IG Stiller - www.nachtruhe.info
"...Die Ohrenärzte sind beunruhigt von der Zunahme der Gehörschäden:
Für die schädlichen Wirkungen des Lärms ist die persönliche Einstellung weitgehend belanglos. Auch wer den Lärm 'nicht hört', wem er seiner Ueberzeugung nach 'nichts ausmacht', der wird, wie sich aus Experimenten zeigt, ungünstig beeinflusst..."

Laermliga.ch
Laermliga.ch

Sind Sie im Lärmschutz tätig?

Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Kontaktieren Sie uns

Frühgeläut auf 7 Uhr verschoben  
17. Juni 2006
Quelle: Landbote (von Elisabetta Antonelli)

WIESENDANGEN
Ab Mitte Juli werden die Wiesendanger Kirchenglocken nicht mehr um 5.30 Uhr läuten.
Die Kirchenpflege hat das Frühgeläut auf sieben Uhr verschoben. Diese Regelung gilt von Montag bis Samstag.
Am Sonntag will man gänzlich auf das Frühgeläut verzichten. Allerdings hält die Kirchenpflege am Viertel- und Stundenschlag auch in der Nacht fest. Die Änderung wird voraussichtlich Mitte Juli in Kraft treten. Der Gemeinderat hat die Revision der Läutordnung genehmigt.

Ein Anwohner, der sich durch das Glockengeläut belästigt fühlt, wehrt sich schon jahrelang. Das Verwaltungsgericht hiess seine Beschwerde teilweise gut und verlangte ein Lärmgutachten. Dieses lag Ende April vor: Im näheren Umkreis der Kirche wurden die Schwellenwerte von 60 Dezibel überschritten. Deshalb machte sich die Kirchenpflege daran, ihre Läutordnung zu überarbeiten. «Wir setzen nun die Vorgaben des Verwaltungsgerichts um», sagt Kirchenpflegepräsident Ueli Weber.
Für den Wiesendanger Kläger ist die Verschiebung des Frühgeläuts zwar «ein grosser Fortschritt». Allerdings findet er, dass auch der Viertel- und Stundenschlag in der Nacht abgeschafft gehört. (ea)

 

Wiesendangen: Nun läuten die Glocken später

Die Kirchenpflege Wiesendangen hat ihre Läutordnung überarbeitet: Neu läuten die Glocken erst um sieben Uhr den Tag ein.

WIESENDANGEN – Der Tag beginnt in Wiesendangen nicht mehr um 5.30 Uhr: Ab Mitte Juli werden die Kirchenglocken erst um sieben Uhr läuten. Der Gemeinderat Wiesendangen hat die Revision der Läutordnung der Reformierten Kirchgemeinde genehmigt. Die Kirchenpflege hat beschlossen, das Frühgeläut auf sieben Uhr zu verschieben. Ab sieben Uhr gelten die Tageslärmwerte. Am Sonntag soll es gar kein Frühgeläut mehr geben. Allerdings will die Kirchenpflege den Viertel- und Stundenschlag auch in der Nacht beibehalten.

Grund für die Revision der Läutordnung ist ein Gutachten der Empa in Dübendorf, das zeigte, dass die Glocken in der näheren Umgebung der Kirche zu laut sind («Landbote» vom 29. April). An drei Orten im Dorf ist der Grenzwert von 60 Dezibel überschritten worden. Das Verwaltungsgericht verlangte das Lärmgutachten, weil ein privater Kläger gefordert hatte, dass das Frühgeläut von Montag bis Freitag auf sieben Uhr und am Wochenende auf acht Uhr verschoben werden soll. Zudem wollte der Kläger, dass die Kirchenglocken in der Nacht auch nicht mehr zur Stunde schlagen.

Rücksicht auf Minderheit
«Wir setzen nun die Vorgaben des Verwaltungsgerichts um», sagt Kirchenpflegepräsident Ueli Weber. Für ihn ist klar: «Es gilt auch auf eine Minderheit Rücksicht zu nehmen.» Die Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts in Wiesendangen hatte ergeben, dass sich 88 Prozent der Bevölkerung nicht am Glockengeläut stören.
Mit der Verschiebung des Frühgeläuts auf sieben Uhr wird gemäss Kirchenpflegepräsident Weber die Lärmschutzverordnung eingehalten. «Die Tradition können wir so mit einer verträglichen Anpassung trotzdem weiterführen.» Dass der Viertel- und Stundenschlag beibehalten wird, ist laut Weber vertretbar: «Wir stützen uns dabei auf den Bundesgerichtsentscheid vom 20. Februar 2006 zu Gossau ZH, in dem den Gemeinden ein Ermessensspielraum zugesprochen wird.»

«Stundenschlag stört»
Der Wiesendanger, der sich gegen das Glockengeläut wehrt, befürwortet die Verschiebung des Frühgeläuts von 5.30 Uhr auf sieben Uhr. «Das ist schon ein grosser Fortschritt. Und dass am Sonntag gänzlich auf das Frühgeläut verzichtet wird, finde ich sehr entgegenkommend.» Trotzdem gibt sich der Kläger nicht ganz zufrieden. «Es ist schade, dass der Stundenschlag in der Nacht nicht auch aufhört», sagt er. «Ich hätte erwartet, dass die Behörden mehr Rücksicht auf die Wiesendanger Bürger nehmen.» Immerhin störten sich über zehn Prozent der Wiesendanger über die Glocken.
Laut den Messungen überschreitet auch der Viertel- und Stundenschlag an einem Ort den Schwellenwert. Wie der Kläger konkret auf den Beschluss der Kirchenpflege reagieren wird, möchte er noch offen lassen.

Der Entscheid der Behörden von Wiesendangen das Frühgeläute zu verschieben wird von der IG Stiller natürlich sehr begrüsst.
Es ist allerdings absolut unverständlich warum man nicht ebenso auf die viertelstündlichen Weckschläge während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe verzichtet hat, wenn man schon einsieht dass das Morgensturmgeläute für viele Bürgerinnen und Bürger störend ist!

 
 
Realisierung: RightSight.ch