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"…Eine ungestörte Nachtruhe ist in Anbetracht der Anforderungen, die das moderne Leben an die Nervenkräfte des Menschen stellt, ein erheblich schutzwürdiges Gut."

Bundesgerichtsentscheid von 1919
Bundesgerichtsentscheid von 1919

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Glockenlärmklagen in der Schweiz: Jahresrückblick 2006  
2. Januar 2007
Quelle: Pressemitteilung der IG Stiller

Die Zahl der laufenden Fälle hat sich im laufenden Jahr verdoppelt.
Während Anfang 2005 etwa 20 Fälle von Glockenlärmklagen gezählt wurden, sind es heute etwa 40 (siehe „Tabelle der seit 2005 bekannt gewordenen Klagen wegen Glockenlärm“).

2005 wurde in Cully und in Degersheim (ref. Kirche) zwischen 22-6 Uhr auf den nächtlichen Zeitschlag verzichtet. 2006 wurde in Basel (St. Albantor) bis um 7 Uhr und in Hemberg bis um 8 Uhr abgestellt. Ob damit eine neue Tendenz zu mehr Nachtruhe eingeläutet wurde? Unterstützt wird dieser Eindruck durch die Tatsache, dass 2006 auch zwei Morgenläuten auf 7 Uhr verschoben wurden, nämlich in Herblingen und in Wiesendangen.

2006 wurden zwei Fälle von einem Verwaltungsgericht entschieden - im Kanton ZH der Fall Wiesendangen und im Kanton AR der Fall Trogen. Wesentlich an beiden Entscheiden ist, dass die Gerichte fordern, dass auch in der Nähe der Kirche gemessen wird. Trotz der Verwendung der für die IG Stiller nicht akzeptablen Limite von 60 Dezibel, sind diese Urteile richtungweisend und hilfreich.

Weniger Erfolg hatte ein Kläger im Kanton Aargau. Genauso wie im Kanton St. Gallen fehlt dem kantonalen Departement noch die Erfahrung im Umgang mit Glockenlärmklagen und den beiden Klägern in diesen Kantonen fehlt das Geld um einen Verwaltungsgerichtsentscheid zu erlangen. Auch aus finanziellen Überlegungen wurde im Kanton Thurgau auf einen Rekurs an den Kanton verzichtet.

Vielfach überbewertet wird der Bundesgerichtsentscheid zum Fall Gossau ZH vom Jahr 2006. Hier ging es hauptsächlich um die Frage, wie der Lärm gemessen wird. Eine Folge dieses - für die IG Stiller negativen - Urteils ist lediglich, dass je nach Zone eine Lärmmessung bei gekipptem Fenster akzeptiert werden muss. Der Kläger hat sich dadurch nicht einschüchtern lassen und wird mittels eines Mitklägers, welcher viel näher an der Kirche ein Haus besitzt, zu seinem Recht zu kommen. Allerdings wird von der gegnerischen Seite alles versucht, um den neuen Prozess zu verzögern.

2006 wurden auch verschiedene Glockenlärmklagen aus den umliegenden Alpenländern bekannt. Insbesondere wurden auch in Frankreich, Deutschland und Österreich neue Glockenlärmklagen bekannt. Allerdings scheint sich die Schweiz und hier speziell die Zentral- und Ostschweiz mit deutlich mehr Klagen beschäftigen zu müssen als andere Alpenregionen.

Die Anzahl der Presseberichte hat auch 2006 wieder stark zugenommen. Auch im Ausland wird das Phänomen Schweizer Glockenlärm beachtet. Teilweise weil das Problem selber bekannt ist (Wien) – teilweise weil das Problem einiges an Unterhaltungswert hat (Berlin). Der ORF war diesbezüglich sogar schneller als das Schweizer Fernsehen. Noch bevor sich dieses an prominenter Stelle (Tageschau, 10vor10, Kassensturz) des Themas angenommen hat, konnten sich zwei Exponenten der IG Stiller in einer Abend-informationssendung im ORF äussern.

