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"Wir denken, dass in der heutigen Zeit Armbanduhren, Wecker und andere Zeitmesser das Ablesen der Uhrzeit ermöglichen und die akustische Zeitangabe nicht mehr den gleichen Stellenwert hat wie früher."
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Kein Fluglärm in der Ostschweiz? (Stellungnahme IG Stiller)  
7. November 2012
Quelle: IG Stiller - Stellungnahme

Fluglärm: Stellungnahme der IG Stiller

Kein Fluglärm in der Ostschweiz?

Selbst wenn während einer Nachtstunde 15 laute Flugzeuge den Thurgau überfliegen und dabei ein Spitzenwert von 66 dB (Dezibel) erreicht wird, liegt der durchschnittliche Stundenwert unterhalb des nächtlichen Immissionsgrenzwertes von 50 dB. Dieser schützt uns nicht vor gesundheitlichen Schäden durch nächtlichen Fluglärm.

Die Auswertung der Resultate der Messstation für Fluglärm im Thurgau vom September 2012 für die Zeit von 22 und 23 Uhr zeigt folgendes: Es wurden jeweils 1 bis 15 Fluglärmereignisse registriert. Die Maximalwerte lagen zwischen 52 und 70 dB und können somit stark stören. Die durchschnittliche Belastung durch Fluglärm lag bei 44 dB (31-49). An 11 dieser 30 Tage wurde der Fluglärm als vorherrschend beurteilt.
(Fluglärmmonitoring Hinterthurgau: Dbu.tg.ch/documents/September_TG.pdf)

Der eidgenössische Immissionsgrenzwert liegt tagsüber bei 60 dB, zwischen 22 und 23 Uhr bei 55 dB und zwischen 23 und 6 Uhr bei 50 dB. Es sind Durchschnittswerte. Einzelne laute Ereignisse werden damit kaum berücksichtigt. Auch bei 15 nächtlichen Fluglärmereignissen pro Stunde mit einem Spitzenwerten von 66 dB wurde der nächtliche Grenzwert im Thurgau nicht erreicht.

Da aber viele Ostschweizer stark gestört werden und da verschiedentlich Gesundheitsschäden durch nächtlichen Lärm von mehr als 40 dB nachgewiesen wurden, sind die Grenzwerte offensichtlich zu hoch. Ein akzeptabler Durchschnittswert für die Nacht wäre 40 dB.
(WHO Noise Guideline: Aefusch.de/literatur/WHO%20-%20Noise-Guideline_2009.pdf)

Unabhängig von der Dezibel-Grenzwert-Diskussion müssen gemäss Umweltschutzgesetz Emissionen so weit begrenzt werden, wie dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist.

Die IG Stiller fordert für Flughäfen eine Nachtruhe von 22 bis 7 Uhr. Tagsüber muss der Einsatz lärmarmer Flugzeugtypen durch höhere Lärmgebühren stärker gefördert werden. Zudem kann der Lärm durch optimierte An- und Abflugtechniken vermindert werden. Eine Erhöhung der Kapazität des Flughafens Kloten kommt aus gesundheitspolitischen Überlegungen nicht in Frage.

Fluglärm im Thurgau - Anzahl Fluglärmereignisse

Im übrigen erinnern wir daran, dass Fluglärm keinesfalls mit Glockenlärm verglichen werden darf.

 
 
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