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Peter Cerwenka

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Korneuburg in Niederösterreich: Anrainer gegen Kirchenglocken  
2. Juli 2010
Quelle: Noe.orf.at (Vom 8. April 2010)

Korneuburg: Anrainer gegen Kirchenglocken

In Korneuburg werfen einige Anrainer dem Pfarrer vor, dass die Kirchenglocken zu laut und zu oft läuten. Sie haben der Stadtgemeinde ein anonymes Schreiben geschickt, in dem sie verlangen, dass die Lautstärke reduziert wird.

Gesundheitliche Bedenken werden angeführt
Die Glocken der Pfarrkirche in Korneuburg am Kirchenplatz 1 läuten in der Früh, zu Mittag und am Abend und durchschnittlich ein Mal pro Tag wird zur Messe zusammengeläutet. Zudem schlagt die Glocke im Viertelstundentakt - zuerst ein Mal, dann zwei Mal und zur Dreiviertelstunde drei Mal.

Einigen Anrainern ist das zu viel. In einem anonymen Schreiben äußern sie ihre Bedenken, die Initiatorin wollte aber nicht vor die "NÖ Heute"-Fernsehkamera. "Es werden in dem Schreiben gesundheitliche Bedenken angeführt, aber vor allem dürfte es eine persönliche Störung sein", sagt Pfarrer Stefan Koller.

Pfarrer verweist auf die Tradition
Eine genaue Vorschrift, wie oft die Glocken zu läuten haben, gibt es nicht, Stefan Koller, der seit 1. Jänner 2009 Pfarrer in Korneuburg ist, verweist jedoch auf eine Tradition.

"Es ist eine Frage unserer Kultur, und es ist ja nicht nur eine christliche Angelegenheit, dass durch ein akustisches Signal zum Gottesdienst gerufen wird", erklärt der Korneuburger Pfarrer.

Kritiker fordern, dass Glocken leiser läuten
In Zeiten von Mobiltelefonen und Armbanduhren habe das Läuten der Turmuhr im Viertelstundentakt, keine Bedeutung mehr, so sehen es die Kritiker des Pfarrers. Sie verlangen von ihm, die Läutdauer und die Lautstärke auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

"Von der Lautstärke her kann ich nichts machen, denn Glocken kann man nur ein- und ausschalten", sagt Koller.

Pfarrer sucht das Gespräch mit Anrainern
Pfarrer Koller will auf jeden Fall das Gespräch mit den Anrainern suchen. Er hofft - wie auch die Verfasser des Schreibens - auf eine einvernehmliche Lösung.

Ganzer Bericht: Noe.orf.at - anrainer kirchenglocken


Eine Leserzuschrift zum Fall Korneuburg:

Kultur und Glockenlärm

Sehr abwertend und halt auch sehr einfach, wenn sich die Kirchenobrigkeit, im konkreten Fall Pfarrer Koller, auf Kultur beruft und den Leuten die unter Glockenlärm leiden, eine persönliche Störung unterstellt. Zynischer gehts wohl nicht mehr. Eine absolut bodenlose Frechheit!

Unter dem Begriff Kultur lässt sich weltweit doch fast alles subsummieren. Mädchenbeschneidung, Verhüllungspflicht der Frauen mittels Burka oder Tschador, generelle Degradierung von Frauen zu Menschen "zweiter Garnitur" (auch bei uns, sonst würden Frauen endlich gleichviel verdienen wie Männer), Schulverbot für Mädchen, Händeabhacken als Strafe für Diebe oder dass Frauen kein Auto steuern dürfen.

Diese Aufzähung liesse sich beliebig auch mit Beispielen aus unserem Kulturkreis fortsetzen. Selbst der unsinnige nächtliche Glockenlärm gehört dazu. Solche unzeitgemässen und kaum zu ertragenden kulturellen Auswüchse in andern Ländern wollen die meisten von uns doch ganz schnell aus der Welt schaffen. Dort mischen wir uns ein, und das ist in den aufgezählten Bereichen auch gut so.

Nur unsere eigenen alten und längst überholtfen kulturellen Zöpfe, die sollen bitte unangetastet bleiben! Da lassen wir niemanden daran rütteln. Wer sich dagegen auflehnt ist gemäss Pfarrer Koller und andern "Glocken-Abschaltgegnern" doch einfach "meschugge". Es ist höchste Zeit, dass unsere Doppelmoral mit ihrer fragwürdigen Haltung, endlich ernsthaft von allen hinterfragt wird!

Immer mehr aufgeklärte Menschen erachten Gott als eine menschliche Erfindung und sie wollen nicht in aller Herrgottsfrühe zum Gottesdienst aufgerufen werden. In unserer total lärmverschmutzen Welt müsste es jedem einzelnen ein wichtiges Anliegen sein, dieser Verschmutzung Abhilfe zu verschaffen, und zwar wo immer es geht.

Wenn Glocken nur weniger laut oder weniger lang krachen, bringt das überhaupt nichts. Forderung: mindestens von abends 10 h bis morgens 7.0 h ABSCHALTEN!
Niemand hat etwas dagegen, wenn Glocken zu Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen läuten.

(A. Mannhart)

 

Definition des Wortes 'Kultur':

Kultur (....) ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik, der bildgebenden Kunst, aber auch geistiger Gebilde wie etwa im Recht in der Moral, der Religion, der Wirtschaft und der Wissenschaft.

(Wikipedia.ch/kultur)

 
 
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