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"Die Glocken erinnern an das Dogma."

Saajid Zandolini (Künstler und spiritueller Lehrer)
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Glockenstreit in Trogen nach 10 Jahren beendet  
29. April 2009
Quelle: Tagblatt.ch (Von: Yvonne Bugmann)

Kirchenglocken in Trogen: Glockenstreit der IG Stiller beendet.

Der Glockenstuhl der evangelischen Kirche im ausserrhodischen Trogen ist mit einer Täferung aus Lärchenholz verschalt worden. Dadurch konnte der Schallpegel des Geläuts reduziert und der seit mehreren Jahren andauernde Streit beigelegt werden.

Trogen. Die reformierte Kirche in Trogen schlägt jede Viertelstunde die Zeit – Tag und Nacht. Was viele Dorfbewohner überhaupt nicht stört, bringt manchen Anwohner um den Schlaf. Oder besser: brachte. Denn im Dezember wurden im Glockenstuhl der Kirche Schallschutzwände installiert. Nun geht für die IG Stiller ein zehnjähriger Streit mit der Gemeinde Trogen zu Ende, wie sie gestern mitteilte.

Zu laute Glocken

Anwohner hatten vor zehn Jahren beantragt, das nächtliche Geläut der Trogner Kirche abzustellen. Der Gemeinderat trat jedoch nicht darauf ein. 2004 wurde die IG Stiller gegründet, die sich in der ganzen Schweiz gegen «übermässigen Glockenlärm» zur Wehr setzt. Im Jahr 2006 entschied das Ausserrhoder Verwaltungsgericht als Folge einer Klage von Mitgliedern der Interessengemeinschaft, dass der Gemeinderat Lärmmessungen durchführen müsse.

Die Messungen wurden vor zwei Jahren von der Materialprüfungsanstalt Empa durchgeführt und ergaben, dass der vom Bundesgericht angewandte Richtwert von 60 Dezibel bei der Trogner Kirche überschritten wurde. Deshalb wurde für 23 000 Franken die Schallschutzwand gebaut. Vor kurzem hat die IG Stiller eine Nachmessung durchgeführt. «Wir können bestätigen, dass der Richtwert nun nicht mehr überschritten wird», sagt Samuel Büechi von der IG Stiller. Ganz zufrieden ist der 50jährige Apotheker trotzdem nicht.

Zum einen ist der Richtwert von 60 Dezibel umstritten, da dieser vom Fluglärm abgeleitet werde.

Läuten als Machtdemonstration

Zum anderen wäre es der IG Stiller lieber, wenn die Kirchenglocken in der Nacht überhaupt nicht läuten würden. An vielen Orten sei dies bereits der Fall, so zum Beispiel im Quartier Rotmonten in St. Gallen. «Es ist naheliegend, während der gesetzlichen Nachtruhe auch auf die Kirchenglocken zu verzichten», heisst es von seiten der IG Stiller.

Geschichtlich gesehen sei der Zeitschlag der Kirchen eine Machtdemonstration gewesen, so die IG Stiller. Wer die lautere Glocke hatte, hatte mehr Macht. Besonders deutlich werde das in der Stadt St. Gallen, wo der katholische Dom mit der reformierten Laurenzenkirche um die Vorherrschaft kämpfte.

Der St. Galler Dom ist denn der IG Stiller auch ein Dorn im Auge: «Die Glocken schlagen dort bis zu achtmal pro Stunde.

» Das Beispiel zeigt deutlich: In Trogen gibt sich die IG Stiller nun zwar zufrieden, in anderen Städten in der ganzen Schweiz geht der Kampf um die Nachtruhe jedoch weiter.

Quelle: Tagblatt.ch/aktuell/appenzell/tb-ap/Leiser-die-Glocken-nun-klingen

 
 
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