Tabelle der seit 2005 bekannt gewordenen Klagen wegen Glockenlärm:

 

Wo

Wer

Was

Wann

Publikation

1. 

Amriswil

G. & R. Kunz

Kirchgemeindeversammlung hat eine Änderung des Läutereglements abgelehnt. Auch der Gemeinderat wird nicht aktiv.

1.2.06

 

Thurgauer-Zeitung

 

2. 

Andermatt

Anonym

Von 22 bis 7 Uhr wird auf den Repetitionsschlag verzichtet. Immer noch wird die Nachtruhe viertelstündlich gestört.

11.4.05

20minuten.ch

3. 

Balgach

I. und M. Walser

 

 

 

Anonym

Da das versprochene Lärmschutzreglement um das Kirchenläuten herum aufgebaut wurde, da also das Morgenläuten um 6 Uhr unverändert geblieben wäre und da auch in Zukunft täglich bis zu 40 Minuten Glockenlärm möglich gewesen wäre, ist die betroffene Familie weggezogen.

Balgach kommt nicht zur Ruhe: Jetzt stören Schafsglocken.

6.3.06

2.6.06

 

 

 

27.6.06

Balgach online

IG Stiller

 

 

 

Rheintaler

4. 

Basel

Anonym

St.Albantor: Messungen ergaben Werte, welche zu einer Aufweckreaktion führen können. Der Zeitschlag wurde von den IWB zwischen 22 bis 7 Uhr abgestellt.

19.6.06

18.7.06

 

Baslerstab

5. 

Beinwil am See

Alfons Gabriel

Obwohl der kantonale Fachexperte für Lärm festgestellt hat, dass beim Läuten und Schlagen der näher gelegenen Kirche (100m) bei offenem Fenster ein Schallpegel von über 60 dB (A) auftritt und dass mit nächtlichen Aufwachreaktionen zu rechnen ist (!), entschied die kantonale Rechtsabteilung nur die Messwerte bei gekipptem Fenster zu berücksichtigen. Diese liegen für den Zeitschlag knapp unter 60 dB (A).

30.1.06

9.5.06

12.5.06

u.a.

Blick

Wynertaler Blatt

6. 

Bühler

Anonym

Ein Angriff auf die kultlosen Läuten wurde abgewehrt. Die Kirchenglocken werden wie bisher läuten.

16.9.05

Reformierte Nachrichten

7. 

Cham

Heinz Mutti

Niemand weiss wieso die Glocken läuten.

17.10.05

Neue Zuger Zeitung

8. 

Cully

Anonym

A la demande d’un habitant, l’église du bourg ne sonne plus les heures, entre 22 h et 6 h, et suscite la controverse. Les cloches réduites au silence font du bruit...

22.12.05

15.4.06

24 heures

9. 

Dällikon

Anonym

In Dällikon läuft eine eine Sammlung von Unterschriften gegen den nächtlichen Zeitschlag.

30.10.06

IG Stiller

10.      

Degersheim, evangelische Kirche

Anonym

Seit Ostern 05 erfolgt in der evangelischen Kirche zwischen 22 und 6 Uhr kein Zeitschlag mehr. „Man schläft einfach besser“ meinte der Pfarrer dazu.

27.3.05

Appenzeller Zeitung

11.      

Elm

Anonym

Ein Antrag auf Verzicht des Morgenläutens um 5 Uhr wurde abgelehnt.

27.11.06

Südostschweiz

12.      

Elsau ZH

Bruno

„Hallo...ich wohne in Elsau ZH. Vor ein paar Monaten war im Dorf eine Kampagne gegen Lärm. Da dachte ich, ich schreibe der Kirchenpflege einen Brief sie sollen sich auch daran beteiligen und die Glocken nachts abstellen. Was ist passiert? Nichts! …“

14.10.05

IG Stiller

13.      

Freienbach

Anonym

Der Fluch des heiligen Bimbam hat Ausserschwyz erreicht…..

4.3.06

Tagesanzeiger

14.      

