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"...Das Bundesgericht betont die Notwendigkeit einer ungestörten Nachtruhe, weil tagsüber die Nervenkräfte des heutigen Menschen stark beansprucht werden.
Es weist darauf hin dass das Bimmeln von Kuhglocken zur Nachtzeit, d.h. vor allem dann, wenn der Strassenlärm abgenommen hat, besonders lästig ist..."

Bundesgericht, Lausanne
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Käufer von Grundstücken in Oberallgäu müssen Glockenlärm vertraglich hinnehmen  
25. Juli 2011
Quelle: Augsburger Allgemeine (Von Stephanie Heckel)

Im Oberallgäu müssen sich Käufer von Grundstücken vertraglich verpflichten den Glockenlärm hinzunehmen.

Trotzdem wurde in Kempten das Frühgeläut um eine Stunde auf sieben Uhr verschoben.

Kempten: Glocken läuten später

Seit Kurzem nämlich schlagen die Glocken in Kempten in der Früh später als zuvor. Nachdem sich ein neuer Anwohner über den morgendlichen „Geräuschpegel“ beschwert hatte, wurde das Angelusläuten von 6 auf 7 Uhr verlegt – auch der Stundenschlag nach der Nacht beginnt nun erst um sieben.

„Es gab einige Aufregung“, bestätigt Pfarrer Aleksander Gajewski, der in seiner Schilderung zugleich um Ausgleich bemüht ist: Der Mieter, auf dessen Betreiben das Geläut verschoben worden sei, befinde sich in einer familiär schwierigen Situation. Deshalb habe man sich bemüht, ihm entgegen zu kommen. Erzwingen können hätte der Mann nämlich nichts: „Uns hätte jedes Gericht recht gegeben.“ Das morgendliche Läuten sei Kulturgut – und wegen eines Passus im Regelwerk des Bebauungsplans für das Gebiet praktisch unantastbar.

Tatsächlich, berichtet Stadtplanerin Antje Schlüter, hat sich Kempten im Fall Lenzfried juristisch abgesichert. Denn aus dem „Schaden“, dass bundesweit Prozesse geführt würden wegen Kirchen- und Kuhglocken oder dem Weckruf der Hähne, sei man klug geworden. Als es also um das Neubaugebiet neben der Lenzfrieder Kirche ging, habe man – einzigartig in der Stadt – folgenden Abschnitt in den Bebauungsplan aufgenommen: „Kirchengeläute: In unmittelbarer Nähe zum Plangebiet liegt die katholische Klosterkirche „St. Magnus“. Mit liturgischem und außerliturgischem Kirchengeläute und den daraus folgenden Immissionen ist zu rechnen, die entstehenden Beeinträchtigungen sind im gesetzlichen Rahmen zu dulden.“

Um ganz sicher zu gehen, schrieb die Bau- und Siedlungsgenossenschaft (BSG) Allgäu die Duldung auch in die Kaufverträge – und zwar von der Glocke übers Golfen bis zur Gülle. „Es ist schade, wenn Einzelne gewachsene Strukturen zerstören“, findet Stadtplanerin Schlüter...

Dass viele auf dem Land leben, das Landleben aber nicht ertragen wollen – dagegen sichern sich zunehmend auch Oberallgäuer Gemeinden ab. Beispiel Wiggensbach: Baugrundstücke verkauft die Gemeinde traditionell selbst. Die Verträge, sagt Bürgermeister Thomas Eigstler, enthalten gewissermaßen einen „Allgäu-Teil“. Darin ist geregelt, dass die Käufer Glocken und Gülle hinnehmen müssen...

Ganzer Bericht: Augsburger-allgemeine.de/In-Kempten-laeuten-die-Kirchenglocken-jetzt-eine-Stunde-spaeter

 
 
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