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Peter Cerwenka

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Glockenlärm in Trogen soll reduziert werden  
5. September 2007
Quelle: St. Galler Tagblatt, Appenzeller Zeitung

Die Empa hat die Schallpegelwerte der Kirchenglocken geprüft. Die Werte in unmittelbarer Nähe der Kirche überschreiten die vom Bundesgericht angewandten 60 Dezibel.

Gemäss einer Mitteilung der Gemeindekanzlei Trogen hat die Empa Dübendorf im Juli akustische Messungen des Kirchengeläuts Trogen vorgenommen. Die Messungen wurden am Haus des einen Antragstellers sowie an zwei unmittelbar an die Kirche angrenzenden Häusern durchgeführt. Die Messungen haben ergeben, dass die akustische Belastung bei den Liegenschaften der Antragsteller wohl vorhanden ist, dass das zumutbare Mass aber bei den Glockenschlägen während der Nacht nicht überschritten wird. In der unmittelbaren Umgebung der Kirche werden die Grenzwerte jedoch überschritten. Für die grösseren Geläute wie das Morgen-, 11-Uhr-, Betzeit- oder Gottesdienstläuten werden die Grenzwerte bei allen drei Messpunkten überschritten. Gemäss Empa-Bericht ist jedoch nur gerade das Morgengeläute relevant, weil dies zumindest am Rande der Ruhezeit liegt.

Zu Messungen verpflichtet
Zwei Anwohner aus dem Dorfzentrum hatten im Dezember 2004 gestützt auf das Umweltschutzgesetz ein Begehren um Immissionsschutz gestellt. Weil der Gemeinderat bereits 1999 und 2000 ein solches Begehren der gleichen Antragsteller behandelt und abgelehnt hatte, war er auf das Begehren 2004 nicht mehr eingetreten. Im Rahmen des nachfolgenden Rechtsmittelverfahrens hat das Ausserrhoder Verwaltungsgericht diesen Nichteintretensentscheid aufgehoben und den Gemeinderat Trogen verpflichtet, Schallpegelmessungen des Kirchengeläutes Trogen vorzunehmen.


Massnahmen prüfen

Im nächsten Schritt sind nun die Antragsteller sowie die Evangelische Kirchgemeinde eingeladen, zum Empa-Bericht Stellung zu nehmen. Der Gemeinderat werde in der Folge zwischen dem gesundheitspolitischen Auftrag und dem traditionellen Läuten abwägen und die Schwelle der Zumutbarkeit festlegen sowie allfällige Massnahmen treffen, heisst es in der Mitteilung. Er wolle insbesondere abklären, ob durch betriebliche Massnahmen (Änderung des heute geltenden Läutereglements) oder bauliche Anpassungen eine Reduktion der Schallbelastung erreicht werden kann, so dass für die stark betroffenen Einwohner in unmittelbarer Nähe der Kirche eine Verbesserung erzielt werden könne. Der Gemeinderat habe entsprechende Aufträge erteilt. (gk)

Noch nie ermittelt
Ein gesetzlich festgelegter Schallgrenzwert für ein Glockengeläut wurde bisher noch nie wissenschaftlich ermittelt. Deshalb hat das Bundesgericht in Anlehnung an die Fluglärmdebatte im Kanton Zürich in seinem Entscheid aus dem Jahr 2000 den Grenzwert bei Nacht für ein Glockengeläut bei 60 Dezibel angewendet. Wenn der Schall von Kirchenglocken am Ohr einer schlafenden Person im Innern eines Gebäudes einen Schalldruckpegel von mehr als 60 Dezibel verursacht, kann nachts bei einer empfindlichen Person mit Aufwachreaktionen gerechnet werden, die sich negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden dieser Person auswirken können. (gk)

Der Grenzwert von 60 Dezibel bezieht sich auf Fluglärm der mit Glockengeläut nicht verglichen werden kann! (Siehe ältere Beiträge zum Thema 'Impulslhaltigkeit'.)
Wir fordern deshalb weiterhin, das Geläut während der Nacht ganz abzustellen.

 
 
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