Glattfelden

Anonym

Die Glocken der reformierten Kirche werden nach einem einjährigen Unterbruch sonntags um 7 Uhr wieder den Ruhetag einlärmen. Allerdings weniger lang und weniger laut wie früher. Zudem entfällt das sonntägliche Vorläuten.

30.6.05

4.3.06

 

Zürcher Unterländer

15.      

Gossau ZH

Christian Frei

Das Bundesgericht hat im Frühjahr 06 bestätigt, dass in der betreffenden Zone bei gekipptem Fenster gemessen werden muss. Der unterlegene Kläger gibt aber nicht auf und hat Mitkläger in der Nähe der Kirche gefunden. Von Seiten der Behörden wird nun die neue Klage mit allen juristischen Mitteln verzögert.

21.3.06

u.v.a.

Kassensturz

u.v.a

16.      

Günsberg

Bruno Affolter

Trotz den Messungen, welche eine zu hoher Lärmbelastung gezeigt haben, weigert sich der Gemeinderat den Bürger zu schützen.

9.3.06

Solothurner Zeitung ?

17.      

Hemberg

Verkehrs-verein

Gemäss Entscheid der Kirchenvorsteherschaft wird zwischen 22 und 8 Uhr abgestellt.

28.3.06

Appenzeller Zeitung

18.      

Herblingen

Anonym

Morgenläuten wird von 6 auf 7 Uhr verschoben

22.11.06

Schaffhauser Nachrichten

19.      

Horn

Anonym

Antrag auf Nachtruhe abgelehnt.

16.3.06

Bodensee-Nachrichten

20.      

Illnau

Anonym

Die Illnauer Kirchenglocken läuten früh. Zu früh, wie zwei Anwohner finden. Anders als in anderen Gemeinden wird über das Frühgeläut jedoch nicht mit juristischen Mitteln gestritten. Es zeichnet sich eine einfache Kompromisslösung ab.

20.1.06

Landbote

21.      

Kyburg

Anonym

Die Kirchgemeindeversammlung will, dass das Morgenläuten wieder um 5.30 erklingt. Gefordert wird Nachruhe bis 7 Uhr, wie das im Polizeireglement vorgesehen ist. In der Zwischenzeit wurde entschieden, das Morgenläuten zu verfeinern.

9.12.05

4.10.06

Tagesanzeiger

IG Stiller

u.a.

22.      

Otelfingen

Gerda Kressig

Gesuch um Abstellen des nächtlichen Zeitschlages wurde von der Kirchenpflege begrüsst und unterstützt. am 4.12.05 soll die Sache vor die Gemeindeversammlung kommen.

4.11.05

Zürcher Unterlaänder

23.      

Pfäffikon

Anonym

6 Uhr Läuten wurde von drei auf eine Minute verkürzt und dann wieder auf 3 Minuten verlängert

27.3.06

NZZ

24.      

Rorschach

Anonym

Reklamation wegen kultischem Läuten am Sonntag.

16.3.06

IG Stiller

25.      

Schwyz

Anonym

Auch das Glockengeläute der St. Martins-Kirche in Schwyz stört.

20.7.05

Zisch Zentralschweiz online

26.      

St. Gallen

Anonym

Im Neudorf wird speziell lang geläutet. Sogar ein deutscher Glockenfachmann hält diese Läutzeiten für übertrieben.

30.10.06

IG Stiller

27.      

St. Gallen

Anonym

Kirchenglockenlärm ist vor allem nachts ein relevantes Problem, wie die Umfrage der IG Stiller zeigt.

30.9.05

St. Galler Nachrichten

28.      

St. Gallen

Anonym

Die Globus Glocke nervt.

5.12.06

IG Stiller

29.      

St. Gallen

Anonym

Der abstruse Zeitschlag des Doms wird ins Visier genommen

24.8.06

12.10.06

Tagblatt

St. Galler Nachrichten

30.      

St. Peters­zell

Anonym

Stören die Glocken die Jakobspilger?

8.6.05

Appenzeller­ Zeitung

31.      

