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"Alle religiösen Bauten müssen gleich behandelt werden. Das heisst auch, dass in Zukunft entweder der Ruf des Muezzins ertönen darf oder die Kirchenglocken verstummen müssen. Ich persönlich würde letzteres vorziehen."

Stefan Mauerhofer (Co-Präsident Schweizer Freidenker)
Stefan Mauerhofer (Co-Präsident Schweizer Freidenker)

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Akustische Umweltverschmutzung steigt und führt zu gesundheitsschädlichen Schlafstörungen  
13. August 2009
Quelle: Pressetext.ch und NZZ

Gesundheitsprobleme wegen Schlafstörungen durch steigende akustische Umweltverschmutzung.

Zahlreiche neue technische Geräte, von Handy-Klingeltönen über Computerspiele bis hin zu Geräuschen aus dem öffentlichen Raum (Anmerkung IG Stiller: Wie zum Beispiel Kirchenglocken-Lärm) führen zu einer stark ansteigenden akustischen Umweltverschmutzung, der wir nicht mehr ausweichen können.

Umweltforscher Murray Schafer hat sich darüber Gedanken gemacht, wie sich die Lautstärke in Städten in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Dazu hat Schafer unter anderem die Lautstärke bei Einsatzfahrzeugen in verschiedenen Zeitfenstern miteinander verglichen: "Die Sirenen sind immer lauter eingestellt worden, damit sie alle anderen Umweltgeräusche quasi übertrumpfen können." Ein klares Indiz dafür, dass es in den vergangenen Jahrzehnten einen deutlichen Anstieg einer akustischen Umweltverschmutzung gegeben hat.

Ähnliche Untersuchungen haben Forscher in der niederösterreichischen Hauptstadt St. Pölten angestellt und errechnet, wie die Stadt vor 500 Jahren geklungen haben mag:

Vor 500 Jahren war unsere Klangumwelt noch relativ leise und vielfältig. Damals konnte man beispielsweise Vogelgezwitscher noch gut wahrnehmen, da es sonst kaum Klänge und Geräusche gab. Der Lärmpegel ist seit damals massiv angestiegen und wird heute in erster Linie vom Lärm des Straßenverkehrs dominiert. Dazum kommt noch das Abspielen von Musik in Lokalen, Supermärkten und Shopping-Malls hinzu.

(Hannes Raffaseder)

"Der Anstieg der akustischen Umweltverschmutzung beeinflusst klar unseren Organismus, da der akustische Wahrnehmungskanal direkten Einfluss auf unsere Körperfunktionen hat", so der Experte. Studien haben gezeigt, dass sich aufgrund der Umweltgeräusche unter anderem die Puls- und die Atemfrequenz verändern können. "Ein starker Lärmpegel macht zudem meist hektischer." Das gelte auch für manche Geräusche im Verkehr wie etwa der Warnton beim Rückwärtsfahren eines LKWs. "Die Frequenzwahl des Piepsens führt dazu, dass wir diesen Ton stark und unangenehm wahrnehmen und dieser von uns vor allem oftmals auch dann gehört wird, wenn wir gar nicht im Gefahrenbereich sind, sondern drei Blocks weiter."

Gestörter Nachtschlaf kann zu Krankheiten führen.

Seit einiger Zeit verdichten sich Hinweise darauf, dass Schlafstörungen die Entstehung körperlicher und seelischer Krankheiten begünstigen, darunter Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes, Übergewicht und Depressionen.

Der Schlaf hat zweifellos einen grossen Einfluss auf das körperliche und seelische Wohlbefinden. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der häufig gestellten Frage, ob man gut geschlafen habe. Viele Menschen mögen die Frage aus Höflichkeit bejahen, fühlen sich aber dennoch unausgeschlafen. Denn sie schlafen entweder schlecht ein, wachen nachts häufig auf oder wälzen sich bereits lange vor dem Weckruf schlaflos im Bett.

Erhebungen in der Schweiz und anderen Ländern legen aber den Schluss nahe, dass bis zu einem Drittel der Bevölkerung davon betroffen sein könnte. Ein zu kurzer oder gestörter Nachtschlaf mindert aber nicht nur die Lebensqualität, indem er die Leistungsfähigkeit einschränkt, die Stimmung trübt und die Unfallgefahr erhöht. Neuere Beobachtungen den Schluss nahe, dass Schlafmangel die Gefässverkalkung fördert – und das umso nachhaltiger, je mehr das als optimal empfohlene Schlafpensum von täglich sieben bis acht Stunden unterschritten wird.

Arteriosklerotische Gefässschäden gelten nachweislich als einer der Hauptfaktoren bei der Ausbildung von Herzinfarkten, Schlaganfällen und anderen Herz-Kreislauf-Krankheiten. Begünstigt werden solche Alterungsprozesse auch von Übergewicht und Diabetes. Diese Störungen scheinen aber ihrerseits mit dem Schlaf in Zusammenhang zu stehen. Laut den Ergebnissen verschiedener epidemiologischer Studien bringen nämlich Erwachsene und Kinder, die wenig oder schlecht schlafen, auffallend oft zu viele Pfunde auf die Waage und erkranken ausserdem vermehrt an Typ-2-Diabetes.

Pressetext.ch - akustische umweltverschmutzung steigt
Nzz.ch - schlafstoerungen und gesundheit

 
 
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