IG Stiller - www.nachtruhe.info
"...Die Ohrenärzte sind beunruhigt von der Zunahme der Gehörschäden:
Für die schädlichen Wirkungen des Lärms ist die persönliche Einstellung weitgehend belanglos. Auch wer den Lärm 'nicht hört', wem er seiner Ueberzeugung nach 'nichts ausmacht', der wird, wie sich aus Experimenten zeigt, ungünstig beeinflusst..."

Laermliga.ch
Laermliga.ch

Sind Sie im Lärmschutz tätig?

Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Kontaktieren Sie uns

Kirchenglocken in Burgdorf - Lärm oder Genuss?  
13. Januar 2011
Quelle: D'Region Wochenzeitung (Von Heinz Kurth)

Heinz Kurth, Präsident des Altstadtleists Burgdorf in der Schweiz redet Klartext.

Heinz Kurth: Sind Kirchenglocken Lärm oder Genuss?

...Dass Altstadtbewohner in der Nähe des Kirchturms am Gebimmel nicht immer nur Freude haben, lässt sich nachvollziehen. Abhängig vom Wohlbefinden oder Ärger sind Distanz und Menge. Die Dezibel-Welle, welche durch die harten Altstadtgassen flutet, kann schon beträchtlich sein. Der Akustiker dürfte in vielen Fällen schon von Lärm sprechen.

...Das andere Kriterium wäre die Menge. Wussten Sie, wie oft unsere Burgdorfer Kirchenglocken läuten? Ich wage zu behaupten, nicht mal in Rom oder in der Tosca von Puccini läutet es so oft. Man unter­scheidet zwischen dem «Bürgerlichen Geläute» und dem «Kirchlichen Geläute». Beginnen wir mit Ersterem.
Es wird mal die Uhrzeit bekanntgegeben, jede Viertelstunde, und dann die Stunde je zwei Mal.

Um es zu verdeutlichen:

um Mitternacht schlägt es 28 Mal! Dann haben wir Werktagsgeläute um 7.00 Uhr («Laudes»), um 12.00 Uhr («Mittag»), 15.00 Uhr («Zvieri»), 18.00 Uhr («Vesper»). Dann gibt es noch «Geburtstagsglocken», «Totenglocken» und «Festglocken» an der Solätte, 1. August, Silvester und Neujahr. Kommen wir zum «Kirchlichen Geläute». Jeweils am Freitag um 9.00 Uhr haben wir das «Kindbettiläuten».
Am Samstag folgt das «Sonntag einläuten» (13’), am Sonntagmorgen das «erste und zweite Vorläuten» (je 5’), dann das «Gottesdienst einläuten» (13’), das «Gottesdienst ausläuten» (5’) und am Sonntagabend das «Sonntag ausläuten» (13’). Dann gibt es Spezialgeläute an Weihnachten, Bettag, Familien- und Kindergottesdiensten und Trauungen. Die Aufzählung macht mich fast schwindlig.

Niemand möchte angemessene Traditionen in Frage stellen. Aber einige Traditionen sind alte Zöpfe und überholt. Viele Traditionen hatten früher einen Sinn, weil nicht alle Leute eine Uhr besassen und mit dem Geläute an die Zeit oder Tagesabläufe erinnert werden mussten. Heute im Zeitalter von i-Phone und Swatch haben wir eine andere Ausgangslage. Meinen Sie nicht auch, «weniger wäre mehr»?

Könnten nicht mal die weltlichen und kirchlichen Behörden zusammensitzen und über die Prioritäten beraten – vor allem zugunsten der Bewohner der Altstadt und deren Umgebung? Lautet nicht eine gemeinderätliche Zielsetzung «Förderung des guten Wohnens in der Altstadt»?

Ganzer Bericht: Dregion.ch - kirchenglocken laerm genuss

 
 
Realisierung: RightSight.ch