IG Stiller - www.nachtruhe.info
"...und zur Unzeit wird weder geläutet noch hat irgendein Muezzin die Ruhe von uns Nachbarn zu stören."

Peter Bodenmann (Alt SP-Präsident)
Peter Bodenmann (Alt SP-Präsident)

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IG Stiller - Pressemitteilung Juli 2008 : Wildes Läuten in Trogen und Stille Nacht Deutschland  
15. Juli 2008
Quelle: Nachtruhe.info

Pressemitteilung IG Stiller - 15. Juli 2008
Quartalsbericht

Schweiz

Trogen: Wildes Läuten: Heute Morgen wollte das Elf-Uhr-Läuten nicht mehr aufhören. Der von der IG Stiller alarmierte Gemeinderat war ziemlich ratlos („Da können wir nichts machen. Das ist Sache der Kirche“). Dank dem beherzten Einsatz des Bausekretärs konnte das wilde Läuten dann nach halb zwölf doch noch ohne Hilfe der Verantwortlichen der Kirchgemeinde gestoppt werden.

Gut so, denn die politische Gemeinde ist mitverantwortlich [gemeinsames (politisch/kirchliches) Läutereglement]. Ob es sich beim wilden Läuten um die Fortsetzung der Pannenserie handelt, welche im Jahr 2005 durch den Blitzschlag ausgelöst wurde, muss noch abgeklärt werden.

Neue Website der IG Stiller: Der Webauftritt der IG Stiller wurde vollständig überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Jetzt können sich Interessenten direkt über die Website als Mitglieder eintragen lassen und den Newsletter noch einfacher abonnieren.

Die Kernpunkte: „Bibel und Glocken“, „Aberglaube“, „Lärm-Umfragen“ und ähnliche Themen wie z.B. „Kuhglocken“ sind nun direkt abrufbar. Die Zitate von berühmten Persönlichkeiten, die bis in die Jahrhunderte zurückgehen, zeigen eindrücklich, dass übermässiger Gebrauch von Glocken schon oft auf Unverständnis und Widerstand gestossen ist.
(www.nachtruhe.info)

Affoltern am Albis: Die Gemeinde hat einen Bürger hingehalten, der sich am Kirchenglockenlärm stört. Zu Unrecht - wie jetzt das Verwaltungsgericht befunden hat. Wenn um die Lautstärke des Kirchengeläuts gezankt wird, sind in erster Linie die Gemeinderäte zuständig - nicht die Kirchenpflegen (Tages-Anzeiger vom 12.6.08).

Trogen: Rekurs gegen Schallschutz

Der Glockenstreit in Trogen nimmt eine überraschende Wendung: Ein Anwohner will nicht auf den ungedämpften Glockenklang verzichten. Er hat gegen die Schallisolierung des Glockenturms der reformierten Kirche Einsprache erhoben (Tagblatt vom 10.6.08).

Deutschland: IG Stille Nacht

Speziell in Südwestdeutschland laufen neuerdings verschiedene Fälle von Klagen gegen Kirchenglocken­lärm. Angeregt von der IG Stiller wurde dort eine IG Stille Nacht gegründet. Diese informiert uns, dass

1. in Augsburg im Juni ein "Gütetermin" vor Gericht zwischen kath. Kirche und Klägerin stattgefunden hat. Die Kirche ist bereit auf den nächtlichen Zeitschlag zu verzichten. Sie macht dies aber abhängig davon, dass das behördlich von 5 auf 6 Uhr verlegte Frühgeläut unangetastet bleibt.

2. in Heilbronn der Kläger die Sache dem Anwalt überlassen hat, der vor dem Gericht das Abstellen des Viertel- und Dreiviertelschlag mit der ev. Kirche vereinbart und anschließend in der Presse als guten Kompromiß dargestellt hat (Heilbronner Stimme vom 18.4.2008).

3. in Kirchberg/Iller das Landratsamt der Beschwerdeführerin (die im "reinen Wohngebiet" wohnt) zugesagt hat, auf Einhaltung der 35-dB-Lärmgrenze zu drängen und andernfalls das Glockenwerk abstellen zu lassen. Das zur Freude der Ruhefreundin vom Blitzschlag lahmgelegte Glockenwerk ist vorläufig wieder in Betrieb genommen worden.

4. sich bei Biberach eine Beschwerdeführerin an das Landratsamt gewandt hat. Es wird verlangt, die Viertelstundenschläge nachts abzustellen (Schwäbische Zeitung online 20.5.08).

5. bei Aschaffenburg eine Glockenlärm-Beschwerde an das Landratsamt eingereicht wurde. Wegen des infernalischen Lärms stehen die Chancen gut, zumindest eine Lärmminderung zu erreichen.

6. sich in Aßmannshardt die Frage stellt: Sind die Schläge der Aßmannshardter Kirchenglocken zu laut? Eine Schallmessung soll nun Aufschluss geben.
(www.szon.de/lokales/biberach/stadt/200805200019.html)

7. kürzlich auch der Fall von Haundorf bekannt wurde, wo ein Bayer (natürlich wieder ein auswärtiger) im Frankenland gegen Kirchenglockenlärm vorgeht
(www.tz-online.de/de/aktuelles/bayern/artikel_40662.html)

8. in Gundelsdorf eine Anwohnerin seit längerem versucht, die Kirche dazu zu bewegen, den Stundenschlag zwischen 22 und 6 Uhr abzuschalten. Vergebens. Nun landete der Fall vor dem Augsburger Landgericht (Augsburger Allgemeine, 24.6.08)

9. in Immenstadt, die Mannhardt-Turmuhr auf dem Rathausplatz nachts schweigt. Unter dem Titel „vorm Rathaus schlägt es leise die Stunden“ wurde kürzlich über die Restauration der Turmuhr berichtet (Schwäbische Zeitung online 24.6.08). Leider ist man in St. Gallen noch nicht so weit. Hier schlagen die städtischen Uhren (Waaghaus, Globus) auch nachts die Zeit – trotz Protesten aus der Bevölkerung.

10. dass auch in Aichach ein Prozess gelaufen ist. Erfolgreich, denn die Kirchenglocken der Stadtpfarrkirche in Aichach dürfen künftig nachts nicht mehr läuten. Bei Lärmmessungen habe man festgestellt, dass die Kirchenglocken mit ihrem Stundenschlag tatsächlich zu laut waren. Da die erforderlichen technischen Veränderungen zu teuer geworden wären, habe man sich entschlossen, von 22 bis 6 Uhr den Stundenschlag der Kirchturmglocken abzustellen
Kirchenglocken.ch - Aichach

11. in Ramshalden die Gemeinde voraussichtlich 2009 so vielen Zuschußforderungen bisher finanziell unberücksichtigter (nachtstiller) Konfessionen gegenübersehen wird, dass denkbar ist, dass sie die glockenzuschussverdächtigen 15.000 € an die nachtlärm­starken evangelischen Kirchengemeinden wegen Überforderung absenkt oder streicht.

12. der evangelische Kirchenrat in Bayern an einem Erlass über den Umgang mit nicht­ liturgischem Glockengebrauch arbeitet. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der evangelische Oberkirchenrat Stuttgart bereits 1967 (!) unter Nr. 928 seiner Kirchenrechtssammlung einen solchen Glockenerlass publiziert hat: Auf den nächtlichen Zeitschlag kann verzichtet werden. Das Morgenläuten sollte nicht vor 7 Uhr stattfinden. (Was den Forderungen der IG Stiller entspricht.)

 
 
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