IG Stiller - www.nachtruhe.info
"Jedem edlen Ohr Kommt das Geklingel widrig vor.
Und das verfluchte Bim-Bam-Bimmel,
Umnebelnd heiteren Abendhimmel,
Mischt sich in jegliches Begebnis,
Vom ersten Bad bis zum Begräbnis,
Als wäre zwischen Bim und Baum
Das Leben ein verschollner Traum."

Johann Wolfgang Goethe (in Faust)
Johann Wolfgang Goethe (in Faust)

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Pressemitteilung IG Stiller Juli 2007  
30. Juli 2007
Quelle: Pressemitteilung der IG Stiller

Muezzin auf dem Kirchturm
Mitte Juli 2007 musste eines Abends um 21.30 Uhr eine Streife der Stapo ausrücken (20minuten vom 12.7.07). Grund dafür waren die Muezzin-Rufe von der St.Laurenzenkirche. «Wir haben rund ein Dutzend zum Teil sehr erboste Anrufe erhalten», sagt Mediensprecher Benjamin Lütolf. «Unklar ist, ob die Sache rechtliche Konsequenzen hat», so Lütolf.

Hinter der Aktion steckt der Zürcher Künstler Johannes Gees. Er liess die Muezzin-Rufe auch von Kirchtürmen in Bern, Zürich und Einsiedeln erschallen. Die IG Stiller begrüsst diese Aktion, stellt aber klar, dass Anwohner von Kirchen und Moscheen nachts weder durch den Muezzin noch durch Kirchenglocken beim Schlafen gestört sein möchten.

Siehe auch:
http://www.kirchenglocken.ch/johannes-gees-von-agent-provocateur-wird-wegen-muezzin-laerm-verzeigt/

 

St.Gallen
Während der Openair-Aufführung der Cavalleria rusticana auf dem Klosterplatz in St. Gallen, wurde der Zeitschlag der Klostertürme abgestellt. Ein eindeutiger Beweis dafür, dass dieser Zeitschlag nicht nötig ist:
http://www.kirchenglocken.ch/kirchenglocken-werden-waehrend-st-galler-festspielen-abgestellt/

Ein Anwohner, der sonst Nacht für Nacht vier bis fünf mal durch den Zeitschlag geweckt wird, wendete sich deshalb brieflich an die katholische Administration. Er bat diese, auch ausserhalb der Festspiele auf dem Klosterplatz, die Glocken nachts ruhen zu lassen. Die katholische Administration hat bis jetzt nicht geantwortet. Die Klostertürme in St. Gallen läuten nicht nur viermal pro Stunde, sondern achtmal.

 

Wiesendangen
Kirchenbehörden lassen Termin platzen! Zeit schinden, das ist die Taktik der Kirchenbehörden in Wiesendangen, Kanton Zürich. Sie widersetzen sich nicht nur dem Vewaltungsgerichtsentscheid, sondern missachten nun auch die Frist des Gemeinderates.

Der Gemeinderat nimmt wie folgt Stellung und schreibt am 15.6.2007 unter anderem:

„Die Kirchenpflege hat am 21. Mai 2007 dem Gemeinderat mitgeteilt, dass sie aus verschiedenen Gründen nicht aktiv geworden sind. Die Kirchenpflege ersucht um Fristerstreckung um ein Jahr. Der Gemeinderat möchte nicht mehr so lang zuwarten und fordert die Kirchenpflege auf, bis spätestens Ende Oktober 2007 den Nachweis zu erbringen, dass die Viertelstunden und Stundenschläge die gesetzlichen Werte einhalten.

Sollte die Kirchenpflege auch dieser letzten Frist nicht nachkommen, wird der Gemeinderat auf die Genehmigung der Läutordnung oder auf die Anordnung von baulichen Massnahmen zurückkommen (glockenlaerm.ch).“

 

Thalwil (Kirchenbote)
Ab Anfang Juni wird in Bülach - entsprechen den Empfehlungen des Zürcher Kirchenrates - auf das Morgenläuten um 6 Uhr verzichtet. Die Neuerung gilt für die reformierte wie auch für die katholische Kirche.

 

Steinen
Der Streit um die Kuhglocken von Steinen ist vorläufig beigelegt. Zumindest nachts muss ein Landwirt auf die Beschallung des öffentlichen Raumes verzichten (Neue Luzerner Zeitung, 31.5.07).

Dies „verordnete“ das Schwyzer Kantonsgericht. Begründet wird das Verbot der nächtlichen Kuhglocken mit Gründen des Lärmschutzes. Aber auch aus Tierschutzgründen sollte auf Tierglocken verzichtet werden: „Jene Kühe, die keine Glocken tragen, weiden am ruhigsten…..Ob beim Saufen, beim Fressen oder beim Putzen: Die Kühe werden durch die Glocken gestört“, schreibt Hildegard Häusler in einem Leserbrief in der Zuger Zeitung vom 2. Juni 2007.

 

Gossau ZH
Streit um Gossauer Kirchenglocken geht weiter. Die reformierte Kirchenpflege soll den Zeitschlag wenigstens nachts abstellen, dies verlangen zwei Rekurrenten schon seit Jahren. Erfolglos - die Behörden der Gemeinde Gossau stellen sich taub. Aber der endlose Fall ist damit noch keinesfalls erledigt (Tagi, 8. Juni 2007)

Die beiden betroffenen Anwohner wollen nun einmal mehr beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde einreichen. Dieses Gericht hatte bereits im Jahre 2005 Grenzwerte für Kirchenglocken festgelegt. Die Gemeinde versucht seither mit Rechtsverzögerungen die Umsetzung zu verhindern. Auf Anfrage meinte der Gossauer Gemeinderat, der Zeitschlag sei wichtiger einzustufen als die Gesundheit der Gossauer Bürger.

 

Rüschlikon
über 30 Personen haben Anfang Jahr verlangt, dass auf den nächtlichen Zeitschlag verzichtet wird (Tagesanzeiger 28.5.07). Zum Thema Glockenlärm in Rüschlikon sind auch verschiedene Leserbriefe publiziert worden.

Rechtliche Schritte werden geprüft. In einem der Leserbriefe wird auf Richterswil verwiesen. Da wurde schon 1967 wurde auf den nächtlichen Zeitschlag (oder wenigstens auf den Viertelstundenschlag) verzichtet. Vor drei Jahren wurde das Morgenläuten von 6 auf 7 Uhr verlegt (Tagesanzeiger 1.7.07)

 

Trogen
Im Juli 2007 – 16 Monate (!) nach dem Verwaltungsgerichtsentscheid - hat die EMPA an drei Orten Messungen durchgeführt. Auch hier also die übliche Verzögerungstaktik.

 

Trogen
Am Freitag, dem 10. August 2007, findet um 10 Uhr in der Kirche Trogen ein interessantes Konzert statt. Mit dem Programm „Indian Morning“ präsentieren Baba Bimbam und Ferdinand Rauber traditionelle Lieder – vorwiegend aus Indien. Speziell ist die Instrumentierung mit Kirchenorgel, Kirchenglocke, Alphorn, Tabla und anderen perkussiven Instrumenten.

 
 
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