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"...Das Bundesgericht betont die Notwendigkeit einer ungestörten Nachtruhe, weil tagsüber die Nervenkräfte des heutigen Menschen stark beansprucht werden.
Es weist darauf hin dass das Bimmeln von Kuhglocken zur Nachtzeit, d.h. vor allem dann, wenn der Strassenlärm abgenommen hat, besonders lästig ist..."

Bundesgericht, Lausanne
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Die Schafglocke nervt  
27. Juni 2006
Quelle: Tagblatt (von René Schneider)

Nach dem Geläute der Kirchenglocken wird jetzt jenes von Schafen zum Fall für die Justiz

Balgach. Das Gebimmel von Hans Pfändlers Schafen vor ihrem Haus nervt eine Anwohnerin schon seit Jahren. Sie hat sich einen Anwalt genommen. Der Bauer Pfändler auch. Mit dem Gebimmel der Schafe könnte das Glockengeläute wieder zum Thema werden.

Sechs Zentimeter lang, vier breit: Landwirt Hans Pfändler hat die Glocke vermessen, welche das Leit-Schaf seiner kleinen Herde trägt. Die Tiere weiden am Hang direkt neben dem Haus der Klägerin, welches vor etwa fünf Jahren erbaut wurde. Seitdem ist Streit zwischen den beiden.

Am 27. Mai rügte die Nachbarin beim Landwirt schriftlich, ein Schaf trage «wieder eine Rinderglocke». Im Weiteren: «Die Schafglocken im Norden der Sondereggerstrasse erfüllen doch ihren Zweck auch und verursachen keine Nachtruhestörung.» Die Glocke am Hals seines Leit-Schafes sei keine Rinderglocke, sagt Hans Pfändler. Und mindestens ein Schaf müsse eine Glocke tragen, damit er die Herde wieder finde, wenn sie mal ausbreche. Das sei letztes Jahr im April vorgekommen, weil jemand absichtlich den Zaun geöffnet habe.

300 Meter Glocken-Abstand
Letzte Woche hat der Rechtsvertreter der klagenden Nachbarin ein Vermittlungsbegehren beim Vermittleramt Balgach eingereicht; «betreffend übermässige Lärmimmissionen». Gefordert wird: «Dem Beklagten sei zu verbieten, Nutztieren aller Art, insbesondere Schafen, Ziegen und Rindern, welche er in Distanz von weniger als 300 Metern zum Wohnhaus der Klägerin weiden lässt, Schellen oder Glocken umzuhängen. Für den Fall, dass der Beklagte das Verbot missachtet, sei ihm anzudrohen, dass er gestützt auf StGB Art. 292 mit Haft oder Busse bestraft wird.» Hans Pfändler meint dazu vielsagend: «Im Umkreis von 300 Metern steht auch der Kirchturm.» Dessen nächtlicher Stundenschlag war in den letzten Jahren gar per Petition nicht zum Verstummen zu bringen gewesen.

«Andere haben Freude»
«Andere Nachbarn erfreuen sich an meinen Tieren und am Gebimmel», sagt Hans Pfändler. Vier von ihnen, die ebenfalls neben der betreffenden Weide wohnen, hätten ihm das schriftlich bestätigt.
Die Nachbbaren erfreuen sich am Gebimmel - auch während der Nachtruhe? Schlafen diese Nachbaren den nicht während der Nachtruhe?

Zudem grenze an seine Weide eine des Werkheims Wyden, auf der regelmässig Kühe mit Treicheln weiden. Das störe offenbar niemanden. Auf der anderen Seite seines Betriebes, neben dem Altersheim, unterhalb des Schlosses, weideten regelmässig Rinder mit Schellen. Daneben sind ein Dutzend Einfamilienhäuser. Niemand fühle sich gestört.
Stört diese Schellen wirklich niemanden? Wurden seriöse Umfragen durchgeführt?

 
 
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