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"...und hätte ich die Liebe nicht, so wäre ich eine klingende Schelle."

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Die Glocken ertönen weiterhin  
20. Oktober 2005
Quelle: Tagblatt (von Diana Bula)

Die Kirchenverwaltungsräte Balgach haben eine Petition gegen das Sechs-Uhr-Geläute abgelehnt
Balgach. Viele mögen das Läuten der Glocken. Andere stört es: 126 Personen kämpften mit einer Petition, die das Ehepaar Walser lanciert hatte, für ihre Nachtruhe. Der Vorstoss blieb erfolglos.

An der Bürgerversammlung der katholischen Kirchgemeinde im März kündete das Ehepaar Walser eine Petition an.
Es störte sich am Sechs-Uhr-Geläute. So begannen Ilona und Marcel Walser Unterschriften zu sammeln - und sie fanden Gleichgesinnte. 126 Personen unterstützten den Vorstoss.
(Und sämtliche Mitglieder der IG Stiller - Schweizweit!)

Die Mitglieder des katholischen und evangelischen Kirchenrates befragten ihrerseits rund 160 Personen. Das Resultat: Die Mehrheit erfreut sich des Glockenschlages. Die Petition wurde deshalb abgelehnt.


«Unfreundlicher Ton»
Vor kurzem teilten die Präsidenten der Kirchenverwaltungsräte - Hans Schwerzmann und Werner Krüsi - ihren Entscheid dem Ehepaar Walser in einem Brief mit. «Der unfreundliche Ton überraschte uns. Wir führen schliesslich nichts Böses im Schilde. Wir wollen nur unsere Ruhe», sagt Ilona Walser. So sei im Schreiben von «diversen Petitionseingaben» die Rede, auch von einem «nicht lauteren» Vorgehen. Ilona und Marcel Walser waren mit ihrem Anliegen ebenfalls an die politische Gemeinde gelangt. «Dies führt unsererseits zu Irritationen und offen gestanden auch zu Zurückhaltung bezüglich Veränderungen. Denn wir sehen uns plötzlich auch noch mit zwischenbehördlichen Kompetenzfragen konfrontiert», schreiben die Präsidenten der Kirchenverwaltungsräte.

Ilona Walser: «Wir haben versucht, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Das taten wir aber nie hinter dem Rücken der Kirchenverwaltungsräte. Wir haben ihnen eine Kopie unseres Schreibens an die Gemeinde zukommenlassen.»
Hans Schwerzmann und Werner Krüsi bedauern, dass das Ehepaar Walser teilweises Entgegenkommen der Kirchenverwaltungsräte «kategorisch abgelehnt» habe: «Dies hat unseren Spielraum und einen möglichen Kompromiss zum Vornherein verunmöglicht.» Die Räte hatten vorgeschlagen, morgens um sechs Uhr nur eine statt zwei Kirchenglocken läuten zu lassen. «Diese Idee würde die Anzahl Glockenschläge halbieren, keineswegs aber die unerträgliche Lärmbelastung», meint Marcel Walser.
(Stimmt! Die Forderung der IG Stiller ist klar: Absolute Nachtruhe von abends 22.00 bis morgens um 07.00)

Auf eine Idee des Ehepaars hingegen gingen die Kirchenräte nicht ein: «In vielen Gemeinden läuten die Glocken werktags erst um sieben Uhr und am Wochenende erst um 9 Uhr - warum nicht auch in Balgach?»

«Eine wilde Sache»
«Immer wieder erhielten wir vom Ehepaar Walser Briefe. Mal gingen sie bei der katholischen Kirchgemeinde ein, mal bei der evangelischen. Eine wilde Sache», sagt Hans Schwerzmann, Präsident des katholischen Kirchen-verwaltungsrates.
(Warum ist es eine "wilde Sache" wenn man sowohl die katholische wie auch evangelische Kirchgemeinde informiert?)

Zu Beginn sei es dem Ehepaar Walser nur um das Sechs-Uhr-Geläute gegangen. «Im Begleitschreiben erwähnte es aber, dass auch auf die Zeitschläge zwischen 22 und 7 Uhr verzichtet werden soll», sagt Schwerzmann. Die Räte anerkannten diese Forderung nicht als Teil der Petition. «Wir sahen keinen Kernpunkt. Auch befürchteten wir, dass Ilona und Marcel Walser noch weitere Bedingungen stellen - bis die Glocken gar nicht mehr läuten.» Die Kirchenräte haben laut Schwerzmann nicht aus Trotz entschieden, sondern wegen «dem überwältigenden Echo zur Beibehaltung des Geläutes». Weil das Ehepaar Walser sich an die politische Gemeinde gewandt habe, hätte die Kirche nicht vorgreifen wollen. Schwerzmann: «Denn der Gemeinderat klärt nun ab, ob er eine Lärmverordnung erlassen will.» Gemeindepräsident Ernst Metzler bestätigt: «Wir gehen das Problem an und informieren in nächster Zeit über unseren Beschluss.»

Streit in der Kirchgemeinde der Glocken wegen? «Wir sind nicht verärgert», betont der evangelische Pfarrer
Jakob Bösch. Beim Vorstoss des Ehepaars Walser handle es sich um nichts Aussergewöhnliches.
Bösch: «Landauf und landab gelangen solche Anfragen an die Kirchenverwaltungsräte.»
(Richtig, und es wird immer mehr solche Anfragen geben! Wann zeigen die Kirchen endlich Nächstenliebe und lassen uns während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe ungestört schlafen?

Wer informiert?
Bisher wussten nur Ilona und Marcel Walser vom Entscheid der Kirchenräte. «Sie müssten öffentlich orientieren. Immerhin haben über 120 Personen unterschrieben», meint Ilona Walser. Hans Schwerzmann ist anderer Ansicht: «Ilona und Marcel Walser sind unsere Ansprechpartner. Es liegt nicht an uns, die Petitionsunterstützer zu informieren. Das ist die Aufgabe der Familie Walser.» Laut Pfarrer Jakob Bösch steht in der nächsten Ausgabe des «Kirchenboten» - sie erscheint Anfang November - dass die Räte den Vorstoss nicht gutgeheissen haben. (dbu)

 
 
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