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 "Stille ist heute als Loch im Lärmteppich definierbar."

Peter Cerwenka

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Der Muezzin soll in Rendsburg und Büdelsdorf nur am Freitag rufen  
5. November 2009
Quelle: Shz.de

Die Bürgermeister von Rendsburg und Büdelsdorf warnen das Islamische Zentrum davor, beim Gebetsruf die gesetzlichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen.

Andreas Breitner und Jürgen Hein haben sich am Mittwoch erstmals gemeinsam zum umstrittenen Gebetsruf in der neuen Moschee geäußert. Anliegen der Bürgermeister von Rendsburg und Büdelsdorf war es unter anderem, die rechtlichen Grundlagen klarzustellen.

"Es ist in der Vergangenheit viel erzählt worden, was sich nicht immer unbedingt mit dem Gesetz deckt", sagte Breitner. Zunächst einmal schütze das Grundgesetz die Religionsfreiheit. Und zu deren Ausübung gehöre auch der Gebetsruf. "Das ist ein Menschenrecht und nicht auf das Christentum beschränkt", so Jürgen Hein. Damit hätten auch die Betreiber der Moschee das Recht, zum Gebet zu rufen. In dieser Hinsicht sei der Gebetsruf den Kirchenglocken gleichzusetzen.

Eine Einschränkung könne es durch das kommunale Planungs- und Baurecht geben. Um in dieser Hinsicht auf der sicheren Seite zu sein, hat die Stadt vom Islamischen Zentrum ein Lärmgutachten verlangt, das inzwischen in Arbeit ist. In der Praxis tönt der Muezzin-Ruf zur Probe, während an unterschiedlichen Punkten die Schall-Emission gemessen wird. Anschließend, so schilderten die Bürgermeister das weitere Procedere, werden die Ergebnisse des Gutachtens zur Bewertung an das staatlichen Umweltamt nach Kiel weitergegeben. Dort werden unter anderem Faktoren wie "Akzeptanz", "Herkömmlichkeit" und "soziale Adäquanz" eingebunden - es wird geprüft, was aus rechtlicher Sicht vertretbar ist. "Der Inhalt des Rufs spielt dabei keine Rolle, es geht ausschließlich um die Emissionen", erläuterte Hein. Es folgt eine Stellungnahme.

"Wir gehen davon aus, dass zwischen Sonnenauf- und Untergang gerufen werden darf", sind sich Breitner und Hein einig. "Das ist dann die rechtliche Grundlage, an die wir uns zu halten haben", sagen die Bürgermeister. "Da gibt es für uns auch keinen Spielraum. "Wir haben allerdings Verständnis dafür, wenn es in der Nachbarschaft Ängste gibt. Unser Anliegen ist es, die berechtigten Interessen der Anwohner zu vertreten", sind sich Breitner und Hein einig.

Streng distanziert haben sich die Bürgermeister von Menschen, die die aktuelle Diskussion nutzen, um "Fremdenfeindlichkeit, Hass und rechtsradikale Positionen zu fördern. "Mit denen wollen wir nichts zu tun haben. Wir setzen uns für die Anwohner ein, die sich gestört fühlen und Angst vor dem Fremden haben." Vorschlag: Gerufen wird nur am Freitag.

Ganzer Bericht: Shz.de - muezzin minarett freitag

Die IG Stiller betont erneut: Während der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten darf überhaupt keine Religionsgemeinschaft Lärm verursachen.

 
 
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