IG Stiller - www.nachtruhe.info
"Bei der Landwirtschaft gelten andere Gesetze.
So schützt auch die neue, bürokratisch-detaillierte Tierschutzverordnung auf 153 Seiten Wellensittiche und misst den Auslauf für Elche, aber den Nerven von Kühen mutet die Verordnung den lauten Glockenlärm direkt unter den schönen, weiss umflorten Ohren zu.
Feige wich das Bundesamt dem hergebrachten Brauchtum."

Beat Kappeler (Journalist und Autor)
Beat Kappeler (Journalist und Autor)

Sind Sie im Lärmschutz tätig?

Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Kontaktieren Sie uns

Hettlingen: Kirchenglocken-Streit endet mit Kompromiss  
20. Mai 2009
Quelle: Landbote (16. April 2009) Von: Christian Weiss

Die reformierte Kirche in Hettlingen beendet den Streitfall um das Glockengeläut mit einem Kompromiss.

(16. April 2009) Die reformierte Kirchenpflege Hettlingen will mit einem Kompromiss auf die Wünsche der Kirchenglockenbefürworter und der Nachtruhebefürworter eingehen.

Kirchenglocken-Streit in Hettlingen beendet.

Die Hettlinger Kirche wird auch weiterhin um 6 Uhr morgens läuten, allerdings wird nur noch mit der kleinsten und leisesten Glocke geläutet. Zudem wird die Dauer des Läutens von fünf Minuten auf vier verkürzt. Gar nicht mehr läuten werden die Hettlinger Kirchenglocken in der Nacht.

Mit dieser neuen Regelung kommt die reformierte Kirchenpflege den Forderungen von rund 40 Petitionären, die eine Einschränkung des Geläuts forderten, zwar nur teilweise entgegen. Wie der Wortführer der Petitionäre Markus Enz erklärt, habe er zwar noch nicht von allen Mitunterzeichnenden eine Rückmeldung erhalten. Er denke aber, dass sie mit dem Entscheid der reformierten Kirchenpflege
leben können: «Bei geschlossenen Fenstern hat man jetzt eine Chance, nicht geweckt zu werden.»

Ursprünglich wollte die Gruppe um Markus Enz eine Verschiebung des Morgengeläuts von 6 auf 7 Uhr und es am Samstag ganz abschaffen («Landbote» vom 11. März 2008). Das Vorhaben von Enz, der vor rund zwei Jahren nach Hettlingen in die Nachbarschaft der Kirche gezogen ist, stiess bei anderen Einwohnern auf Opposition. Eine Gegenpetition, die von rund zwei Dutzend Personen unterzeichnet wurde, forderte, dass Glockenschlag und Morgengeläut in bisheriger Form beibehalten werden.

Wie Kirchenpflegepräsidentin Beatrice Luck sagt, hoffe man, mit der neuen Regelung einen Kompromiss gefunden zu haben, mit dem beide Gruppen leben können. Zur Entscheidungsfindung hat Beatrice Luck auch zwei Gerichtsentscheide zum Thema Kirchengeläut studiert. «Aus diesen liess sich allerdings nicht klar ableiten, ob der Gesetzgeber uns dazu zwingen könnte, den Forderungen der Glockengegner nachzugeben.»

Zudem hat die Kirchenpflege auch Lärmmessungen durchgeführt. Diese haben mit dazu geführt, dass nur noch mit der leisesten Glocke geläutet wird. In der Zürcher Oberländer Gemeinde Bubikon hatte das Bundesgericht im Jahr 2000 entschieden, dass der Forderung einer Beschwerdeführerin, das Frühgeläut auf frühestens 7 Uhr zu verschieben, nicht stattgegeben wird. In Kyburg hiess die Baurekurskomission 2008 hingegen den Antrag auf Verschiebung des Frühgeläuts von 5.30 Uhr auf 6 Uhr werktags und 7 Uhr am Samstag gut. Im Falle der Kirche Kyburg musste die Politische Gemeinde gar die Verfahrenskosten der Beschwerdeführerin in Höhe von 4400 Franken übernehmen
(«Landbote» vom 10. Januar 2009).

Die Kirchgemeinde Hettlingen befürchtete teure Gerichtsverfahren.

Die Gefahr hoher Kosten und ein grosses Prozessrisiko nennt die reformierte Kirchenpflege Hettlingen als Gründe für die Anpassung des Morgengeläuts.

Kirche Hettlingen befürchtet "Teure Gerichtsverfahren" im Kirchenglocken-Streitfall.

Landbote.ch

 
 
Realisierung: RightSight.ch