IG Stiller - www.nachtruhe.info
"Der Lärm schützt uns vor peinlichem Nachdenken,
er zerstreut ängstliche Träume,
er versichert uns, dass wir ja alle zusammen seien und ein solches Getöse veranlassen, dass niemand es wagt, uns anzugreifen..."

Carl Gustav Jung
Carl Gustav Jung

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Osterbotschaft und Pressemitteilung  
8. April 2007
Quelle: Pressemittteilung IG Stiller

Osterbotschaft: „Sei stille dem Herrn und warte auf Ihn“

Weder muss die Zeit geschlagen, noch muss der Morgen eingeläutet werden.
Das Wort Glocke kommt in der Bibel überhaupt nicht vor.

Weder Jesus noch seine Jünger haben mit Glocken geläutet oder solche geschlagen.
Es ist unbarmherzig auf diesen korrumpierten und gesundheitsschädigenden Traditionen zu beharren.

Ober-Ramstadt: Totaler Verzicht auf Zeitschlag

Ab Palmsonntag 2007 wird in Ober-Ramstadt in der Nähe von Darmstadt auf den Zeitschlag und das kultlose Abendläuten verzichtet. Ein kultloses Morgenläuten gab es schon vorher nicht.

Somit bleiben pro Tag zwei kultlose Läuten um 11 Uhr und um 18.30 Uhr. Ansonsten gibt es in Ober-Ramstadt nur noch kultische Läuten (Echo-online.de/suedhessen, 21.3.07). Dies ist der erste uns bekannt gewordene Fall, wo eine Kirchgemeinde vollständig auf den Zeitschlag verzichtet.

Basel: Weitere Glocke verstummt in der Nacht

Letzten Sommer wurde der nächtliche Zeitschlag beim St. Alban Tor in der Nacht zwischen 22 und 7 Uhr abgestellt. Wie uns im März 07 berichtet wurde, folgte kürzlich das Isaak Iselin Schulhaus diesem Beispiel: Auch hier ist der nächtliche Stundenschlag von 22-7 Uhr verstummt.


Balgach: Verminderung des Glockenlärms

Wenigstens am Samstag und am Sonntag wird in Balgach auf das Morgenläuten verzichtet. Der nächtliche Zeitschlag und die restlichen Morgenläuten werden ab 1.05.07 nur noch von einem Kirchturm ertönen (Tagblatt, 30.3.07). Eine unbefriedigende Lösung, welche die Diskussionen um die Nachtruhe in Balgach nicht beenden wird.


Mecklenburg-Vorpommern: Humanisten gegen Lärm

Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Humanistischen Verbandes Deutschlands macht ein paar Bemerkungen zur geplanten Erweiterung der Läutordnung in Waren. Unter anderem stellen sie fest: „Jeder Gewerbetreibende, der zu Werbezwecken derart unkontrollierte Lärmimmissionen verursachen würde, hätte mit einem sofortigen Besuch des Ordnungsamtes, der Polizei oder einer richterlichen Anordnung zu rechen. Und zwar zu recht.“ (Raoul Bajorat: Hpd-online.de/humanisten-Lärm, 21.3.07).


Berlin: Die Glocken des Grauens

Mit der Panzerfaust gegen den Kirchturm? Diese und andere Gewaltfantasien gegen den Bimmelterror sollen gesund sein und dazu dienen ein Minimum an psychisch-physischer Integrität zu wahren. Diese und weitere höllische Gedanken zum Thema die Glocken des Grauens finden sich im Essay von Petra Zornemann und Dieter Grönling in der TAZ vom 21.3.07.


Hamburg: Schäden an Glocken häufen sich

„In den vergangenen 60 Jahren sind mehr Glocken kaputt gegangen als in den 600 Jahren davor“, sagt Kurt Kramer, Vorsitzender des Beratungsausschusses für das Deutsche Glockenwesen. Vermutlich seien zehn Prozent der rund 90'000 Glocken in Deutschland beschädigt. Verantwortlich seien auch die neuen harten Stahlklöppel (Die Zeit, 7.3.07).


