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Glockenschlag raubt den Schlaf in Bad Holzhausen  
8. Oktober 2009
Quelle: Westfalen-blatt.de (Von: Kathrin Kröger)

Roland Westermann: Zu laute Kirchenglocken in Bad Holzhausen.Beliebter Brauch oder Lärmbelästigung?

In der evangelischen Kirchengemeinde Bad Holzhausen ist ein Streit um das Läuten der Kirchenglocken entbrannt. Simone und Roland Westermann, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gotteshaus wohnen, fühlen sich um ihren Schlaf gebracht. Stein des Anstoßes ist das sonntägliche Läuten.

Die Glocken erklingen Schlag sechs, acht, neun sowie eine viertel Stunde vor Beginn des Gottesdienstes als Vorläuten. »Der Sonntag ist der einzige Tag, an dem ich etwas länger schlafen kann. Und regelmäßig ist es punkt 6 Uhr vorbei mit der Nachtruhe«, sagt Roland Westermann. »Mit meinem Glauben hat das rein gar nichts zu tun. Wir haben in dieser Kirche geheiratet, unsere Kinder sind dort konfirmiert worden. Doch das ist einfach eine Lärmbelästigung«, ergänzt Ehefrau Simone. Die Kirchenglocken also abschaffen? Nein, das will das Ehepaar keineswegs. »Uns würde es schon reichen, wenn wenigstens ein Geläut am Sonntagmorgen entfallen würde«, betont Roland Westermann.

Darauf besteht jedoch wenig Hoffnung. »An den Zeiten soll sich nichts ändern«, sagt Pfarrerin Hilke Vollert. Das Läuten entspreche der örtlichen Tradition. Und genau diese Argumentation kritisiert das Ehepaar Westermann. »Das Leben ist nicht mehr wie vor 100 Jahren. Es ist stressiger und schnelllebiger geworden. Wer als Schichtarbeiter um 6 Uhr nach Hause kommt, findet hier vor 9.45 Uhr nicht in den Schlaf.«

Als Vorsitzende des Presbyteriums hat Hilke Vollert von dem Glockensachverständigen des Landeskonservators und der evangelischen Kirche von Westfalen, Claus Peter, ein Gutachten erstellen lassen. Dieses besage, dass die Anzahl der Geläute, insbesondere am Sonntagmorgen, nicht zu beanstanden sei.

Zudem habe die Kirchengemeinde mit Rücksicht auf die Nachbarn bereits Maßnahmen zur Schallisolierung im Glockenturm unternommen - und den Auftrag für weitere Schallisolierung erteilt. Das werde »in den nächsten Wochen« passieren, heißt es in einem Brief der Kirchengemeinde vom 3. September an das Anlieger-Ehepaar. »Das ist uns zu unkonkret. Vor einem halben Jahr haben wir bereits unser Anliegen vorgebracht, doch es ist noch immer nichts passiert«, sagt Roland Westermann.

Gesetzeslage

Seit 1998 gibt es eine technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm des Bundes. Die Neufassung sieht eine Lautstärkebegrenzung für das Kirchengeläut vor. Das liturgische Läuten sei jedoch nach wie vor geschützt, erklärt die evangelische Kirche von Westfalen. Das Zeitläuten hingegen darf einen bestimmten Grenzwert für Wohngebiete nicht überschreiten. Eine Klage gegen einen zu lauten Stundenschlag hatte beispielsweise vor dem Landgericht Aschaffenburg Erfolg.

Ganze Story: Westfalen-blatt.de - bad holzhausen kirchenglocken laerm

 
 
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