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Dr. Hans Göschke, Aerzte für Umweltschutz, Oberwil
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Südwest-Deutschland: Verletzt das tägliche Läuten der Kirchenglocken Grundrechte?  
15. Dezember 2010
Quelle: Südwest Presse

Verstößt lautes Glockengeläut gegen religiöse Grundrechte?

Ein Anwohner klagt gegen das Frühläuten einer Kirche in einem Ort im Rems-Murr-Kreis. Nun sind die Verwaltungsrichter gefragt.

Verletzt das tägliche Läuten der Kirchenglocken die Grundrechte?

Dürfen Kirchen einen Nachbarn allmorgendlich zum Beten wecken? Gegen dessen Willen?
Ein Anwohner der Konradskirche in Remshalden-Geradstetten sagt "nein" - und klagt gegen das Frühläuten der evangelischen Gemeinde. Heute muss das Verwaltungsgericht in Stuttgart den Streit entscheiden...

..."Mein Schlafzimmer gehört mir", sagt dagegen Hans Lindenmeyer. "Ich muss mich dort morgens nicht zum Beten auffordern lassen." Der evangelische Kläger will nicht, dass die Kirche mit Botschaften in seine Privatwohnung eindringt.

Nun sind die Richter gefragt. Ihr Urteil könnte Wellen schlagen. Zwar gibt es regelmäßig Beschwerden gegen die Lautstärke von Kirchenglocken. Aber ein Klage wegen Grundrechten? Die Evangelische Landeskirche in Württemberg kann weder dementieren noch bestätigen, ob es so etwas schon einmal gegeben hat. Sie hat laut Christian Müller vom Evangelischen Oberkirchenrat keinen Überblick...

...Auch wenn über die Hälfte der Geradstetter keine evangelischen Christen sind, die Kirchengemeinde hält am Frühläuten fest. Die Gründe wollen Pfarrer und Kirchengemeinderat der SÜDWESTPRESSE nicht erläutern. Derweil deuten laut Lindenmeyer einige Gläubige die Dinge auf ihre Weise. Als "Reingeschmeckter" habe er an der Ortstradition gefälligst nicht zu rühren.

Auch als "Teufel" wurde er schon tituliert. Dabei will er nur bis acht Uhr morgens Ruhe haben. "Ich bestreite nicht das Recht der Kirchen auf Glocken an sich." Doch Lindenmeyer bekommt auch positives Feedback in Zuschriften und Gesprächen. Nur das "Outing" fürchteten die meisten - aus Angst vor Nachteilen.

Dazu ein Leser-Kommentar in der Südwest Presse:

Herr Lindenmeyer setzt sich für persönlich und allgemein berechtigte Interessen ein. Hierfür verdient er Anerkennung und Unterstützung. Obwohl über die Hälfte der Einwohner von Geradstetten nicht Mitglieder der betreffenden Kirche sind, soll die rücksichtslose Verlärmung der Ortschaft weiterhin durchgesetzt werden.

Ohne Begründung. Die zwangsweise Beschallung der Gesamtbevölkerung mit religiösen Inhalten und Aufforderung zum Gebet ist keinesfalls mit dem Grundgesetz vereinbar, wie Herr Lindenmeyer richtig dokumentiert, und zwar, weder um 6 Uhr morgens noch zu anderen Zeiten.

Ein flächendeckendes und zwangsweises Eindringen der Kirchen mit religiösen Schallzeichen und Botschaften in die Schlafzimmer und Wohnungen von Menschen, die dies nicht wünschen, ist eine Form von Gewalt, die beendet werden muss. Gleiches muss natürlich für alle religiös motivierten Eingriffe in die Rechte der Allgemeinheit gelten, incl. der vom Vorkommentator erwähnten Beschallung mit Muezzin-Rufen.

Ganzer Bericht: Swp.de - kirchenglocken gegen grundrechte

 
 
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