Harle: Sie wollen endlich Ruhe

Nachdem das Morgenläuten am Sonntag von 7 auf 8 Uhr verschoben wurde und die Abschaffung des Abendläutens um 21 Uhr zur Debatte steht, haben sich die Glockenfreunde organisiert und für die Erhaltung der bestehenden Läuteordnung Unterschriften gesammelt (www.hna.de vom 14.03.07).


Wil: Lukas Reimann poltert gegen Muezzin

Der Politiker fordert in der Wiler Zeitung vom 12.03.07: „Wer lieber einen Muezzin von einem Minarett schreien als Kirchenglocken läuten hört, dem steht es frei, auszuwandern.“ Erstens, Herr Reimann, schreit der Muezzin nicht und zweitens wollen wir während der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten weder vom Muezzin noch von Kirchenglocken gestört werden.


Umfrage Muezzin oder Kirchenglocken

Seit Ende Februar 07 läuft eine Umfrage des Forums zur politischen Bildung in Deutschland. Die vorläufigen Resultate zeigen, dass 81 % am morgen Ruhe wollen, 19 % am Morgen Kirchenglocken hören wollen und niemand am Morgen einen Muezzin hören möchte. Kirchenglocken oder Muezzin: Neue Umfrage


Kairo: Tausende von Muezzins verstummen

Wenn verschiedene Muezzins gleichzeitig oder zeitlich leicht verschoben zum Gebet aufrufen, ist es einfach nur Lärm. Um diesen Lärm zu mindern, wird in der ägyptischen Hauptstadt nur noch ein Muezzin die Gläubigen zum Gebet in staatliche Moscheen rufen (Tagesanzeiger vom 21.3.07).


Aarau, Zürich, Bern: Mahnwachen zum Internationalen Tag gegen den Lärm

Anlässlich des 10. Internationalen Tages gegen den Lärm organisiert die IG-Stiller
verschiedene Mahnwachen und Pressetreffen:

  • Dienstag, 24. April 07 von 11 bis 13.30 Uhr in Aarau vor der reformierten Stadtkirche.
    Treffpunkt 10.30 Uhr am Bahnhof Aarau
  • Dienstag, 24. April 07 von 17 bis 18.30 Uhr in Zürich vor der Klinik Balgrist.
    Treffpunkt Klinik Balgrist, Forchstrasse 323, 8008 Zürich-Balgrist (Gegenüber der Kirche Balgrist und dem Minarett)
  • Mittwoch, 25. April 07 von 11 bis 13.30 Uhr in Bern auf dem oberen Waisenhausplatz.
    Treffpunkt 10.30 Uhr am Bahnhof Bern (vor dem Restaurant tibits, direkt bei den Bushaltestellen)

 

Mit der Mahnwache in Bern wehren wir uns in erster Linie gegen den unprofessionellen Umgang der Bundesbehörden mit dem Thema Kirchenglockenlärm. Die kantonale Fachstelle Lärmschutz des Kantons Zürich bringt es folgendermassen auf den Punkt:

„Die Störung der Nachtruhe wird mit der Aufweckreaktion beurteilt. Da über die Aufwachreaktion aufgrund von Glockenlärm keine wissen­schaftlichen Studien existieren, wurden bis jetzt Untersuchungen über Fluglärm beigezogen.

Gemäss BUWAL (neu BAFU) ist ein Maximalpegel von 60 dB am Ohr einer schlafenden Person die kritische Schwelle. Eine Anwendung dieser Praxis auf die Lärmemission von Kirchen ist jedoch fragwürdig, da Fluglärm bezüglich Impulshaltigkeit und Frequenz nicht dem Glockenlärm gleich zu stellen ist.“

Trotz dieses Einwandes von kompetentester Seite und trotz unserer Kritik ist das BAFU immer noch nicht bereit, seine wissenschaftlich nicht haltbaren Empfehlungen zu überdenken.

 
 
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