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Laut dem Bundesverwaltungsgericht ist das Glockengeläut als Zeitansage "keine kirchliche Äußerung", sondern "eine Tradition, die ihre Bedeutung angesichts gewandelter Lebensbedingungen weitgehend verloren hat..."

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Gegen Stephanuskirche in Echterdingen kommt kein Flugzeug an  
31. Oktober 2010
Quelle: Stuttgarter-nachrichten.de (Von Tim Höhn - 18.Okt. 2010)

Manche lieben Kirchengeläut, manchen ist es zu laut - die evangelische Gemeinde Echterdingen ist in einer Zwickmühle.

Das ist die eine Seite. Die andere: "Die Stephanuskirche ist so ziemlich das Lauteste, was es hier in der Gegend gibt, da kommt kein Flugzeug gegen an", sagt Dieter Tafferner.
Der 58-Jährige wohnt an der Plieninger Straße und hat sich kürzlich mit anderen Echterdingern schriftlich über das laute Geläute beschwert und die Verwaltung gebeten, sich des Problems anzunehmen. Er wehre sich nicht dagegen, dass die Kirche ihre Gläubigen zur Messe ruft, sagt Tafferner, der selbst Protestant ist. "Aber ich wehre mich dagegen, dass hier schon um sechs Uhr morgens geläutet wird, dazu spät abends und die ganze Nacht hindurch." Da müsse sich niemand über Minarette und Muezzine aufregen - "unsere Kirche ist auch unanständig laut".

Tafferner ist nicht allein. "Mehrere Beschwerden" habe es in den vergangenen Monaten wegen des Kirchengeläuts gegeben, bestätigt Bürgermeister Alexander Ludwig. Die Verwaltung habe daraufhin prüfen lassen, ob die Stadt Einflussmöglichkeiten auf die Kirche hat, und das Ergebnis ist eindeutig: Hat sie nicht. Laut Verwaltungsgericht handelt es sich beim liturgischen Geläut um eine "sozial zumutbare Einrichtung". Auch das Stundengeläut, das tags und nachts die Uhrzeit schlägt, ist zulässig. Vor diesem Hintergrund regte SPD-Stadtrat und Pfarrerssohn Jens Zellmer kürzlich in einer Ausschusssitzung an, dass Verwaltung und Stadträte sich mit den Pfarrern an einen Tisch setzen und nach Kompromissen suchen. "Ich werde regelmäßig von Bürgern angesprochen, die sich wegen der lauten Glocken in ihrem Nachtschlaf gestört fühlen. Vielleicht kann die Kirche diesen Menschen etwas entgegen kommen", sagt Zellmer. Zumal das Stundenläuten keine religiöse Bedeutung habe, und das Morgenläuten in anderen Stadtteilen erst um sieben Uhr beginnt.

Ganzer Bericht: Stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.leiser-die-glocken-nie-klingen
 
 
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