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"...Das Bundesgericht betont die Notwendigkeit einer ungestörten Nachtruhe, weil tagsüber die Nervenkräfte des heutigen Menschen stark beansprucht werden..."

Schweizer Bundesgericht, Lausanne
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Glockenlärmklagen in der Schweiz - eine Übersicht  
6. Juni 2006
Quelle: Pressemittteilung IG Stiller

In der Zentral- und Ostschweiz häufen sich seit einigen Jahren die Klagen wegen Glockenlärm. Dabei wird immer wieder mit der Tradition argumentiert und vergessen, dass Tradition wandelbar ist. Nichts zeigt dies deutlicher wie der aktuelle Kirchenglockengebrauch in diesen Landesteilen. Er ist nämlich die Folge unzähliger Änderungen der ursprünglichen Tradition der Nachtruhe.

Auch innerhalb der Glockentradition hat es zahlreiche Änderungen gegeben. Während die Gallusglocke nur ein paar Kilogramm wiegt – werden heute tonnenschwere Kirchenglocken verwendet. Diese werden auch nicht mehr von Hand gezogen sondern von Maschinen angetrieben. Auch die Einführung der kultlosen Läuten und des Zeitschlages waren Änderungen der Tradition.

Während allgemein akzeptiert wird, dass die Gesundheit beeinträchtigende Traditionen wie die Klitorisbeschneidung in Afrika abgeschafft werden müssen, verteidigen viele politischen und kirchlichen Behörden den nächtlichen Kirchenglockenlärm mit allen Mitteln.

Nur etwa 10 % der betroffenen Behörden reagieren professionell - das heisst in Einklang mit der Lärmschutzverordnung.
Gemäss Lärmschutzverordnung ist der Charakter des Lärms, Zeitpunkt und Häufigkeit des Auftretens sowie die Lärmvorbelastung zu berücksichtigen. Entscheidend ist dabei, dass nicht auf das subjektive Lärmempfinden Einzelner abzustellen, sondern eine objektive Betrachtung unter Berücksichtigung von Personen mit erhöhter Empfindlichkeit vorzunehmen ist.

Kommentar in Bezug auf Kirchenglockenlärm:

  • Charakter: schnell ansteigend, hart und hässlich (Metall auf Metall), an die Zeit erinnernd
  • Zeitpunkt: während der Nachruhezeit
  • Häufigkeit: häufig, nämlich 37mal pro Nacht (22-7 Uhr)
  • Lärmvorbelastung: gering (Flugzeuge und Lastverkehr haben Nachtruhe), deshalb speziell auffallend
  • subjektive Lärmempfinden Einzelner: wenn 10 % der Bevölkerung durch Kirchenglockenlärm gestört werden, alsomehr als 700'000 Einwohner der Schweiz, sind das mehr als „Einzelne“
  • objektive Betrachtung: Lärmmessung
  • Personen mit erhöhter Empfindlichkeit: die 10 % der Bevölkerung, welche von Kirchenglockenlärm gestört werden

Die meisten handeln nicht nur unprofessionell sondern vielfach auch irrational, stur und unbarmherzig. Anstatt die Tradition der Nachtruhe wieder einzuführen, werden vielerorts unnütze Umfragen und Abstimmungen durchgeführt, juristische Winkelzüge ausprobiert und die Kläger eingeschüchtert.

Der Stand der aktuellen Glockenlärmklagen wird in folgender Tabelle präsentiert. In roter Schrift sind neue Informationen dargestellt. Blau unterlegt sind die wenigen Gemeinden, welche angemessene Schritte unternommen haben.

 
Wo Wer Was Wann Publikation
1
Amriswil Georg und Rosmarie Kunz Kirchgemeindeversammlung hat eine Änderung des Läutereglements abgelehnt. Auch der Gemeinderat wird nicht aktiv. Nun muss das Rentner-Ehepaar einen Rekurs an das Departement Bau und Umwelt machen. 1.2.06

2.6.06

Thurgauer-Zeitung

IG Stiller

2
Andermatt Anonym Von 22 bis 7 Uhr wird auf den Repetitionsschlag verzichtet. Immer noch wird die Nachtruhe viertelstündlich gestört. 11.4.05 20minuten.ch
3
Balgach Ilona und Marcel Walser Gemäss Mitteilung der Gemeinde Balgach vom 6.3.06 hat der Gemeinderat die Immissionsklage betreffend Einstellung Kirchengeläut aufgrund des Wegzuges des Klägers als erledigt abgeschrieben. Auf Antrag der zur Erarbeitung eines Lärmschutzreglements eingesetzten Arbeitsgruppe wurde beschlossen, auf den Erlass eines Reglements zu verzichten. Da das versprochene Lärmschutzreglement um das Kirchenläuten herum aufgebaut wurde, da also das Morgenläuten um 6 Uhr unverändert geblieben wäre und da auch in Zukunft täglich bis zu 40 Minuten Glockenlärm möglich gewesen wäre, ist die betroffene Familie weggezogen. 6.3.06

