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Das Wort "Glocke" kommt in der Bibel nicht vor!
"Läute dem Herrn und warte auf ihn" suchen wir darin vergebens.

Wir finden aber:
"Sei stille dem Herrn und warte auf ihn."

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Pressemitteilung IG Stiller - Schwarzer Doppelschlag auf der Landsgemeindeglocke Trogen  
28. Juli 2009

Schwarzer Doppelschlag auf der Landsgemeindeglocke

Trogen. Am Morgen des 9. Juli 2009 ertönte der vor drei Jahrzehnten abgestellte nächtliche Doppelschlag schon ab 4 Uhr statt erst ab 6 Uhr. Diese Wiedereinführung entsprach nicht der Läuteordnung und ist unterdessen wieder abgestellt worden.

Der Blitz hat den Zeitschlag von Trogen dieses Jahr schon zweimal still gelegt - zum Glück ohne so gravierende Folgen wie im Sommer 2005. Am 8. Juli 2009 erfolgte die nach einem Blitzschlag nötige Überprüfung der Anlage durch den zuständigen Grossuhrmacher.

Am folgenden Morgen erschütterte der wuchtige Doppelschlag nicht erst ab 6 Uhr sondern schon ab 4 Uhr das Dorf. Prompt wurde mindestens ein ruhebedürftiger Anwohner aus dem Schlaf gerissen. Nachdem sich dieser Vorgang an den nächsten Morgen wiederholt hatte, wurde dem Geweckten langsam klar, dass der nächtliche Doppelschlag auf der riesigen Landsgemeindeglocke wieder eingeführt worden war.

Dieser war vor drei Jahrzehnten nach langer Auseinandersetzung von 23 bis 5 Uhr abgestellt worden. Damals, lange vor der Gründung der IG Stiller, hatten sich Hoteliers für eine Verminderung des nächtlichen Lärms eingesetzt. Eingeführt wurde der Doppelschlag 1958 im Zusammenhang mit der Neuanschaffung der 5 Tonnen schweren Landsgemeindeglocke.

Unterdessen ist der nächtliche Spuck wieder beendet resp. der illegale Doppelschlag wieder verbannt.

Die Revisionisten haben aber nicht nur in Trogen zugeschlagen, sondern auch in Zug. Dort aber legal. Wie die Neue Luzerner Zeitung am 21. Juli 2009 berichtete, ist der nächtliche Zeitschlag der Kirche St. Michael wieder zu hören. Er wurde im letzten Oktober abgestellt und nun nach einer Abstimmung an der Kirchgemeindeversammlung wieder eingeführt.


Abschluss des zivilrechtlichen Verfahrens

Nachdem mit der Verschalung der Glockenstube Ende 2008 auf dem verwaltungsrechtlichen Weg eine Lösung für die Glockenlärmklage gefunden wurde, hat die IG Stiller am 24. Juni 2009 die vor dem Kantonsgericht sistierte Klage gegen die Einwohnergemeinde und die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde zurückgezogen. Am 21. Juli 2009 hat die Richterin die Kostenteilung verfügt: Kläger und Beklagte tragen ihre Kosten selber und die Gerichtskosten je zur Hälfte.
(Die amtlichen Kosten liegen bei 770 Franken. Unter Anrechnung der von den Klägern geleisteten Vorschüsse können diese den Beklagten einen Betrag von Fr. 185 in Rechnung stellen.)

Im August 2004 hat die IG Stiller vor dem Kantonsgericht eine Klageschrift betreffend Kirchenglockenlärm eingereicht. Es wurde damals gefordert, für den Zeitschlag – analog der Entsorgungsanlage - Ruhezeiten einzuführen. Zudem wurde eine Verkürzung der überlangen Zeichen gefordert. Denn Trogen hat dank dem Doppelschlag, der Härte des Schlages und der Grösse der Glocken den längsten Zeitschlag der Region. So dauert das 12 Uhr Schlagen fast eineinhalb Minuten. Die Einwohnergemeinde unter der Leitung von Bruno Eigenmann engagierte daraufhin den Anwalt Werner Rechsteiner. Der Auftrag war wahrscheinlich, die Kläger einzuschüchtern und den Prozess zu verzögern. Ähnlich wurde damals auch die fristlose Entlassung der fünf Frauen vom Altersheim sowie der folgende Prozess durchgeführt. (Die fristlosen Kündigungen waren nicht rechtens – wie ein Gericht später festgestellt hat. Es wird heute vermutet, dass diese nur ausgesprochen wurden, um Geld zu sparen.)

Kurzum, der Anwalt der Gemeinde hat im November 2004 die Zuständigkeit des Kantonsgerichtes angezweifelt und für diese „Expertise“ eine Rechnung von 3‘806 Franken gestellt. Nicht erwähnt wurde darin, dass die Zuständigkeit des zivilrechtlichen Weges wenige Jahre vorher im Kanton Zürich von einem Gericht bejaht wurde. (URP/DEP 2000/3)

Als Folge dieser Prozessführung war die IG Stiller gezwungen, sich auch professionell vertreten lassen. Dank der Anwältin Korinna Fröhlich, der kantonalen Baudirektion und dem Verwaltungsgericht konnte dann schlussendlich trotz der gemeinderätliche Obstruktionspolitik eine Lösung gefunden werden – allerdings unter einem neuen Gemeindepräsidenten.

 
 
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