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"Was hören Sie beim Einschlafen?"
 
"Da lausche ich am liebsten der Stille."

Fabienne Louves (MusicStar 2007)
Fabienne Louves (MusicStar 2007)

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Kirchenglocken in Gundelsdorf: Ein neuer Gerichtsfall  
31. Juli 2008
Quelle: Augsburger-allgemeine.de (24. Juni 2008)

Neuer Gerichtsfall im Glockenstreit in Deutschland

Für eine Anwohnerin in Gundelsdorf klingeln die Glocken alles andere als süß. Nicht zur Weihnachtszeit und vor allem nicht in der Nacht. Seit längerem schon versucht sie die Kirche dazu zu bewegen, den Stundenschlag zwischen 22 und 6 Uhr abzuschalten. Vergebens. Nun landete der Fall vor dem Augsburger Landgericht.

Anstelle eines Urteils aber gab es einen höchstrichterlichen Vorschlag: Statt alle 15 Minuten zu vermelden, was die Stunde geschlagen hat, soll die Glocke nun nur noch alle 60 Minuten bimmeln. Ein Vorschlag, den die Diözese positiv bewertet - die Anwohnerin allerdings weniger.

"Gerade der Schlag zur vollen Stunde ist ja das Problem", sagte sie unserer Zeitung. Im Laufe der Zeit habe sie bemerkt, dass sie gerade davon aufwache. Das Bimmeln um Viertel, Halb oder Dreiviertel mache ihr weniger aus. "Mittlerweile muss ich schon Medikamente nehmen, um zumindest etwas Schlaf zu bekommen." Erschwerend hinzu komme, dass ihr Mann schwer erkrankt sei. "Und gerade jetzt im Sommer, wenn das Fenster gekippt ist, wacht er nach jedem Schlag auf."

Die Forderung der Anwohnerin lautet daher: "Keinen nächtlichen Stundenschlag mehr und auch am Sonntagnachmittag "wenigstens etwas Ruhe". Für sie ist unverständlich, dass beispielsweise in Aichach bei der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt aus ähnlichen Gründen vor kurzem der nächtliche Stundenschlag abgestellt wurde, in Gundelsdorf aber die Kirchenverwaltung auf Beibehaltung beharre.

Dr. Christoph Goldt, Pressesprecher der Diözese, hofft dennoch, dass der Kompromiss beiden Seiten gerecht wird. "Wir werden jetzt erst einmal die Vorschläge des Gerichts durchspielen", sagte er. Grundsätzlich sei die Kirche stets auf der Suche nach einer für beide Seiten befriedigenden Lösung. "Wir suchen das Entgegenkommen", betonte er. Andererseits aber stehe ein Kirchturm nun einmal nicht zur Zierde da.

Der Gundelsdorfer Glockenstreit ist kein Einzelfall: Beim Stundenschlag handelt es sich um ein weltliches Läuten, das im Gegensatz zu dem lithurgischen Läuten nicht durch das Grundgesetz geschützt ist.

Bislang sei der nächtliche Stundenschlag noch nicht auf den 60-minütigen Rhythmus umgestellt, sagt die Anwohnerin, die sich - sollte der Kompromiss scheitern - noch lange nicht geschlagen gibt. "Wenn uns die Gesundheit wichtig ist, müssen wir es weiter durchziehen."

Ganzer Bericht in: Augsburger-allgemeine.de/gundelsdorf-kirchenglocken
 


Ganz genau: Es geht im Kampf für die Wiedereinführung der Tradition der Nachtruhe allem voran um unsere Gesundheit.

Gemäss Dr. Christoph Goldt steht der Kirchturm also nicht nur einfach zur Zierde da. Aber steht er dazu da Lärm zu machen? Steht er dazu da die Menschen jede Viertelstunde mit den nächtlichen Weckschlägen (viertelstündlicher Zeitschlag) am Schlafen zu hindern?

Die IG Stiller begrüsst selbstverständlich das Engagement dieser Anwohnerin für mehr Stille in Gundelsdorf.

 
 
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