IG Stiller - www.nachtruhe.info
"...Das Bundesgericht betont die Notwendigkeit einer ungestörten Nachtruhe, weil tagsüber die Nervenkräfte des heutigen Menschen stark beansprucht werden.
Es weist darauf hin dass das Bimmeln von Kuhglocken zur Nachtzeit, d.h. vor allem dann, wenn der Strassenlärm abgenommen hat, besonders lästig ist..."

Bundesgericht, Lausanne
Bundesgericht, Lausanne

Sind Sie im Lärmschutz tätig?

Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Kontaktieren Sie uns

Patienten der Hirslanden Klinik in Aarau werden weitherhin am Schlafen gehindert!  
27. Januar 2007
Quelle: azonline.ch

Stundenschlag bei Nacht bleibt

Die Kontroverse um den nächtlichen Stundenschlag der Aarauer Stadtkirche zwischen 22 und 7 Uhr ist entschieden. Die reformierte Kirchenpflege hat einstimmig beschlossen, auf ein entsprechendes Gesuch der Hirslanden-Klinik im Schachen nicht einzutreten.

Die Präsidentin der reformierten Kirchenpflege Aarau, Barbara Fischer, hat in ihrer Amtszeit noch nie ein solches «Gschtürm» erlebt. Anfangs Januar war publik geworden, dass die Leitung der Hirslanden-Klinik im Schachen den Antrag gestellt hatte, künftig in der Nachtzeit zwischen 22 und 7 Uhr auf den Stundenschlag von der nahen Stadtkirche zu verzichten.

In der Folge entwickelte sich eine lebhafte Debatte, an der, wie Fischer sagt, auch «organisierte Gegner» von Glockenschlägen teilnahmen.
Falls wir gemeint sind: Wir sind keine "organisierten Gegner von Glockenschlägen", sondern Befürworter der Nachtruhe!

«Wir waren überrascht von der individuellen Wahrnehmung und Auslegung von Lärm», fasst die Präsidentin der Kirchenpflege die Diskussion zusammen.
Das Gremium habe nicht nur online, sondern auch brieflich zahlreiche Reaktionen erhalten, die «in der überwiegenden Mehrheit für die Beibehaltung der heutigen Regelung votiert haben».
Ueberwiegend für die Beibehaltung?!
Siehe:
Resultate der Glockenlärm-Umfrage Aarau

Man habe sich vor allem auch auf die «positiven Stimmen» von unmittelbar betroffenen Altstadtbewohnerinnen und -bewohnern sowie auf das Echo von Hirslanden-Patienten abgestützt und sich auch der Rückendeckung durch den Stadtrat versichert.
Nicht nur Altstadtbewohnerinnen und -bewohnern sind betroffen. Die Glocken sind so laut, und so hoch positioniert, dass sie auch in vielen hundert Metern Entfernung noch immer überlaut zu hören sind!

Wurde eine Umfrage gemacht? Und warum braucht die Kirchenpflege die "Rückendeckung" des Stadtrates? Kranke Menschen möchten in der Nacht ruhig schlafen - da müsste eigentlich auch ohne Rückfrage bei der Obrigkeit klar sein was zu tun ist!


Im Wissen darum, «dass man es nie allen Leuten recht machen kann», habe die Kirchenpflege in eigener Kompetenz einstimmig beschlossen, das Gesuch der Hirslanden-Klinik negativ zu beantworten.

Der Glockenschlag, so die Begründung, habe einen «weltlichen und einen kirchlichen Sinn», es gehe um eine «Orientierungshilfe», auf die viele Menschen gerade in der heutigen Zeit nicht verzichten möchten und die – so der Tenor bei der Umfrage – «ganz einfach zu unserer Kultur gehört».
Die Nachtruhestörung gehört also zu unserer Kultur? Brauchen wir zum Schlafen wirklich eine «Orientierungshilfe»!?

Klinik ist «nicht überrascht»

André Steiner, der Direktor der Hirslanden-Klinik, zeigt sich vom Entscheid «nicht überrascht» und akzeptiert das Verdikt der Kirchenpflege. «Wir können und müssen damit leben», sagt Steiner und glaubt, dass die allgemeine Diskussion über dieses polarisierende Thema «damit nicht abgeschlossen ist».

Die Klinik habe bereits früher versucht, die Immissionen vom Kirchturm her durch interne Massnahmen zu mildern, doch lässt sich laut Steiner «nicht alles mit baulichen Veränderungen lösen».
Die Klinik hat alles getan was sie kann. Verursacherin der andauernden Nachtruhestörung ist allerdings die Kirche - deswegen ist einzig sie verantwortlich zu handeln!

"...Grundsätzlich muss der Lärm an der Quelle, bzw. beim Verursacher bekämpft werden..."

(Hanspeter Bösch, Tiefbauamt Kt. St. Gallen.
Aus 'fokus', Politische Gemeinde Widnau 2/2003)

 

Kleines Detail am Rande: Der Stundenschlag der katholischen Kirche Peter und Paul in Aarau endet um 22 Uhr und beginnt erst wieder um 6 Uhr. Und zwar aus Rücksichtnahme auf die nahen Militärunterkünfte in der Kaserne.
Für Militärs wird Rücksicht genommen - nicht aber für kranke Menschen die im Spital liegen?!

 
 
Realisierung: RightSight.ch