IG Stiller - www.nachtruhe.info
Das Geläut des Münsters, ein metallisches Dröhnen,
… ein Lärm, dass man seine eigenen Gedanken nicht mehr hört, ein Zittern der Luft,
ein klangloses Beben,
ein Geräusch, wie wenn man von einem zu hohen Sprungbrett ins Wasser gesprungen ist,
es macht mich taub, schwindlig, idiotisch.

Max Frisch im Roman "Stiller"
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Schweizer Kirchenglocken dürfen läuten, Muezzine aber nicht zum Gebet rufen?  
23. Dezember 2009
Quelle: Arslibertatis.com

Wieso es richtig ist, dass in der Schweiz Kirchenglocken läuten dürfen, Muezzine aber nicht zum Gebet rufen dürfen: Eine Diskussion über Eigentumsrechte und Lärm.

...Ob man also Kirchengeläut mag oder nicht, ob man sich dadurch gestört und (im Genuss seines Lebens und seines Eigentums) beeinträchtigt fühlt, ist eine subjektive Empfindung...

...Die IG Stiller, gewissermassen die Vorfront der Schweizer Anti-Lärm-Bewegungen, jedoch hat diese Analyse nicht gemacht. Sie will bloss mehr Ruhe und Stille. Dazu sind ihr zwar nicht ganz alle Mittel recht, aber doch einige. Z.B. fordert sie ein totales nächtliches Verbot von Kirchengeläut...

...Stand die Kirche zuerst dort und hat seit Anbeginn bestimmte Gebräuche des Glockenläutens gepflegt, dann können Neuzuzüger nicht von der Kirche fordern, das Geläut einzustellen. Dasselbe gilt für die Flughafenlärm-Diskussion: Neuzuzüger müssen sich mit dem Lärm abgeben.

Nur wer vor sein Recht auf ungestörte Bettruhe etabliert hat, bevor die Kirche ihr Recht auf einen bestimmten Lärmausstoss etabliert hat, kann letztere dazu zwingen, die Glocken in der Nacht ruhen zu lassen.

Als Faustregel kann man also festhalten, dass Kirchen (als vermutete firstcomer oder latecomer, denen es (von den gläubigen Anwohnern) erlaubt wurde, rund um die Uhr Glocken zu läuten) auch in der Nacht weiterhin läuten dürfen, während Muezzine als absolute latecomer nicht auf Türme steigen dürfen, um zum Gebet zu rufen. (Ausser natürlich sämtliche Anwohner, d.h. vom Gebetsruf Betroffene, würden dies dem Muezzin erlauben.)...

Die Kirchen stehen nicht "seit Anbeginn" und haben zu Beginn auch keine Glockenlärm-Traditionen gepflegt. Erste, kleine, Glocken kamen erst im Mittelalter auf. Zuerst wurden sie nur am Sonntag, von Hand, geläutet. Also viel leiser als heutzutage. Die viertelstündlichen Weckschläge mitten in der Nacht wurden erst mit dem Aufkommen von relativ modernen Techniken möglich.

Die älteste aller Traditionen ist die Tradition der Nachtruhe!

Ganzer Bericht: Arslibertatis.com - kirchenglocken muezzin laerm (Kommentare können hinzugefügt werden.)

 
 
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