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"...Viele Kirchgemeinden müssen das musikalische Erlebnis verbessern.
Wenn die Kirchen so läuten, dass die Bewohner die Fenster schliessen, sind die Glocken zu laut, und ihr Klang ist unangenehm..."

Glockenexperte Matthias Walter in der Zeitschrift 'Sonntag'.
Glockenexperte Matthias Walter in der Zeitschrift 'Sonntag'.

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Macht Lärm krank?  
26. April 2005
Quelle: SF1 - Gesundheitsmagazin Puls

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Lärm einen Einfluss auf die Funktion des Nervensystems hat: Stresshormone werden ausgeschüttet, die Herzfrequenz nimmt zu, die Blutgefässe werden enger, der Blutdruck höher und der Cholesterinspiegel steigt. Solche Reaktionen lassen sich kaum vermeiden, denn der Organismus reagiert auf Lärm wie auf einen Alarm. Vor allem nachts stört dieser Alarm die Schlafrhythmen und verhindert den Tiefschlaf. Neuere Studien zeigen, dass Kinder, die nachts Lärm ausgesetzt sind, Lernschwierigkeiten haben und langsamer lesen lernen.

Die Stressfolgen sind Risikofaktoren für Herz-Kreislaufkrankheiten. Ruedi Müller-Wenk, Professor für Wirtschaft und Ökologie an der Universität St. Gallen, beziffert die Lärmauswirkungen des Strassenverkehrs folgendermassen: Pro Jahr gehen 50 tödliche und 60 nichttödliche Herzinfarkte auf das Konto des Lärms. 15'000 Personen leiden deswegen an Asthma, 400'000 haben Schlafstörungen.
Zu diesen durch etliche Studien belegten Zahlen kommen noch vermutete Auswirkungen dazu: Psychische Störungen, Migräne, Bronchitis, Allergien, Diabetes, Schilddrüsenstörungen.

Der wissenschaftlich einwandfreie Nachweis des Zusammenhangs zwischen Lärm und Krankheit ist schwierig zu erbringen, da auch andere Auslöser als Risikofaktoren in Frage kommen. Schlafstörungen lassen sich im Schlaflabor nachweisen, indem gemessen wird, wie ein Schlafender auf simulierte Lärmeinwirkungen reagiert. Eine Wissenschaftlergruppe des Zentrums für Organisation und Arbeitspsychologie der ETH Zürich untersucht in einer Feldstudie bei den Lärmbetroffenen zu Hause, welche Reaktionen Lärm in der Nacht auslöst. Resultate sind im September zu erwarten.
Die Gesundheitskosten, die durch Lärm verursacht werden, sind beträchtlich. 99 Millionen Franken betragen die durch Strassenverkehr verursachten, 25 Millionen diejenigen des Schienenverkehrs.

Laut Müller-Wenk ist die Senkung des Strassenlärms gesundheitspolitisch fast so wichtig für die Volksgesundheit wie die Bekämpfung von Nikotin- und Alkoholsucht. Doch wirksame Lärmbekämpfungsmethoden lassen oft lange auf sich warten.

Die Auswirkung von Lärm lässt sich jedoch nicht als einfache Dosis-Wirkungsbeziehung darstellen. So wird zum Beispiel derselbe Lärmpegel von Flugzeugen, Strassen- und Schienenverkehr ganz unterschiedlich beurteilt. 75dB Lärmbelastung durch Flugzeuge empfinden 75 % der Bevölkerung als stark störend, stammt derselbe Lärmpegel vom Strassenverkehr, stört dies 30 %, von Bahnverkehr sogar nur
15 %.
Neueren Studien zufolge müssen Faktoren nicht-akustischer Art in die Bewertung der Lärmbelastung einbezogen werden, z.B. verstärken Technikfeindlichkeit, Angst vor Flugunfällen, das Gefühl von Ausgeliefertsein oder mangelndes Vertrauen in die Behörden das Gefühl der Lästigkeit, andererseits mildert Berufstätigkeit in einer lärmerzeugenden Branche oder positive Einstellung zum technischen Fortschritt die subjektive Belastung.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Lärmempfindlichkeit, auch eine individuell unterschiedliche Grösse.
Und: Lärm ist das Geräusch der andern (Tucholsky). Die Wahrnehmung des selbst produzierten Lärms ist völlig verschieden vom tatsächlich produzierten Lärm.


Experten im Studio und Telefon:

Dr. med. Hans Göschke
AefU
Nelkenrain 4
4104 Oberwil BL
061 401 28 20

Dr. Mark Brink
Psychologe
Arbeits- und Organisationspsychologie
Clausiusstr. 25
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Dr. med. Kurt Beat Weber
Mellingersr. 1
5400 Baden
056 222 72 92


Informationen:

Lärm und Gesundheit, eine Publikation der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz,
Fr. 10.— bei AefU, Sekretariat, Postfach 111, 4013 Basel,
Tel 061 322 49 49, Fax 061 383 80 49
mailto:info@aefu.ch
http://www.aefu.ch

Magazin „Umwelt“ des BUWAL,2/2005 Titel: Der Lärm lässt uns keine Ruh
Gratis bei UMWELT, Postfach, 4501 Solothurn, Tel. 031 324 77 00, Fax 032 624 75 08
mailto:umweltabo@buwal.admin.ch

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