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Das Wort "Glocke" kommt in der Bibel nicht vor!
"Läute dem Herrn und warte auf ihn" suchen wir darin vergebens.

Wir finden aber:
"Sei stille dem Herrn und warte auf ihn."

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Kirchenglocken in Deutschland: "Ernsthaft in Gefahr"  
22. Dezember 2008
Quelle: DDP-Meldung

Kurt Kramer sorgt sich um Deutschlands Kirchenglocken.

Rund zehn Prozent der schätzungsweise 60 000 Glocken seien «ernsthaft in Gefahr», sagt der Vorsitzende des Beratungsausschusses für das Deutsche Glockenwesen. «In den vergangenen 50 Jahren sind mehr Glocken kaputt gegangen als in den 500 Jahren davor.»

Die zum Teil Jahrhunderte alten Glocken sind zwar robust. Was ihnen jedoch zunehmend zusetzt, sind die Klöppel, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus immer härterem Stahl hergestellt wurden. Mit jedem Läuten hämmern die Klöppel vielerorts Furchen in die Glocken - sodass diese im schlimmsten Fall springen oder reißen könnten.

Je höher eine Glocke geläutet wird, desto stärker ist zudem die Belastung. Viele Läutemaschinen seien nicht optimal eingestellt, sagt Kramer, der indes keine Beispiele für gefährdete Glocken nennen will. Der Experte, der jedes Jahr rund 500 Glocken inspiziert, stellte jedoch bereits vor Jahren fest, dass diesen Ungemach droht. 2005 startete daher das EU-Forschungsprojekt «Probell» unter Federführung der Hochschule Kempten und des Beratungsausschusses für das Deutsche Glockenwesen. Untersucht wurden nicht nur deutsche Glocken, sondern etwa auch der Petersdom in Rom und Sacre Coeur in Paris. Die Studien sind laut Kramer bereits abgeschlossen, die Empfehlungen für die Praxis sollen Anfang 2009 offiziell vorliegen.

Als erstes müssen laut Kramer zahlreiche Klöppel überprüft und zu harte ausgetauscht werden. Dann geht es an die Einstellung der Läutemaschinen und die richtige Läutehöhe der Glocken, für die externe Firmen zuständig sind und deren Monteure möglicherweise eine spezielle, zusätzliche Schulung benötigen. Hohe Kosten sieht der Glockenexperte nicht auf die Gemeinden zukommen, da diese ohnehin eine jährliche Wartungspflicht hätten. Müsse ein neuer Klöppel her, sei dies in der Regel nicht ganz dringend, sodass die Gemeinden Zeit zur Planung der Finanzierung hätten.

Die Sanierung von Kirchenglocken ist derweil nach Angaben des Kulturreferenten der Deutschen Bischofskonferenz, Jakob Johannes Koch, ein teures Unternehmen. So könnten die Kosten für die Restaurierung einer denkmalgeschützten Glocke aus dem 14. Jahrhundert «bis in den oberen fünfstelligen Bereich gehen». Dies könne aus Kirchensteuermitteln allein nicht mehr bezahlt werden, die Gemeinden seien in einem solchen Fall auf Spenden angewiesen.

Koch sagt, die Gläubigen seien zwar gern bereit, für ihre Kirchenglocken zu spenden. Das Thema sei «emotional hoch besetzt», denn: «Wenn die Glocken nicht mehr läuteten, würde den Menschen schon etwas fehlen.» Über die örtlichen Gemeinden hinaus sei jedoch ein noch stärkeres Engagement der Gesamtgesellschaft wünschenswert, sagt Koch und plädierte zum Beispiel für Glockenpatenschaften.

Kramer fordert, auch die Politik müsse das Thema ernst nehmen und die Denkmalpflege finanziell entsprechend ausstatten. «Die Glocken hängen weit weg, das merkt man manchmal.» Ihm zufolge ist der gepflegte Umgang mit der Glocke übrigens ganz einfach: «Wenn man das Gefühl hat, der Klang ist so schön wie möglich, dann tut das auch der Glocke gut und die Läutebedingungen sind optimal.»

(ddp)

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.dernewsticker.de/news.php?id=71393.

Kommentar: Die IG Stiller warnt schon seit Jahren vor den Folgen des - speziell in der Ostschweiz üblichen - zu harten Läutens und Schlagens, bei welchem die Glocken Schaden nehmen, wie am Beispiel aus Trogen (siehe Bild) gut zu erkennen ist.

Absplitterung Trogen

Absplitterung Trogen

 
 
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