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"...und zur Unzeit wird weder geläutet noch hat irgendein Muezzin die Ruhe von uns Nachbarn zu stören."

Peter Bodenmann (Alt SP-Präsident)
Peter Bodenmann (Alt SP-Präsident)

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Zu langes Läuten entwertet das Geläut! (Kirchliche Empfehlungen zum Glockenläuten aus 1967)  
16. Oktober 2011
Quelle: Kirchenrecht-ekwue.de

"Die Kirche muss in der technisierten modernen Welt dem berechtigten Ruhebedürfnis der Bevölkerung Rechnung tragen."

Aus einem Erlass des Oberkirchenrates der Evangelischen Landeskirche in Deutschland des Jahres 1967.

928. Geläute und Stundenschlag der Kirchenglocken

Erlaß des Oberkirchenrats vom 21. September 1967 (Abl. 42 S. 326)
Da sich die Beschwerden über frühes Morgenläuten und den nächtlichen Stundenschlag der Kirchenglocken mehren, gibt der Oberkirchenrat für die künftige Handhabung die nachstehenden Richtlinien:

...Die Kirche muß in der technisierten modernen Welt, mit ihrem veränderten und unterschiedlichen Arbeitsrhythmus, durch die Art und Dauer ihres Glockenläutens dem berechtigten Ruhebedürfnis der Bevölkerung angemessen Rechnung tragen.

Eine auf das Herkommen gegründete Läutesitte sollte hinsichtlich der Läutezeiten nicht starr festgehalten, sondern den veränderten Lebensumständen der gesamten Bevölkerung und der Gemeindeglieder angepaßt werden. Dies gilt insbesondere für die Zeit des Morgenläutens.

Demgemäß sollte überall da, wo die in Ziffer 2 genannten Voraussetzungen zutreffen, das Gebetsläuten am Morgen, insbesondere in Stadt-, Vorort- und Industriegemeinden, nicht vor 7 Uhr beginnen, wobei sich unter besonderen Umständen, z. B. in Kurorten, eine spätere Durchführung empfehlen kann.

Der Oberkirchenrat spricht sich ausdrücklich für die Beibehaltung des Gebetsläutens zu den nach der örtlichen Läuteordnung vorgesehenen Anlässen aus. Hier geht es nur, besonders beim Morgenläuten, um eine Rücksichtnahme in der zeitlichen Durchführung. Unberührt davon bleibt das Einläuten von Gottesdiensten, auch in der Frühe oder z. B. in der Christnacht.

Wir bitten, die örtliche Läuteordnung (kurze Läutezeiten, volles Geläut nur zu bestimmten Anlässen) zu beachten. Zu häufiger Gebrauch des Plenums oder zu langes Läuten entwertet das Geläut. Das Plenum bei Geläuten von mehr als 4 Glocken soll den festlichen Gottesdiensten vorbehalten bleiben. Die Läutezeit beim Morgenläuten sollte 2–3 Minuten nicht überschreiten. Dabei empfiehlt es sich, die tiefste Glocke zu wählen, da das menschliche Ohr für den Klang hellerer Glocken viel empfindlicher ist.

Eine unzulängliche Läuteanlage (falsch angebrachte Schallöcher, schlechte Glocken, falsche Aufhängung, zu starkes Läuten von Hand oder durch Läutemaschinen) sollte unbedingt korrigiert werden, um etwaige polizeiliche oder gerichtliche Maßnahmen der Lärmbekämpfung zu vermeiden.

Hierzu kann die Beratung des Oberkirchenrats bzw. des Glockensachverständigen der Landeskirche in Anspruch genommen werden. Wo begründete Beschwerden vorliegen, sollte der Stundenschlag der Kirchenglocken in der Nachtzeit ganz oder teilweise abgestellt werden. Es empfiehlt sich nicht, in dieser Frage zeitraubende Streitigkeiten auszutragen. Vielmehr sollte mit Vorrang das Ruhebedürfnis berücksichtigt werden. In jedem Fall ist erwünscht, daß der doppelte Stundenschlag zur Nachtzeit unterbleibt.

In Gemeinden mit mehreren Kirchen sollte insbesondere für das Morgenläuten unbedingt eine einheitliche Zeit festgesetzt werden...

(Fett-gedruckt: Hinzugefügt von IG Stiller)

Eine unglaubliche fortschrittliche Läutordnung und das bereits im Jahre 1967! Jetzt müssten diese Richtlinien nur noch eingehalten werden...

Ganzer Beitrag: Kirchenrecht-ekwue.de - geläute und stundenschlag der kirchenglocken

 
 
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