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"…Eine ungestörte Nachtruhe ist in Anbetracht der Anforderungen, die das moderne Leben an die Nervenkräfte des Menschen stellt, ein erheblich schutzwürdiges Gut."

Bundesgerichtsentscheid von 1919
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Lärmverursacher zur Kasse bitten  
26. Oktober 2005
Quelle: Tages-Anzeiger (ret/ap/sda)

Wer Lärm produziert, soll über wirtschaftliche Anreize zu leiserem Verhalten bewegt werden.
Der Bundesrat erwägt höhere Steuern für laute Autos und die Einführung eines Gütesiegels für ruhige Wohnparzellen
(Wie wärs mit einer niedrigeren Kirchensteuer für alle Gemeinden die unter starkem Glockengeläut leiden?)

Der Bundesrat verabschiedete heute einen Bericht über den Stand der Lärmbekämpfung in der Schweiz, der mit einem zwiespältigen Fazit schliesst. In den 18 Jahren seit dem Inkrafttreten der Lärmschutzverordnung hätten die Anstrengungen zwar verschiedene Fortschritte gebracht. Aber auch nach dem Abschluss der geplanten Sanierungen werde die Bevölkerung nur teilweise vor lästigem Lärm geschützt sein. Die Lärmbekämpfung an der Quelle sei nicht im erhofften Mass vorangekommen, schreibt das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.
Die externen Lärmkosten bei der Gesundheit der Bevölkerung und bei den Wertverlusten von Immobilien machten rund eine Milliarde Franken pro Jahr aus.


Verursacher stärker zur Kasse bitten
Die Bundesbehörden halten es deshalb für notwendig, über weitere Massnahmen nachzudenken, und sie möchten den Lärm dabei vermehrt über Anreize bekämpfen. Generell steht eine Stärkung des Verursacherprinzips im Vordergrund. Zu den Ideen, die der Bericht als prüfenswert auflistet, gehören im Strassenverkehr beispielsweise ein neues Umwelt-zeichen für besonders leise Fahrzeuge, Reifen oder Strassenbeläge.
Auch steuerliche Massnahmen stehen aber zur Diskussion. Höhere Steuern für laute Fahrzeuge oder Gebühren für die Strassenbenützung würden die Verursacher des Lärms stärker bestrafen.
(Auch hier: Niedrigere Kirchensteuern in Gemeinden mit besonders lauten Kirchenglocken?)

Beim Schienenverkehr setzen die Behörden auf wirtschaftliche Anreize für lärmarme Technologien, etwa durch höhere Abgeltungen beim Netzzugang. Zur Lärmsenkung im Luftverkehr wird auf lärmabhängige Start- und Landegebühren fokussiert. Solche seien bei den Landesflughäfen bereits erfolgreich eingeführt worden, könnten aber noch erhöht werden.

Ins Auge fassen wollen die Behörden auch ein Gütesiegel für Wohnparzellen. Mit einem Lärm-Ökolabel könnte die Lärmbelastung eines Standortes bewertet werden. Dies wäre sowohl für Liegenschaftsbesitzer wie auch für Kaufinteressenten hilfreich, heisst es in dem Bericht.
(Diverse Wohnparzellen in der unmittelbaren Nähe von lauten Kirchenglocken würden dramatisch an Wert verlieren!)

Massnahmen an der Quelle
Längerfristig könnte ein Schutz gemäss Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation angestrebt werden.
Zu einem Gesundheitszustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohnbefindens gehört zwingend eine angemessene Ruhe, die deutlich unterhalb der geltenden Immissionsgrenzwerte liegt.
(Und vorallem eine angemessene Nachtruhe - ohne Kirchenglocken zwischen 22.00 - 07.00)

Der Bericht erfüllt die Anliegen von zwei Postulaten des Nationalrates und gibt eine Übersicht über die laufenden, geplanten und noch zu prüfenden Massnahmen in der Lärmbekämpfung. Die gegenwärtige Lärmbekämpfung basiert auf einer Strategie, welche Massnahmen an der Quelle, Vorsorge und Sanierungen vorsieht.

Die Sanierung von Industrie- und Gewerbeanlagen sowie zivilen Schiessanlagen wurde bis 2002 weitgehend abgeschlossen. Wegen Sparmassnahmen verlängert werden mussten die Lärmsanierungen der Eisenbahnen bis 2015, jene der Autobahnen bis 2015 und jene der Strassen bis 2018.
(Das Abschalten der Kirchenglocken während der gesetzlich vorgeschriebenen Nachtruhe würde überhaupt keine Kosten verursachen - eher sparen, nämlich Stromkosten!)

 
 
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