IG Stiller - www.nachtruhe.info
"Die Tiefe des Schlafes, von der die Erholung des Organismus abhängt, wird durch den Lärm verringert, auch wenn man nicht aufwacht." (!)

Laermliga.ch
Laermliga.ch

Sind Sie im Lärmschutz tätig?

Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Kontaktieren Sie uns

Bewegter Glocken November  
5. Dezember 2006
Quelle: Pressemitteilung der IG Stiller

Saint-Offenge-Dessous: Kuhglockenfreie Zone

Wie das Alpenjournal am 13.11.06 berichtete, verklagte ein Bewohner des französischen Dorfes Saint-Offenge-Dessous im Bezirk Savoie einen Landwirt wegen des "unverträglichen Lärms" von 25 Kühen, die mit ihren Glocken nachts bis auf 17 Meter an sein Haus herankämen und so bereits einen Nervenzusammenbruch seiner Frau verursacht hätten.

Während der angeklagte Landwirt vor Gericht alles versuchte, um die Kuhglocken als "Arbeitsinstrumente" und ihr Geläut als "die Musik unserer Berge" zu rechtfertigen, entschied ein Richter aus Aix-les-Bains dennoch für den Kläger: "Die Anwesenheit von Kühen mit Glocken in unmittelbarer Nähe einer Wohnung stellt nachts eine anormale Störung der Nachbarschaft dar". Zwischen 21 und 7 Uhr müssen die französischen Wiederkäuer des angeklagten Landwirtes ab dem nächsten Frühjahr einen Mindestabstand zum Hause des Klägers von 100 Metern einhalten. Bei einem Verstoss droht dem Besitzer eine Strafe von 100 Euro pro läutend zum Hause des Klägers vorgedrungenem Tier.

Wie wäre es, wenn einfach auf die Glocken verzichtet würde? Die Tiere und die Nachbarn würden das sehr schätzen!


Herblingen: Die Glocken läuten eine Stunde später

Wie die Schaffhauser Nachrichten am 22.11.06 berichteten, werden die Glocken in Herblingen in Zukunft nicht mehr um 6 Uhr sondern um 7 Uhr geläutet. Der Kirchenstand hat diesen Entschluss ohne Druck der Öffentlichkeit gefasst: „Wir sind überzeugt, dass die aufgehende Sonne ebenso gut um 7 Uhr begrüsst werden kann.“

So ist es!


Wirsberg: Glocke verstummt um Mitternacht

Wie die Frankenpost am 10.11.06 berichtete, wird der Glockenschlag der Wirsberger Kirchturmuhr in absehbarer Zeit während der Nachtstunden gänzlich ruhen. Wie Bürgermeister Hermann Anselstetter dazu ausführte, ist die nächtliche Abschaltung des Glockenschlages ein altes Thema.

Nicht weniger als 25 Prozent der Gäste des Posthotels liessen bei einer Befragung wissen, dass sie sich durch das Läuten im Schlaf gestört fühlen.

Das Posthotel hatte deshalb die Abschaltung in der Zeit von 24 Uhr bis 7 Uhr morgens beantragt.
In der Begründung zu dem Antrag hiess es unter anderem, dass wegen des Glockenschlages sogar Gäste ausbleiben; es sei nicht mehr zeitgemäss, die nächtliche Ruhe durch einen Glockenschlag zu stören.

Frankenpost.de/nachrichten/regional/frankenwald/resyart.phtm?id=1046135


Ober-Ramstadt: Kirchenglocken als Zeitgeber überholt

Wie Echo-online am 4.11.06 berichtete, hat der Kirchenvorstand der Ober-Ramstädter evangelischen Gemeinde festgestellt, dass man unterscheiden müsse zwischen dem Läuten zum Gebet und dem Läuten, um die Zeit kundzutun.

Letzteres sei wohl nicht mehr zeitgemäss, weil heute jeder eine Uhr habe. Deshalb steht am Sonntag bei der Gemeinde­versammlung die Änderung der Läuteordnung ab kommendem Jahr auf der Tagesordnung.“


Stuttgart: Nachtruhe von 22-6 Uhr

Wie die Stuttgarter Zeitung am 23.11.06 berichtete, läuft in Stuttgart ein Prozess wegen Kirchen­glockenlärm. Details zum gleichen (?) Prozess wurden vom Verwaltungsgericht Stuttgart schon am 21.3.06 berichtet. Die 2. Kammer hatte über die Klage eines Anwohners zu entscheiden, der die Unterlassung des nächtlichen Stundenschlages durch Kirchenglocken begehrte.

Der Kläger fühlte sich dadurch in seiner Nachtruhe erheblich beeinträchtigt und hielt das nächtliche Zeitschlagen generell für unzumutbar, weil jeder Bürger sich durch eigene Uhren über die Zeit informieren könne. Nach Lärmmessungen betrugen die Spitzenpegel am Wohnort des Klägers bis zu 74 dB(A).

Die Kammer gab dem Kläger teilweise Recht und verurteilte die Kirchengemeinde dazu, das Läuten der Glocken zwecks Zeitangabe in der Zeit von 22.00 Uhr abends bis 5.59 Uhr morgens solange zu unterlassen, bis sie die Einhaltung des Immissionsrichtwerts der TA-Lärm <65 dB(A) nachts durch geeignete Schallschutzmassnahmen sicherstellt und durch Messung einer fachkundigen unabhängigen Stelle nachweist. Gegen das Urteil wurde Antrag auf Zulassung der Berufung beim Verwaltungsgerichtshof Bad.-Württ. gestellt.

Justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1199062/index.html


St.Gallen: Globus-Glocke nervt

Die Liegenschaftenbetrieb AG in Spreitenbach bekam mit Datum vom 30.11.06 von einem Anwohner einen Brief zum Thema Lärmbelästigung durch den Zeitschlag der Liegenschaft Muttergasse 47 („Globus“) in St. Gallen:

Vor allem zu Schlafenszeit ist das schrille Gebimmel äusserst nervtötend. Akustikmessungen haben ergeben, dass die Lautstärke den Toleranzwert für Nachtruhestörung übertrifft. Ich trete deshalb mit der Bitte an Sie, diese Glocke in der Nachtzeit zwischen 22 und 7 Uhr abzustellen. Dies sollte heute technisch ja ohne viel Aufwand möglich sein. Darf ich Sie bitten mir mitzuteilen, ob und bis wann diese Massnahme umsetzbar wäre. Falls Sie sich dagegen entscheiden, würden mich Vorschläge interessieren, ob die Tonlage und/oder Lautstärke der Glocke eingedämmt werden könnte.“


SP Bodenmann ist für Nachtruhe

Peter Bodenmann, Alt-SP-Präsident und Hotelier in Brig, schrieb schon vor Monaten in der Weltwoche vom 14.9.06 unter dem Titel 'Quoten für Gotteshäuser': „Und zur Unzeit wird weder geläutet noch hat irgendein Muezzin die Ruhe von uns Nachbarn zu stören“.

Dies war die erste vernünftige Stellungnahme eines namhaften Schweizer Politikers. Speziell als Hotelier natürlich auch eine weise Einstellung: Glockenlärm während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe schädigt den Tourismus massiv!


CSU Stoiber nimmt Stellung


Wie die Welt am 20.11.06 berichtete, sollte der Stadtpfarrer von Miltenberg eine Geldbusse von 2000 Euro bezahlen, weil er mit einem 20-minütigen Glockengeläut eine Kundgebung der NPD verhindert hatte. Nach heftigen Protesten der Kirchen und der SPD teilte Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) mit, das Verfahren werde ohne Geldauflage eingestellt.

Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) erklärte in München, dass das Läuten von Kirchenglocken in der kulturellen Tradition Bayerns keine Störung sei.

Lieber Herr Stoiber, in München wird schon lange auf den nächtlichen Zeitschlag verzichtet. Daraus ziehen wir den Schluss, dass Kirchenglocken auch in Bayern stören und dass die kulturelle Tradition Bayerns wandelbar ist.


Läutverbot für Kirchenglocken

Immer wieder wird das Läuten von Kirchenglocken verboten, weil ein Turm durch die Erschütterungen in Mitleidenschaft gezogen wird.

So berichtete der der ORF am 4.11.06, dass in Rohrbach an der Gölsen bei der Kontrolle der Kirchturm-glocken "Gefahr im Verzug" festgestellt worden sei. Es bestehe Einsturzgefahr, wenn die Glocken im Turm schwingen, heisst es im Gutachten. Ein Läutverbot ist erlassen worden


Elm will keine Hotelgäste

Wie die Südostschweiz am 27.11.06 berichtete, läuten die Glocken in Elm weiterhin um 5 Uhr. Ein Antrag aus der Gemeinde lautete, das Geläut am Morgen um 5 Uhr abzustellen, weil sich die Hotelgäste durch das morgendliche Geläut gestört fühlten. Die Versammlung lehnte den Antrag deutlich ab.

Wer Gäste haben will, muss nachts den Zeitschlag abstellen und das Morgenläuten nicht vor 7, nicht zu lang und nicht zu laut erklingen lassen oder einfach darauf verzichten!


Zürich: es geht auch ohne nächtlichen Zeitschlag

In der Gemeinde Strengelbach verzichtet die Evang.-Ref. Kirchgemeinde von 22.00 bis 06.00 auf Nachtschläge und das seit die ca. 30 Jahren. Wie wir schon berichtet haben verzichtet die Kirchgemeinde Zürich-Unterstrass zwischen 22–7 Uhr, die Kirchgemeinde Paulus wenigstens zwischen 24 – 7 Uhr und die Kirchgemeinde Sihlfeld zwischen 19 – 8 Uhr auf den Zeitschlag. Im Sihlfeld verzichtet man auch auf das Frühgeläut und man kennt auch tagsüber keinen Viertelstundenschlag.


Trogen: Gemeinderat akzeptiert Gerichtsentscheid

Im November gab der Gemeinderat bekannt, dass er den Gerichtsentscheid akzeptiert und ihn nicht an die nächste Instanz weiterziehen wird. Gemäss diesem ist der Gemeinderat verpflichtet, als Vollzugsbehörde zu prüfen, ob das Geläut der Evangelischen Kirche Trogen der Lärmschutzgesetzgebung und der gängigen Gerichtspraxis entspricht.
Und er muss über den Antrag zweier Einwohner, diverse Änderungen an der bisherigen Läutepraxis vorzunehmen, nochmals entscheiden.

 
 
Realisierung: RightSight.ch