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Fabienne Louves (MusicStar 2007)
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Menschen tragen nur selten Glocken: Das Problem mit den Kuhglocken  
6. Juni 2011
Quelle: Tierschutznews.ch

Menschen tragen nur selten Glocken...: Kuhglocken sind Tierquälerei

In einzelnen Fällen kann sogar von Tierquälerei gesprochen werden. So z.B. bei der Bio-Kuh mit der handgrossen offenen Wunde im Nacken. Eine Bauerntochter aus dem Toggenburg beschreibt in einem Brief die lokale Tierglockentradition folgendermassen:

Sobald ein Kälblein zur Welt kommt, wird ihm als erstes ein Glöckchen umgehängt, eine Vergewaltigung, welches von nun an mit ihm wächst, damit es als ausgewachsenes Tier eine Monsterglocke erträgt. Wären die Tiere nicht auf Glocken abgerichtet, würden sie sie verweigern.

Trotzdem gibt es in der Schweiz keine Vorschriften, welche die Tiere vor zu grossen Glocken oder zu langem Tragen der Glocken schützen. Herr Beat Kappeler formulierte es in der NZZ treffend:

Bei der Landwirtschaft gelten andere Gesetze. So schützt auch die neue, bürokratisch-detaillierte Tierschutzverordnung auf 153 Seiten Wellensittiche und misst den Auslauf für Elche, aber den Nerven von Kühen mutet die Verordnung den lauten Glockenlärm direkt unter den schönen, weiss umflorten Ohren zu. Feige wich das Bundesamt dem hergebrachten Brauchtum.

(Beat Kappeler)

Die Verantwortung liegt aber nicht allein bei diesem Bundesamt. Die meisten Tierschutzorganisationen waren ebenso untätig. Einzig vom Tierschutzbund Innerschweiz ist bekannt, dass er das Problem erkannt hat. So schrieb Herr Vanja Palmers in einem Leserbrief in der neuen Luzerner Zeitung:

Wie würden wir uns fühlen, wenn wir Tag und Nacht, direkt bei unseren Ohren, eine grosse Glocke um den Hals tragen müssten?

(Hans Vanja Palmers)

Gleichzeitig vermutet er, dass bei wissenschaftlichen Untersuchungen schwere Gehörschäden der betroffenen Tiere ans Tageslicht kommen würden. Der aktuelle Glockengebrauch und speziell die Grösse der Glocken ist die Folge einer kontinuierlichen Aufrüstung.

Zu biblischen Zeiten waren die Glocken der Tiere nicht grösser als eine Frucht, welche die betroffenen Tiere problemlos in den Mund nehmen konnten. Der älteste Hinweis auf Tierglocken betrifft übrigens keine Herdentiere sondern die Rösser von Händlern, welche damit auf ihren Reichtum hinweisen wollten und die Glocken auch als Werbeträger nutzten (Sach 14,20). Genau das bestätigt auch die Bauerntochter aus dem Toggenburg:

Der Glocken alleiniger Zweck ist, den Besitzern Glanz zu bringen, ihr Selbstwert zu stützen. Sie sind eine reine Machtdemonstration, sind in weitem Umfeld hörbar und niemand kann sich dem Geschell entziehen, ob es gefällt oder nicht.

Aus: Tierschutznews.ch - Kughlocken und Tierquälerei

 
 
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