Trogen

S. Büechi & M. Matter

Das Verwaltungsgericht hat den Entscheid der kantonalen Umweltschutz­behörden bestätigt: Es muss auch in der Nähe der Kirche gemessen werden. Das Gericht vermutet, dass es zu laut sein dürfte. Trogens Kirchen­glocken­lärm wurde als gerichtsnotorisch betitelt. Es wird nun zusammen mit den Klägern nach einer Lösung ohne Lärmmessungen gesucht.

11.10.05

u.v.a.

 

Tagesanzeiger

u.v.a

 

32.      

Udligenwil

Anonym

Der Gemeinderat hat eine Lösung in Aussicht gestellt.

2.6.06

IG Stiller

33.      

Weinfelden

Anonym

Die Kirchgemeindeversammlung vom 16. Januar 2006 hat beschlossen nichts zu ändern.

17.12.05

Tagblatt

34.      

Wiesendangen

Anonym

Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass auch in der Nähe der Kirche gemessen werden muss. Die Resultate waren vernichtend. Viertelstunden- und Stundenschläge sind an zwei von drei Messpunkten zu laut! Das Frühgeläut ist an allen drei Messpunkten zu laut! Sogar bei geschlossenem Fenster werden Messwerte überschritten! Die Kirchegemeinde hat entschlossen das Frühgeläut ab Mitte Juli auf 7 Uhr zu verlegen. Der nächtliche Zeitschlag soll bleiben – aber gedämpft werden.

20.7.05

29.5.06

17.6.06

Tagesanzeiger

nachtruhe.info

Landbote

35.      

Wil

Hans Fuchs

Der Gemeinderat lehnt es ab die Nachtruhe seiner Bürger zu schützen. Ein Rekurs wurde im Juni 2006 eingereicht aber aus taktischen Gründen Gründen zurückgezogen nachdem das Baudepartement signalisiert hat, in der Sache gegen den Kläger zu entscheiden.

1.6.06

27.6.06

4.10.06

Wiler Zeitung

IG Stiller

IG Stiller

36.      

Zug

Arwed Bamert

Nachdem 2005 der Stadtrat entschieden hat, den nächtlichen Glockenlärm nicht einzuschränken, ist Arwed Bamert ausgezogen und sucht in der Peripherie der Stadt eine glockenlärmfreie Wohnung – bisher ohne Erfolg. Wo kein Zeitschlag ertönt, stören Schafs- oder Kuhglocken.

2.6.06

IG Stiller

37.      

Zürich Altstätten

Helga Willems

Anwohnerin verlangt Abschaltung des Zeitschlages in der Nacht. Umweltschutzbehörden empfehlen Kirche nachts auf den Zeitschlag zu verzichten - haben sich bisher aber noch nicht durchgesetzt.

20.7.05

Tagesanzeiger

38.      

Zürich Balgrist

Anonym

Die evangelische Kirche organisiert eine Umfrage.

27.3.06

NZZ

39.      

Zürich Seefeld

Peter Detsch

„Mir geht vor allem das 15 Minuten Samstagsgebimmel um 19.00 auf den Sack. Da wir im Zürcher Seefeld gleich von 2 Seiten (Antoniuskirche Kirche Neumünster) mit dem sinnlosen 15 minütigen Lärmterror…“

27.9.05

IG Stiller

 

40.      

Zürich Leimbach

Sibylle Meier

Anwohner fordern Verzicht auf nächtlichen Zeitschlag und Verfeinerung und Verkürzung des Morgenläutens.

19.11.06

IG Stiller

41.      

Zürich, Neu­münster

Anonym

Nachts werden nur noch die Stunden geschlagen (Verzicht auf nächtlichen Viertelstundenschlag).

1.5.05

Kirchenblatt NEUmünster

42.      

Zürich Oberstrass

Anonym

Anwohner fordern Nachtruhe zwischen 22 und 7 Uhr.

4.10.06

IG Stiller

 

 
 
Realisierung: RightSight.ch