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Das Wort "Glocke" kommt in der Bibel nicht vor!
"Läute dem Herrn und warte auf ihn" suchen wir darin vergebens.

Wir finden aber:
"Sei stille dem Herrn und warte auf ihn."

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Pressemitteilung IG Stiller: Kultloses Morgenläuten in Zürich  
26. Oktober 2010

(Pressemitteilung IG Stiller)

Kultloses Morgenläuten: Neues Urteil aus dem Kanton Zürich

Ein veritabler Pyrrhus-Sieg der Freunde des nächtlichen Glockenlärms

Obwohl die Zeit der Nachtruhe in Affoltern am Albis bis 7 Uhr geht, darf nach Urteil des Verwaltungsgerichtes ZH weiterhin um 6 Uhr geläutet werden. Begründet wird der Entscheid mit "zu geringer" Lautstärke beim Kläger. Damit wird mit einer bewährten Gerichtspraxis gebrochen. Denn seit dem Fall Wiesendangen im Jahr 2005 wurden bei Klagen wegen Kirchenglockenlärm auch die Lärmwerte berücksichtigt, welche in der Nähe der Kirche gemessen wurden. Wenn diese verbraucherfreundliche Praxis jetzt wieder abgeschafft wird, so werden neue Klagen die Folge sein.

Das Verwaltungsbericht des Kantons Zürich hat mit Datum vom 6. Oktober 2010 entschieden, dass der Kläger gegen das kultlose Morgenläuten von Affoltern am Albis, nicht beschwerdeberechtigt sei. Dieser wollte erreichen, dass das Morgenläuten von 6 auf 7 Uhr verschoben würde, weil die Nachtruhe in Affoltern am Albis bis 7 Uhr dauert. Begründet wird der Gerichtsentscheid mit "zu geringer" Lautstärke beim Kläger (58 dB bei offenem Fenster). Tatsächlich liegt dieser Wert unter dem Richtwert für kultlose Morgenläuten, welcher 60 dB beträgt.
In der Nähe der Kirche ist der Lärm sicher viel lauter wie der Richtwert. Meistens liegen diese Werte dort um die 70-80 dB. Es ist nun wie im Fall Gossau (ZH) damit zu rechnen, dass Anwohner in der Nähe der Kirche den Kampf für die Nachtruhe übernehmen.

Bedenklich am aktuellen Urteil ist auch auch, dass die Richter nicht berücksichtigt haben, dass das Bundesgericht im ganz ähnlichen Fall Thal (Fall Thal: URP 2003 S. 685) bestätigt hat, dass eine Person, bei welcher 53 dB gemessen wurde, klageberechtigt wäre. Zudem haben die kommunalen Behörden zu gewährleisten, dass das Umweltschutzgesetz in allen Wohnungen eingehalten werden. Mit dem Fall Wiesendangen wurde deshalb ab 2005 bei Glockenprozessen nicht nur beim Kläger sondern auch in der Nähe der Lärmquelle gemessen.
Diese bis anhin übliche Gerichtspraxis wurde mit diesem neuesten Urteil des Verwaltungsgerichtes wieder abgeschafft. Da die Morgenläuten meist sehr viel lauter sind wie der Zeitschlag und der Richtwert von 60 dB im aktuellen Gerichtsurteil bestätigt wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Affoltern am Albis das Morgenläuten verschoben oder gar ganz abgeschafft wird.

Die IG Stiller verurteilt das vorliegende Urteil als unprofessionell. Denn sobald sich ein Kläger findet, welcher näher an der Kirche wohnt, wird die Geschichte wieder von vorne beginnen. Profitieren kann davon nur die IG Stiller.
Mit jedem negativen Gerichtsurteil und mit jedem Pressebericht darüber nimmt der Mitgliederbestand der IG Stiller zu. Auch dank solcher Urteile sind wir heute keine vernachlässigbare Minderheit mehr. Dies zeigen die neuesten Umfragen vom Tagesanzeiger und Tele Zürich.
Die Umfrage im Tagesanzeiger haben wir mit 63 % gewonnen und auch bei derjenigen von Tele Zürich haben wir 48 % Zustimmung erreicht.

Auch die politischen Parteien werden nun nicht mehr darum herumkommen, das heisse Eisen anzupacken. Bisher hat sich nur ein ehemaliger Politker im Sinne der IG Stiller zum Thema geäussert (Votum von Peter Bodenmann). Jetzt aber liegt auch das Votum eines aktiven Politikers vor (Votum von Tobias Undeutsch). Wir sind sehr gespannt, wie seine Mutterpartei auf diesen "radikalen" Vorstoss reagieren wird.

(IG Stiller - Pressestelle)

 
 
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