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"Die Tiefe des Schlafes, von der die Erholung des Organismus abhängt, wird durch den Lärm verringert, auch wenn man nicht aufwacht." (!)

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Die Anti-Minarett-Initiative in der Schweiz und was sie mit Kirchenglocken-Lärm zu tun hat  
20. August 2009
Quelle: Hagalil.com (Von: Benji Epstein)

Die Anti-Minarett-Initiative und Lärm von Kirchenglocken in der Schweiz

Der Klang von Kirchenglocken gehört in der Schweiz zum Alltag. Früher läuteten Kirchenglocken, um den Bewohnern die Zeit anzugeben. Ist das Gebimmel zur Tradition geworden, ist es längst Teil der Religions- und Glaubensfreiheit. So leitet das Schweizer Radio DRS 1 jeden Samstag in der Sendung “Zwischenhalt” den Sonntag mit aufgenommenen Klängen von Glockentürmen ein. Zu Zeiten des Radios “Beromünster” trug das Programm sogar den Namen “Glocken der Heimat”, was das Christentum mit der Heimat, mit der Schweiz verbinden sollte.

Auf der anderen Seite nerven sich auch viele über das Läuten der Glocken. Die Störung der Nachtruhe durch die Kirchenglocken wird dabei nicht nur anhand von Gutdünken und Lärmschutzmessungen generell in Frage gestellt, sondern auch mit wissenschaftlichen Forschungen versucht zu belegen, wie es zum Beispiel auf der Internetseite des IG Stiller Vereins, der sich stark gegen Kirchenglocken einsetzt, zu lesen ist: Kirchenglocken stören den Schlafrhythmus und die REM-Phasen.

Anmerkung IG Stiller: Wir setzen uns nicht "gegen die Kirchenglocken" ein, sondern für die Nachtruhe während der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten.

Während christliche Gebetshäuser mit Glockenmusik ihr Territorium definieren und den Bürger regelmässig an die Tageszeit erinnern, sind Synagogen Orte, an welchem heutzutage im Stillen gebetet wird. Bis ins 18. Jahrhundert bestand auch in der jüdischen Gemeinde in Endingen das Amt des “Schuleriefers”. Seine Aufgabe war es, durch lautes Ausrufen, die Männer zum Gebet zu ermahnen. Also durchaus eine Art jüdischer “Muezzin”. Mit der Einweihung der neuen jüdischen Synagoge in Endingen wurde das Amt des “Schuleriefer” 1852 durch – man staune – Glocken ersetzt.

Die Anti-Minarett-Initiative
Eine hitzige Diskussion, die mehr und mehr zu eine Stellvertreterdebatte über den Islam und seine Werte wird, sorgt zurzeit die Abstimmung zur sogenannten Anti-Minarett-Initiative, über welche das Schweizer Stimmvolk voraussichtlich im Herbst 2009 an den Urnen entscheidet. Die Diskussion wurde vor allem durch die geplanten Bauten von Minaretten in Olten, Wangen und Will im Jahre 2006 in der Schweizer Öffentlichkeit ausgelöst.

Worum geht es bei der Vorlage? Die von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) lancierte Initiative soll ein Verbot des Baus von Minaretten in der Bundesverfassung festhalten. Die Befürworter der Initiative sind der Meinung, dass ein Minarett nicht unbedingt zu einer Moschee gehört, beziehungsweise dass für die Ausübung des Islams auch eine Moschee ohne Minarett genügt und somit die Religionsfreiheit und das Völkerrecht nicht tangiert werden. So ist auf einem Flyer der Befürworter zu lesen: “Das Minarett hat selbst in der muslimischen Welt nichts zu tun mit Glaubensinhalten.” Das Minarett sei lediglich ein Signal und Wachturm über und für die Gläubigen (Minarette.ch).

Die demographische Perspektive und der Blick in die Zukunft bietet vor allem Grund für die Befürworter gegen Minarette zu plädieren. In der Schweiz leben heutzutage etwa 300‘000 Muslime. Aus demographischer Sicht sei es durchaus möglich, so die Befürworter, dass in naher Zukunft die Muslime eine 50 Prozent Mehrheit in der Bevölkerung erreichen werden. Im Zugeständnis vom Bau von Minaretten wird somit ein erstes Signal gesehen, das diese Entwicklung wiederspiegelt und vor allem bestätigt. Die Befürworter befürchten, dass eine solche Entwicklung im “schlimmsten” Fall die heutige Rechtsordnung nach und nach durch die Scharia ersetzt werden könnte. Dieses “Horrorszenario” der Befürworter wird als Angstmacher in der Abstimmung geschickt verwendet und somit als Anlass zu einer Grunddiskussion zur Haltung der Schweiz gegenüber dem Islam geschickt ausgenutzt.

Ganzer Bericht: Hagalil.com/archiv/2009/06/18/minarett/

Nur wenn während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe freiwillig auf die viertelstündlichen Weckschläge verzichtet wird, gehen die Kirchen mit einem guten Beispiel voran. Es gibt dann keinen Grund für den Muezzin (trotz Religionsfreiheit) uns morgens um 5 Uhr mit Gesang zu wecken.

Uebrigens: Sogar in
Kairo musste der Lärm von Minaretten bereits eingedämmt werden!

Nach wie vor gilt: Als minimale Nachtruhezeit empfiehlt die IG Stiller die Zeit zwischen 22.00 und 07.00 - Alle Religionsgemeinschaften haben sich an die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten zu halten.

Siehe auch: Jesus, Kirchenglocken, Minarette und das Problem der Religionsfreiheit

 
 
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