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"Was das Glockenläuten zur Ruhe der Verstorbenen beitragen mag, will ich nicht entscheiden; den Lebenden ist es abscheulich."

Georg Christoph Lichtenberg
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Bischof Kurt Koch: «Ich würde den Muslimen zugestehen, ein Minarett zu haben»  
3. September 2006
Quelle: NZZ am Sonntag

Bischof Kurt Koch setzt sich dafür ein, dass Muslime Minarette als «Zeichen ihrer Identität» bauen dürfen. Er warnt vor einer Gleichsetzung von Islam und Terror und ist verärgert über den Umgang Blochers mit Gegnern des Asylgesetzes

NZZ am Sonntag: In Wangen bei Olten, in Langenthal und jetzt auch in Wil (SG) wollen Muslime ein Minarett bauen und stossen auf massiven Widerstand. Können Sie das Bedürfnis der Muslime nachvollziehen?

Bischof Kurt Koch: Ich glaube, die Auseinandersetzungen um die Minarette sind letztlich nur ein Fieber, Ausdruck einer viel tiefer liegenden Grippe. Denn diese Bauten machen letztlich ja nur etwas sichtbar, was schon lange da ist. Ich glaube, dass in der Bevölkerung einfach sehr viele Ängste vorhanden sind. Über diese Ängste müsste man sprechen, die sind sehr verschieden.

Darauf werden wir noch zu sprechen kommen. Vorerst: Haben Sie Verständnis für den Wunsch der Muslime?

Ein Minarett ist für sie natürlich ein Zeichen der Identität. Wenn man einer christlichen Kirche sagen würde, ihr dürft eine Kirche bauen, aber keinen Turm - da würde man sich auch fragen: Wo ist eigentlich das Problem?

Ein Kirchturm-Verbot würden Sie als Katholik nicht akzeptieren. Müssen die Muslime akzeptieren, dass man es ihnen verbieten will?

Insofern, als ich eigentlich erwarten würde, dass auch in muslimischen Ländern die Religionsfreiheit für Christen gelten sollte. Der Bischof von Arabien beispielsweise darf in gewissen Ländern keine Eucharistie feiern. Das sind offene Fragen, die man stellen können muss.

Diese Egalität wird nicht so schnell hergestellt sein, die Frage nach dem Minarett stellt sich aber hier und jetzt. Zu welcher Antwort raten Sie?

Ich würde den Muslimen zugestehen, ein Minarett als Zeichen der Identität haben zu können. Generell aber rate ich, nicht nur über das Minarett zu sprechen, sondern darüber, was sich hinter dem Konflikt verbirgt.

Sie haben dafür das Bild einer Krankheit gebraucht.

Ja. Angesichts dieses Konflikts wird mir schon etwas Seltsames bewusst. Unsere ganze Gesellschaft ist voller Symbole, jeder Verein hat sein Symbol, der Staat hat Symbole, auch die Werbung. Das ist alles kein Problem. Es fokussiert sich alles auf die religiösen Zeichen. Da wird eine sehr ambivalente Haltung zum Phänomen der Religion überhaupt sichtbar, die sich jetzt konkretisiert bei den Minaretten...
In der Tat; unsere ganze Gesellschaft ist voller Symbole. Allerdings machen praktisch nur die religiösen Zeichen wie Muezzin und Kirchenglocken Lärm!

...Der Rat der Religionen, dem auch Sie angehören, hat das Tragen religiöser Symbole wie Kreuz oder Kopftuch jüngst als Teil der Religionsfreiheit explizit verteidigt - solange nicht die Überzeugung anderer verletzt werde. Wo ist diese Grenze überschritten?...
Diese Grenze ist zum Beispiel dort überschritten wo Menschen durch religiösen Lärm (seien es durch Kirchenglocken oder durch Muezzin-Gesänge) am Schlafen gehindert werden!

Ganzer Artikel in der NZZ am Sonntag


Früher oder später wird es immer mehr Moscheen in der Schweiz geben; der Gebetsruf des Muezzins steht kurz bevor. Die viel zitierte Religionsfreiheit wird bald zum Problem werden: Noch dürfen viele Kirchen während der Nacht die Zeit schlagen. Vertreter von anderen Religionen werde ihrerseits auf die Religionsfreiheit pochen - und schlussendlich vom Bundesgericht recht bekommen:

Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen.

Bundesverfassung: Artikel 15, Absatz 2

Nur mit einem offiziellen Nachtruhegesetz (bzw. konsequenten Einhaltung der bereits bestehenden Lärmschutzverordnungen...!) können wir der unmittelbar bevorstehenden Gefahr durch noch mehr religiösem Lärm Einhalt gebieten!

Wir von der IG Stiller fordern die Einhaltung der gesetzlich vorgeschrieben Ruhezeiten während der Nachtruhe und am Wochenende. An diese Ruhezeiten haben sich alle religiösen Gemeinschaften strikte zu halten, egal ob christlich, islamisch, buddhistisch, hinduistisch usw.

Religionsfreiheit ja - aber die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten gehen vor!

 
 
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