2.6.06

Balgach online

IG Stiller

4
Balgrist ZH Anonym Die evangelische Kirche organisiert eine Umfrage. 27.3.06 NZZ
5
Beinwil am See Alfons Gabriel Nachdem die Gemeinde nichts unternehmen wollte, liegt die Sache jetzt vor dem Regierungsrat des Kantons. Am 8.5.6 fand das grosse Läuten von Beinwil statt. Dabei wurde der Kirchenglockenlärm beider Kirchen einzeln und zusammen gemessen. Das Protokoll über Lärmmessung wird eine Juni vorliegen. 30.1.96

9.5.06

12.5.06

Blick

Wynertaler Blatt

6
Bühler Anonym Ein Angriff auf die kultlosen Läuten wurde abgewehrt. Die Kirchenglocken werden wie bisher läuten. 16.9.05 Reformierte Nachrichten
7
Cham Heinz Mutti Niemand weiss wieso die Glocken läuten. 17.10.05 Neue Zuger Zeitung
8
Cully Anonym A la demande d’un habitant, l’église du bourg ne sonne plus les heures, entre 22 h et 6 h, et suscite la controverse. Les cloches réduites au silence font du bruit... 22.12.05

15.4.06

24 heures
9
Degersheim, evangelische Kirche Anonym Seit Ostern 05 erfolgt in der evangelischen Kirche zwischen 22 und 6 Uhr kein Zeitschlag mehr. „Man schläft einfach besser“ meinte der Pfarrer dazu. 27.3.05 Appenzeller Zeitung
10
Elsau ZH Bruno „Hallo...ich wohne in Elsau ZH. Vor ein paar Monaten war im Dorf eine Kampagne gegen Lärm. Da dachte ich, ich schreibe der Kirchenpflege einen Brief sie sollen sich auch daran beteiligen und die Glocken nachts abstellen. Was ist passiert? Nichts! …“ 14.10.05 nachtruhe.info
11
Freienbach Anonym Der Fluch des heiligen Bimbam hat Ausserschwyz erreicht….. 4.3.06 Tagesanzeiger
12
Glattfelden Anonym Die Glocken der reformierten Kirche werden nach einem einjährigen Unterbruch sonntags um 7 Uhr wieder den Ruhetag einlärmen. Allerdings weniger lang und weniger laut wie früher. Zudem entfällt das sonntägliche Vorläuten. 30.6.05

