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"Nicht mehr passend ist jedoch das Läuten, nur um die Zeit kundzutun.
Jeder hat heute eine Armbanduhr, also brauchen wir das nicht mehr."

Pfarrerin Vera Langner aus Ober-Ramstadt, Deutschland
Pfarrerin Vera Langner aus Ober-Ramstadt, Deutschland

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Reformation fürs Glockengeläut  
21. März 2007
Quelle: echo-online.de

Kirche: Evangelische Gemeinde Ober-Ramstadt passt Läute-Ordnung ab 1. April der Gegenwart an – „Jeder hat heute eine Armband Uhr“

OBER-RAMSTADT. Wenn die Kirchenglocken läuten, hat das etwas zu bedeuten. Aber ist jedes Läuten noch zeitgemäß? Darüber haben sich Vorstand und Gemeindemitglieder der evangelischen Kirche in Ober-Ramstadt Gedanken gemacht. Das Ergebnis ist eine neue, an die aktuellen Lebensbedingungen angepasste Läuteordnung, die ab Palmsonntag (1. April) gilt.

Für Sommer und Winter gibt es von nun an gleiche Läutezeiten. Trotz mancher Änderungen bleibt Vertrautes bestehen. Werktags um 11 und 18.30 Uhr läuten die Glocken zum stillen Gebet, um den Alltag zu unterbrechen. Um 13 Uhr ertönen sie, wenn jemand gestorben ist. Zu Gottesdiensten wird zehn Minuten lang geläutet. Beim Vaterunser erklingt dann die Gebetsglocke auch für diejenigen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen. Bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und Trauerfeiern wird weiterhin geläutet. „Die Glocken künden folglich auch künftig von Freud und Leid in der Gemeinde und verbinden dadurch die Menschen“, fasst Gottfried Kleiner, der Vorsitzende des Kirchenvorstands, zusammen.

Nicht mehr passend sei jedoch das Läuten, nur um die Zeit kundzutun. „Jeder hat heute eine Armbanduhr, also brauchen wir das nicht mehr“, erklärt Pfarrerin Vera Langner. Denn kein Landwirt auf dem Feld müsse heute noch um 10 Uhr durch die Glocken darauf aufmerksam gemacht werden, dass es Zeit fürs Frühstück ist.

Auch ist kaum anzunehmen, dass im Winter nur das 20-Uhr-Läuten einen Handwerksburschen auf Wanderschaft in der Dunkelheit noch den nächsten Ort finden lässt.

Wenn sonntags um 8.30 Uhr bisher die Glocken läuteten, hieß dies: Zeit zum Aufstehen, damit jeder rechtzeitig in die Kirche kommt. „Wer künftig in den Gottesdienst möchte, wird sich den Wecker stellen“, ist sich die Pfarrerin sicher.

 
 
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