IG Stiller - www.nachtruhe.info
"Von Seiten des Bistums besteht keine Verpflichtung, die Kirchenglocken morgens zu läuten.
Noch weniger besteht eine Vorschrift bezüglich des Zeitpunktes des Glockengeläutes..."

Ivo Fürer, Altbischof Bistum St. Gallen
Ivo Fürer, Altbischof Bistum St. Gallen

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IG Stiller Pressemitteilung : Nächtlicher Zeitschlag auf dem Rückzug  
28. Juli 2015

Dom in St. Gallen - psychedelische FarbenIG Stiller - Pressemitteilung vom Juli 2015

Nächtlicher Zeitschlag auf dem Rückzug

Mit dem Verzicht auf den nächtlichen Zeitschlag erfüllen immer mehr Kirchgemeinden eine zentrale Forderungen der IG Stiller. Die neueste Meldung kommt aus Zug, wo in der Stadt gleich zwei Kirchen den nächtlichen Zeitschlag abgestellt haben. Berichte aus Bern und Zürich aus dem Jahr 2014 bestätigen diesen Trend. In Winterthur setzen die katholischen Kirchen seit 2013 den Zeitschlag nachts aus und auch in St. Gallen kommen die Hälfte der städtischen Kirchen ohne nächtlichen Zeitschlag aus.

Im Nachklang zu den beiden juristischen Prozessen gegen den nächtlicher Zeitschlag von Trogen und Gossau ZH, ist es in der Schweiz zu einem Umdenken gekommen. Interessanterweise trotz des Misserfolges von Gossau ZH, wo es nach damaliger Beurteilung nur knapp zu laut war und die Kirche keine Massnahmen ergreifen musste. Einen wesentlichen Beitrag zum Meinungsumschwung hatte eine Studie der ETH geleistet. In dieser wurde der Einfluss des Zeitschlages auf den Schlaf wissenschaftlich untersucht:
NZZ.ch - Glocken stören stärker als bisher angenommen

Damit wurde der alte Richtwert für Kirchenglockenlärm von 60 dB - nach welchem die Fälle Trogen und Gossau ZH beurteilt wurden - ausser Kraft gesetzt. Neue Prozesse müssen nach der neuen Methode beurteilt werden, bei welcher die Anzahl Aufwachreaktionen bei Anwohnern aufgrund von Lärmmessungen berechnet werden. 2006 hatte die IG Stiller eine Überprüfung des alten Richtwertes beim BUWAL angemahnt:
Pressemitteilung IG Stiller Juli 2006

Das Umdenken in Bezug auf den Zeitschlag hat dazu geführt, dass Kirchgemeinden von sich aus den nächtlichen Zeitschlag abstellen oder einschränken. Rund die Hälfte der Kirchen in den deutschschweizer Ballungszentren verzichten ganz auf nächtlichen Zeitschlag. Im Kanton Zürich sind es eher die Katholischen im Kanton St.Gallen eher die Reformierten, welche die Zeichen der Zeit erkannt haben.
 

Dazu folgende Berichte:

  • Aus Zug berichtete kürzlich die Luzerner Zeitung: "Immer mehr Kirchenglocken verstummen des Nachts. Grund: Für viele Anwohner ist der Stundenschlag offenbar eine Lärmbelästigung. Auch im Kanton Zug schweigen zahlreiche Kirchtürme nachts. In der Stadt Zug etwa erklingen die Glocken der Kirchen Gut Hirt und St. Johannes abends um 22 Uhr zum letzten Mal und dann ab 6 Uhr wieder. Die Kirchen St. Oswald, Bruder Klaus in Oberwil und St. Michael schlagen in dieser Zeit nur zur vollen Stunde. Auch in Baar und Rotkreuz sind nachts keine Glocken zu hören."
    (Neue Luzerner Zeitung: Weiter Glocken verstummen)
     
  • Bereits 2014 berichtete ein entrüsteter Berner Blogger im Bund "Anwohner und Interessengemeinschaften wollen dem nächtlichen Stundengeläut der Kirchenglocken den Garaus machen. In der Länggasse ist es bereits passiert. Auch in Bethlehem, im Wankdorf und im Kirchenfeld. Und nun soll es auch in Worb geschehen: Man will die Kirche nicht länger im Dorf lassen, oder zumindest das Glockenläuten zum Stundenschlag aussetzen. ……"
    (DerBund.ch - Glockenläuten fürs Gemüt)
     
  • Aus Zürich berichtete der Tagesanzeiger 2014 unter dem Titel "Heiliger Bimbam ruht", "Nun kommt seit einiger Zeit Bewegung ins nächtliche Läuten…. Laut TA-Recherchen haben bereits 15 von 34 reformierten Kirchgemeinden ihren Kirchenglocken Nachtruhe auferlegt. Bei den katholischen Gotteshäusern sind es gar 16 von 24."
    (Tages Anzeiger - Heiliger Bimbam ruht)
     
  • Winterthur: Immerhin die katholischen Kirchen verzichten seit 2013 auf nächtlichen Zeitschlag. "Ab 22 Uhr werden künftig die Glocken aller katholischen Kirchen in Winterthur schweigen und damit die nächtlichen Stunden- respektive Viertelstundenschläge abgestellt."
    (Kath.ch - Glockengeläut in Winterthur)
     
  • Aus der Stadt St.Gallen berichtete das Tagblatt unter dem Titel "Wo nachts die Glocken schweigen“ schon 2010: "Die IG Stiller und die Kirchgemeinden streiten sich um den nächtlichen Glockenschlag. Ein Blick in die Gallusstadt zeigt derweil, dass es neben rund der Hälfte aller Kirchen in der Nacht ruhig ist."
    (Tagblatt.ch - Wo nachts die Glocken schweigen)
     

Mit stillen Grüssen

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www.laermsensible.org

Bild: zur freien Verfügung unter Hinweis auf den Fotografen (Dr. Samuel Büechi) oder seine Webseite (www.laermsensible.org)

 
 
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