4.3.06

Zürcher Unterländer
13
Gossau ZH Christian Frei „Zuwenig laut“, war das Urteil des Verwaltungsgerichtes. Dies wurde vom Bundesgericht bestätigt. Unterdessen läuft eine zweite Klage mit einem zusätzlichen Kläger, welcher neben der Kirche ein Haus besitzt. Hier ist der Kirchenglockenlärm sicher genug laut.
Nachdem die Gemeinde trotzdem nichts unternahm, und der Statthalter nicht einschreiten wollte, wurde am 2.6.06 ein Rekurs ans Bezirksgericht eingereicht: „Das Urteil des Statthalters F. Kreienbühl ist mangelhaft begründet und entspricht nicht der aktuellen Rechtssprechung. Der Statthalter bestätigte … zudem am 18.5.2006 telefonisch, Kirchenglocken-Immissionen seien kein Lärm – obwohl dies gemäss LSV und Bundesgericht unbestritten eine Lärmart ist. Herr Kreienbühl ist in seinem Urteil befangen und begünstigt dadurch den Lärmverursacher. Dieses Verhalten ist unkorrekt und bedarf einer gerichtlichen Beurteilung, die mit einer Strafe verbunden ist. Die Funktion des Statthalters F. Kreienbühl als unabhängiger Richter ist in Frage gestellt.“
21.3.06 Kassensturz
14
Günsberg Bruno Affolter Trotz den Messungen, welche eine zu hoher Lärmbelastung gezeigt haben, weigert sich der Gemeinderat den Bürger zu schützen. 9.3.06 Solothurner Zeitung ?
15
Hemberg Verkehrsverein Gemäss Entscheid der Kirchenvorsteherschaft wird zwischen 22 und 8 Uhr abgestellt 28.3.06 Appenzeller Zeitung
16
Horn Anonym Antrag auf Nachtruhe abgelehnt. 16.3.06 Bodensee-Nachrichten
17
Illnau Anonym Die Illnauer Kirchenglocken läuten früh. Zu früh, wie zwei Anwohner finden. Anders als in anderen Gemeinden wird über das Frühgeläut jedoch nicht mit juristischen Mitteln gestritten. Es zeichnet sich eine einfache Kompromisslösung ab. 20.1.06 Landbote
18
Kyburg Anonym Die Kirchgemeindeversammlung will, dass das Morgenläuten wieder um 5.30 erklingt. Gefordert wird Nachruhe bis 7 Uhr, wie das im Polizeireglement vorgesehen ist. 9.12.05 Tagesanzeiger, Landbote, Zürcher Oberländer
19
Pfäffikon Anonym 6 Uhr Läuten wurde von drei auf eine Minute verkürzt und dann wieder auf 3 Minuten verlängert 27.3.06 NZZ
20
Rorschach Anonym Reklamation wegen kultischem Läuten am Sonntag. 16.3.06 IG Stiller (persönliche Mitteil. ref. Pfarrer)
21
Schwyz Anonym Auch das Glockengeläute der St. Martins-Kirche in Schwyz stört. 20.7.05 Zisch Zentralschweiz online
22
St. Gallen Heiligkreuz IG Stiller Die Umfrage der IG Stiller zeigt, dass sich viele Menschen nachts am Glockenlärm stören. Nicht alle Kirchen wollen aber barmherzig handeln.
Die Sache liegt jetzt bei der Fachstelle Umwelt und Energie der Stadt St.Gallen.
30.9.05

3.6.06

St. Galler Nachrichten

IG Stiller

23
St. Peterszell Anonym Stören die Glocken die Jakobspilger? 8.6.05 Appenzeller­ Zeitung
24
Trogen S. Büechi &
M. Matter
Der Gemeinderat hat den Entscheid des Umweltschutzamtes in Herisau ans Verwaltungsgericht des gezogen. Dieses hat im Mai 06 entschieden nicht auf die Beschwerde des Gemeinderates einzutreten. Die Gemeinde Trogen muss Fr. 2500 Parteienentschädigung zahlen. 11.10.05

3.6.06

Tagesanzeiger

IG Stiller

25
Udligenwil Anonym Der Gemeinderat hat eine Lösung in Aussicht gestellt. 2.6.06 IG Stiller
26
Weinfelden Anonym Die Kirchgemeindeversammlung vom 16. Januar 2006 hat beschlossen nichts zu ändern. 17.12.05 Tagblatt
27
Wiesendangen Anonym Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass Messungen durchgeführt werden müssen und zwar nicht nur beim Kläger sondern auch in der Nähe der Kirche.
Die Resultate sind vernichtend. Viertelstunden- und Stundenschläge sind an zwei von drei Messpunkten zu laut! Das Frühgeläut ist an allen drei Messpunkten zu laut! Sogar bei geschlossenem Fenster werden Messwerte überschritten!
20.7.05

29.5.06

Tagesanzeiger

nachtruhe.info

28
Wil Hans Fuchs Der Gemeinderat lehnt es ab die Nachtruhe seiner Bürger zu schützen. Ein Rekurs ist in Vorbereitung. 1.6.06 Wiler Zeitung
29
Zug Arwed Bamert Nachdem 2005 der Stadtrat entschieden hat, den nächtlichen Glockenlärm nicht einzuschränken, ist Arwed Bamert ausgezogen und sucht in der Peripherie der Stadt eine glockenlärmfreie Wohnung – bisher ohne Erfolg. 2.6.06 nachtruhe.info
30
Zürich,
Altstätten
Helga Willems Anwohnerin verlangt Abschaltung des Zeitschlages in der Nacht. Umweltschutzbehörden empfehlen Kirche nachts auf den Zeitschlag zu verzichten - haben sich bisher aber noch nicht durchgesetzt. 20.7.05 Tagesanzeiger
31
Zürich, Neumünster Anonym Nachts werden nur noch die Stunden geschlagen (Verzicht auf nächtlichen Viertelstundenschlag). 1.5.05 Kirchenblatt Neumünster
 
 
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