IG Stiller - www.nachtruhe.info
"Ich würde die lasche, viel zu tolerante Haltung gegenüber dem nächtlichen Kirchenglockengebimmel in meiner Nachbarschaft ändern."

Kuno Lauener (Schweizer Sänger von 'Züri West')
Kuno Lauener (Schweizer Sänger von 'Züri West')

 

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Anita 25. Mai 2011 - 09:13 
@Daniel Korder
Schön , dass Sie so wenig brauchen, um die Welt in Ordnung zu finden. Kennen Sie die drei Affen? Einer hat verbundene Augen, der zweite verbundene Ohren, der dritte hat einen zugeklebten Mund? (Falls nicht: Wikipedia: drei Affen) Ich sehe nichts, ich höre nichts, ich sage nichts. Ein bekanntes Bild! Mir gefällt es, weil es einen zunehmenden Teil unserer Gesellschaft treffend charakterisiert. Solche Menschen brauchen der Welt nicht mehr physisch zu entfliehen, ihre \"Heile Welt\" ist durch ein bisschen Klebverband sichergestellt. Diesbezüglich haben Sie, Herr Korder, grosses Glück. Ihre heile Welt wird pünktlich und zuverlässig immer wieder von neuem hergestellt rsp. am Laufen gehalten, Glockenkrach genügt. Den teuren Klebeverband können Sie sich sparen.

Immer mehr Menschen ertragen Stille nicht mehr, sie ertragen die Umwelt nur noch, indem sie ihre Ohren mit Kopfhörern zudecken und den sound rüpelhaft bis zum Geht nicht Mehr aufdrehen. Tatsächlich wird unsere lärmversaute Umwelt zusehends unerträglicher. Und immer mehr Zeitgenossen meinen wohl, dass sie auch noch ihren eigenen Beitrag dazu leisten müssten.

Wo kämen denn diese Menschen hin, wenn sie plötzlich wahrnehmen müssten, wie unerhört ihre \"Heile Welt\" aus den Fugen geraten ist. Dieses dauernde Zugedröhntsein beispielsweise mit Kopfhörern und Handy ist für mich symbolisch für die Verabschiedung von dieser in manigfaltig unerträgliche gewordenen Welt. Wer sich dauernd \"zudröhnt\", resp. auf die Stufe der drei Affen stellt, hört, sieht und nimmt sie nicht mehr wahr, die immensen Schäden an seiner Heilen Welt.

Ich freue mich für Sie, dass für Sie Lärm von einem Machtturm herab genügt, um Ihre \"Heile Welt\" herzustellen oder am Laufen zu halten. Vielleicht könnten Sie aber (rücksichtsvollerweise) für Ihre totale Glückseeligkeit eine Glockengeläut-CD besorgen.

Patrik 24. Mai 2011 - 19:04 
An Daniel Korder
Wenn Sie die Kirchenglocken für eine wunderbare, klangvolle Errungenschaft der Musikalität halten, dann ist das ihre subjektive Meinung, die sich völlig von der harmonischen Musik (Schwingung) entfernt, vielleicht haben Sie schon was von einer Komposition oder Melodie gehört? Da zwischen liegen nämlich Welten! Der Glocken-Schlag ist eher in die Bereiche des klirrend schlagenden Ungetüms einzuordnen, das wie das Wort auch aussagt, ZU-SCHLÄGT. Dieses kann jedes primitive Wesen ausüben. Sie geben einem Schimpansen ein Stock und lassen ihn auf ein Stück Blech oder Eisen draufschlagen und dass soll eine klangvolle, wunderbare Erfindung sein?

Wenn Sie nach längere Abwesenheit nach Hause kommen und den Glockenschlag wahrnehmen, dann Glauben Sie wirklich, dass die Welt in Ordnung sei? Ein Hinweis hierzu, ist nicht schlimm, ist sehr klar, die Glocken haben mit dem Weltfrieden nicht das geringste zu tun, um es noch deutlichter zu, die Glocken bewirken eher das Gegenteil, dies ist u.a. belegbar, wenn man sich die Geschichte der Glocken genauer ansieht, dann wird man feststellen, dass die Glocken als Waffenlager dienten, man schmolz die Glocken um Waffen bzw. Munition daraus zu machen.

Außerdem sollten sie bedenken, dass Sie über Jahrzehnte konditioniert sind, wie ein Hündchen. Aber Sie sind ein Mensch, eine homo sapiens, darin ist das Wort "weise" enthalten.

