IG Stiller - www.nachtruhe.info
Das Wort "Glocke" kommt in der Bibel nicht vor!
"Läute dem Herrn und warte auf ihn" suchen wir darin vergebens.

Wir finden aber:
"Sei stille dem Herrn und warte auf ihn."

Sind Sie im Lärmschutz tätig?

Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Kontaktieren Sie uns

Pressemitteilung IG Stiller Juli 2006  
8. Juli 2006
Quelle: Pressemitteilung der IG Stiller

Amriswil und Wil: Rekurse eingereicht

Die Stadträte von Amriswil und Wil haben trotz Lärmklagen entschieden, auf den nächtlichen Glockenlärm nicht zu verzichten. Deshalb wurden im Juni 06 zwei Rekurse eingereicht, einer an die Behörden des Kantons St. Gallen und einer an diejenigen vom Kanton Thurgau. In beiden Fällen wurde das in der Lärmschutzverordnung vorgesehene Vorgehen bei übermässigem Lärm verweigert. Begründet wurde dies mit der Tradition, einem Begriff der in der Lärmschutzverordnung nicht vorkommt.

Fall Wiesendangen: neu mit mehr Nachtruhe

Nachdem Entscheid des Verwaltungsgerichtes und den Lärmmessungen werden in Wiesendangen Konsequenzen gezogen. Das Frühgeläut wird Mitte Juli auf 7 Uhr verschoben. Details siehe www.nachtruhe.info, Eintrag vom 17.6.07. Nicht berichtet wurde bisher über die Massnahmen beim nächtlichen Zeitschlag. Dieser soll mittels Jalousien gedämpft werden. Nachmessungen sollen zeigen, ob die geplanten Massnahmen genügen.

Da beim Einschlafen auch leiser Lärm stört - speziell wenn er an die Zeit erinnert – empfiehlt die IG Stiller den nächtlichen Zeitschlag nicht zu dämpfen sondern abzustellen. Da es keinen Grenzwert für nächtlichen Glockenlärm gibt und die IG Stiller den vom Fluglärm abgeleiteten „Richtwert“ von 60 dB nicht akzeptiert, können bei dieser Art der Problemlösung weitere Klagen nicht ausgeschlossen werden.

Basel Stadt: nur Nachtruhe von 22-6 Uhr?

Auch im Kanton Basel wurde wegen nächtlichem Zeitschlag geklagt. Interessanterweise liegt im Fall des St. Alban-Tors die Verantwortung nicht bei einer Kirche sondern bei den industriellen Werken der Stadt Basel (IWB). Die Begutachtung durch die lokalen Umweltschutzbehörden, hat ergeben, dass der Zeitschlag zu laut ist und die Behörde empfiehlt, den Zeitschlag zwischen 22 und 6 Uhr abzustellen. Details siehe www.nachtruhe.info, Eintrag vom 30.6.07. Wünschenswert wäre eine Glockenlärm-freie Nachtruhe bis 7 Uhr.

Balgach kommt nicht zur Ruhe

In Balgach wurde ein Lärmschutzreglement um den Kirchenglockenlärm herum aufgebaut. Nachdem die ruhebedürftige Familie deshalb ausgezogen ist, wurde auf die Einführung des Reglements verzichtet. Die Strafe für das unprofessionelle Vorgehen liess nicht lange auf sich warten. Wenige Wochen später kommt das Dorf wegen Schafglocken in die Schlagzeilen. Details siehe www.nachtruhe.info, Eintrag vom 27.6.07. Wenn sich Balgach nicht als Glockendorf etablieren will, wäre ein Lärmschutzreglement sicher von Vorteil.

Trogen: Verzögerungstaktik auf Kosten des Steuerzahlers

Der Gemeinderat von Trogen verlangt vom Verwaltungsgericht eine Begründung für sein Urteil vom 26.4.06. Wie vom Rechtsanwalt des Gemeinderates am 8.6.06 mitgeteilt wurde, behält sich der Gemeinderat vor, eine staatsrechtliche Beschwerde einzureichen.

Diskussion mit Eidgenossenschaft

Die Bundesräte Leuenberger und Blocher haben Herrn Poffet, Vizedirektor des Bundesamtes für Umwelt, beauftragt die Diskussion mit der IG Stiller zu führen. Der bisherige Schriftverkehr hat zu einer einvernehmlichen Lösung betreffend dem kultischen Läuten geführt: Eine Beschränkung der Lautstärke oder der Geläutdauer wäre eine Möglichkeit der Konfliktbewältigung. Die IG Stiller schlägt für das Einläuten eines Kultes eine maximale Läutdauer von 5 Minuten und eine maximale Lautstärke von 85 dB vor. Da die Kirchen den Sonntag als Ruhetag deklarieren - sollte auf weitere Läuten – wie Vor- und Ausläuten verzichtet werden.

Offen bleibt die Frage der Beurteilung des nächtlichen Kirchenglockenlärms – speziell des Zeitschlages. Das Bundesamt bezeichnet 60 dB als eine Lautstärke, bei welcher es zu Aufweckreaktionen kommen kann. Dieser Wert wurde aus Untersuchungen mit Fluglärm abgeleitet. Da Glockenlärm eine ganz andere Charakteristik hat (schnelles Anschwellen), da er auch beim Einschlafen stört und da Flugzeuge nicht die ganze Nacht lärmen, hält die IG Stiller diesen Wert für zu hoch. Unterstützung erhält die IG Stiller von den Umweltschutzbehörden des Kantons und der Stadt Zürich so wie von ärztlicher Seite. Die Diskussion wird also weitergehen.

 
 
Realisierung: RightSight.ch