IG Stiller - www.nachtruhe.info
"...Viele Kirchgemeinden müssen das musikalische Erlebnis verbessern.
Wenn die Kirchen so läuten, dass die Bewohner die Fenster schliessen, sind die Glocken zu laut, und ihr Klang ist unangenehm..."

Glockenexperte Matthias Walter in der Zeitschrift 'Sonntag'.
Glockenexperte Matthias Walter in der Zeitschrift 'Sonntag'.

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IG Stiller verdoppelt Erfolgsquote für das Jahr 2005!  
4. Januar 2006
Quelle: Pressemitteilung der IG Stiller

Cully 22-6 Uhr
Kurz vor Weihnachten wurde dank 24heures ein Fall von Glockenlärm aus dem Weindorf Cully bekannt. Trotz lautstarken Protesten einiger Traditionalisten schweigen jetzt die Glocken zwischen 22 und 6 Uhr [1].
Natürlich ist dies nicht der einzige Fall im Welschland. In Genf war Glockenlärm schon Ende des letzten Jahrhundert ein Thema [2]. Mit dem Fall von Cully verdoppelt sich unsere „Erfolgsquote“ fürs Jahr 2005.
Nachdem an Ostern schon in der evangelischen Kirche von Degersheim zwischen 22 und 6 Uhr auf den nächtlichen Stundenschlag verzichtet wurde, sind es mit Cully jetzt zwei Kirchen, welche 2005 die Nachtruhe wieder eingeführt haben.

Dijon 22-7 Uhr
Verschiedene Fälle von Kirchenglockenlärm aus Frankreich wurden vom Centre d’information et de documentation sur le bruit, der französischen Schwesterorganisation der IG Stiller gesammelt. So wurde z.B. in Dijon 2002 der Zeitschlag zwischen 22 und 7 Uhr eingestellt [3]. Mit einer Nachtruhezeit von 22 bis 7 Uhr werden die Minimalforderungen der IG Stiller erfüllt. Bravo. In der Schweiz ist dies bisher – soweit wir wissen - nur in Rheineck der Fall.

London 21-9 Uhr / (Society for the Suppression of Unnecessary Noise)
Hillel Schwartz berichtet in seiner Arbeit Noise and Silence, über eine von Julia Barnett Rice gegründete Vorläuferorganisation der IG Stiller, die Bewegung für die Unterdrückung unnötigen Lärms
(Society for the Suppression of Unnecessary Noise) in New York.
Frau Barnett Rice kämpfte erfolgreich gegen das unnötige Hupen der Schiffe auf dem Hudson River (bis 3000mal pro Nacht). Bei einer Begegnung mit dem Marcel Prevost in Paris 1906 mokiert sich Frau Barnett Rice über die europäische Mode, „mittels Kirchenglocken die Menschen nachts alle Viertelstunden zu wecken“.

Hillel Schwartz berichtet weiter über eine Lärmklage wegen Kirchenglocken in Zürich im Jahr 1905, über Bilbao, wo Bürger die Abschaffung des Kirchenglockenläutens gefordert hatten und über London, wo Glockenlärm zwischen 9 Uhr abends und 9 Uhr morgens verboten wurde. Bravissimo.

Insgesamt stellt Hillel Schwartz in der Arbeit mit dem Untertitel The Soundscape and Spirituality fest, dass die Bewegung zur Einschränkung des Kirchenglockenlärms Anfang des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts beachtliche Erfolge feiern konnte
. [4]

Dazu passt die Information vom Schweizer Glockenexperte Matthias Walter, wonach in dieser Zeit auch das kultlose Morgenläuten im Kanton Bern abgeschafft worden sei. [5]

[1] Le Régionale, 14.12.05, Cloche…merle: Présidé par André Kulling, le Conseil a encore débattu sur un «grave» problème de clocher. Ce dernier, habité par des cloches, a la malencontreuse habitude de sonner les heures et demi-heures. Or, la chose semble troubler le sommeil de quelques voisins du vénérable Temple. La Municipalité a donc décidé de museler les jacasseuses entre 22h et 06h du matin. Ceci a provoqué une discussion nourrie mais, le couvre-feu pour le Temple est maintenu de 22 à 6h.
Leregional.ch/www/article/article.php?rub=2&id=776&region=1

[2] 15. Rapport de la commission des pétitions chargée d'étudier la pétition concernant la sonnerie nocturne des cloches des églises. Rapport de Mme Mireille Gossauer-Zurcher (S), commission des pétitions.
Geneve.ch/grandconseil/memorial/data/530306/17/530306_17_partie12.asp

[3] Centre d’information et de documentation sur le bruit.
«Que faire contre les cloches de l’église qui sonnent tous les quart d’heures, de jour comme de nuit»
Infobruit.org

[4] Schwartz Hillel: Noise and Silence: The soundscape and Spirituality. University of California at San Diego. 1995.
Nonoise.org/library/noisesil/noisesil.htm

[5] Matthias Walter, Bern. Persönliche Mitteilung 2001.

 
 
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