Auch das Läuten vor Messen ist nicht notwendig. Hat Jesus Christus bevor er auf das symbolische Abendmahl hingewiesen hat, eine Silbe noch die Notwendigkeit einer Glocke erwähnt? Nein, hat er nicht, weil der Glaube von innen kommt, vom Herzen.

Wenn Sie den Menschen, die Nachts durchschlafen wollen (die wegen dem Glockenlärm ständig gestört werden) noch ihre Stimme nicht wahrnehmen wollen, ihnen sogar die Stimme, die sie als Bürger haben, zur Enthaltung deklarieren, ist das nicht löblich. Sie richten sich gegen das Grundgesetz und gegen die Grundlehre Jesu Christi. Dies sollten sie bedenken.

Daniel Korder 24. Mai 2011 - 09:25 
Kirchenglocken sind eine wunderbare, klangvolle Erfindung. Wenn ich nach längerer Abwesenheit nach Hause komme weiss ich, dass die Welt in Ordnung ist sobald ich sie höre.
Man muss aber unterscheiden zwischen dem Läuten vor Messen, als die Kirche ihre Gläubigen zum Gebet ruft, und das Uhrenläuten. Uhren sind an vielen Glockentürmen als Service Public installiert worden in einer Zeit, da eine Uhr ein Luxus war. Wer schaut schon heute einen Kirchenturm an um die Tageszeit abzulesen. Und demzufolge: wer braucht zu wissen Mitte in der Nacht ob es Viertel nach, oder Viertel vor ist?
Man kann sich an alles gewöhnen, auch an die Güterzüge, die 20m vom Haus vorbeidonnern, oder an die Autobahn, oder den Flugplatzlärm. Das nächtliche Glockenläuten gehört in diese Klasse. Warum aber müssen wir in der Nacht gestört werden? Diejenigen, die das Läuten in der Nacht nicht hören, oder davon nicht gestört werden, sollen sich der Stimme enthalten. Wo ich wohne, habe ich zwei Kirchen und ein Gerichtshof in klangvoller Reichweite. Ich bin der Meinung, dass die Uhren sind wie die Fische: man soll sie sehen aber nicht hören. Einen Wecker habe ich auch und das genügt mir.
Gruss

Patrik 16. Mai 2011 - 18:32 
An Andy

Was war zuerst da? Tja, es gab zuerst den Raum, die Mikroorganismen, die Erde, Pflanzen, Tiere, tausende Jahre später gab es die ersten Vorfahren des Homo Sapiens. Weitere tausend Jahre später gab es die Phase der Entdeckungen, z.B. das Feuer wurde entdeckt usw. Wieder tausende Jahre später, als die Menschen angefangen haben Dörfer, Siedlungen zur errichten, fing man an Verbindungswege aufzubauen. Es dauert wiederum sehr lange bis eine Stätte entstand. Bis dahin haben die Menschen tatsächlich existiert und wie man leicht feststellen kann, völlig ohne lärmende Glocken. Die Aussage, dass die Glocken schon immer da waren ist ein völliger Nonsens.

2.Kirchengeläut gehört zur Kultur.
Kein Mensch würde vor einem Glockenturm mit einem Säugling verweilen, wo über 90 dB herrschen. Dies wäre extrem sadistisch und würde einer brutalen Foltermethode gleichen. Dass Sadismus zur Kultur gehört ist schlicht Krank.

3.Wir hören das Geläut gar nicht.
Wer das behauptet ist entweder völlig taub, weil man 70-120 dB nicht überhören kann, oder er sagt nicht die Wahrheit, die wahrhaftige Empfindung, die sehr sensitiv ist. Ein Wirkmechanismus ist u.a. die Konditionierung, die die Kirche über Jahrhunderte ununterbrochen anwendet und immer noch praktiziert, damit die Stille zum Nachsinnen mit Lärm, also mit negativen (evolutionsbedingt) programmiert wird.


Dass das Kirchengeläut von der Nachtruhe abweichen kann, hängt einfach damit zusammen, dass die kath. Kirche immer noch erheblichen Einfluss auf die Politik, Wirtschaft und die sog. bezahlte Wissenschaft hat.

Doch der Zahn der Erkenntnis läßt sich nicht aufhalten.

Gruß

samuel 16. Mai 2011 - 14:09 
an andy:
die klausel: "Das Kirchengeläute kann von der festgelegten Nachtruhe abweichen" ist juristisch nicht haltbar. nach umweltschutzgesetz ist die gemeinde verpflichtet solche "anlagen" zu prüfen und allenfalls zu sanieren. details siehe "klagebeispiel".


 
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