metallisches Dröhnen, … ein Lärm, dass man seine eigenen Gedanken nicht mehr hört, ein Zittern der Luft, ein klangloses Beben, ein Geräusch, wie wenn man von einem zu hohen Sprungbrett ins Wasser gesprungen ist, es macht mich taub, schwindlig, idiotisch.“

Max Frisch im Roman 'Stiller'
Max Frisch im Roman 'Stiller'
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jurist - 05.01.2009 21.43
wie das mit dem grundbucheintrag ist, weiss icht nicht aber sicher wohnen noch andere menschen so nah, dass der lärm zu laut ist. ein klagebeispiel findest du auf unserer startseite links. manchmal - wenn auch selten - hilft schon ein einfaches gespräch.

Winti - 05.01.2009 15.50
Wir wohnen in Winterthur-Töss direkt neben der katholischen Kirche. Wir sind vor kurzem in diese Wohnung gezogen und dachten, wir wissen eigentlich was auf uns zukommt, da wir vorher unmittelbar in einem Haus daneben gewohnt haben. Aber die Glocken sind hier nur 20m neben unserem vorherigen Haus schlimmer. Vor allem im Kinderzimmer ist der Lärm unglaublich. Nachbarn von uns wohnen noch ungemütlicher, sie sind sozusagen zwischen A1, Zug und Kirche eingeklemmt. Der Abstand zwischen allen Lärmquellen ist weniger als 80m! Kann man etwas gegen das Dauergebimmel unternehmen auch wenn im Grundbuch ausdrücklich ein Eintrag: "Duldung der Imission aus dem Betrieb von Kirchenglocken" eingetragen ist? Ist so ein Eintrag überhaupt gültig? Kann man geltend machen, dass andere Kirchen der Stadt nachts schon lange nicht mehr läuten und auch das Frühgeläut mindestens am Wochenende ausfällt?

jurist - 31.12.2008 17.09
hallo pat

vorsicht

1. es muss gemäss bisheriger gerichtspraxis in der nachtruhezeit mehr als 60 dB sein und dies (zumindest in der zentrumszone) bei gekipptem fenster (silvester zählt nicht).

2. wenn die gemeinde die nachtruhezeit bis 6 uhr definiert, kann sie um 6 uhr so laut läuten wie sie wollen.

viele dieser anlagen sind funk- und computergesteuert. aber es gibt auch noch rein mechanische einrichtungen. ursprünglich wurde natürlich nur von hand geläutet und nur wenn was los war (kultisches läuten). aber da waren die glocken auch noch kleiner.

Pat - 27.12.2008 11.58
Danke jurist, ich habe in der Firma ein Schalldruckmessgerät.
Das werde ich mal messen, ich denke dass es auf jeden Fall mehr als 60 dB sind, zumindest um 6 Uhr früh, wenn dieses seelenlose 6-Minuten-Gebammel anfängt. Jetzt zu Weihnachten war es sowieso unerträgllich - da wette ich dass es sogar über 80 dB waren - allerdings tagsüber

Sind diese Glockenanlagen eigentlich zentral computergesteuert? weiss das jemand?
wenn ja, weiss ich echt nicht was DAS mit einer Tradition zu tun haben soll.....

Hartmut - 22.11.2008 12.00
zum Artikel "Glocken schlagen auch künftig nachts":
Wie heißt es so schön: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Bei der Frage, ob sich Anwohner durch Glockenlärm gestört fühlen, wird gelogen, dass sich die Kirchenbalken biegen. Ein Pfarrer brachte mir gegenüber das gern genutzte Argument, außer mir habe sich noch niemand beschwert. Zwei Sätze später erzählte er mir, dass sich sogar Leute gestört fühlen, die 1 Kilometer weit von der Kirche weg wohnen. Dies könne man natürlich nicht ernstnehmen.
Offenbar verhält es sich mit dieser Lüge wie mit der Religion allgemein. Man sagt so lange die Unwahrheit, bis man sie selber glaubt.