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"...und zur Unzeit wird weder geläutet noch hat irgendein Muezzin die Ruhe von uns Nachbarn zu stören."

Peter Bodenmann (Alt SP-Präsident)
Peter Bodenmann (Alt SP-Präsident)

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Süss die Glocken nie klingen...  
4. September 2007
Quelle: Beobachter (von: Patrick Strub)

«Noch immer ists ein Kreuz mit diesen Glocken, die dem restlichen Stadtlärm allmorgendlich erfolgreich beweisen, dass er im Kampf um Aufmerksamkeit gegen sie keine Chance hat.»

Kurz nach sieben Uhr, Samstagmorgen. Eine lange Freitagnacht. Vielleicht anderthalb Stunden Schlaf bis jetzt. Ich will nichts sehnlicher als weiterschlafen, doch daran ist für fünf lange Minuten nicht zu denken. Fünf Minuten, die mir vorkommen wie die schlafökonomisch überlebenswichtige Zeit zwischen Mitternacht und vier Uhr. Vier Stunden Kirchenglockengeläut, direkt ins Hirn gehämmert.

Wenn der Kirchturm auf meinem Kopfkissen liegt, dann hilft kein Aspirin, kein Alka-Seltzer, nicht mal Fensterschliessen. Auch mein Kirchenaustritt war fruchtlos. Noch immer ists ein Kreuz mit diesen Glocken, die dem restlichen Stadtlärm allmorgendlich erfolgreich beweisen, dass er im Kampf um Aufmerksamkeit gegen sie keine Chance hat. Erstmals um sieben Uhr, dann irgendwann später die Wiederholung..."

Artikel im Beobachter

Das gilt für Stadt und Land! Landesweit ignorieren die Kirchen geltende Lärmschutzgesetze indem sie uns die viertelstündlichen Weckschläge als Tradition verkaufen wollen und Probleme wie Schlafstörungen und gesundheitlichen Schäden von Einwohnern in ihrer Umgebung hartnäckig verdrängen.

Unsere Landeskirchen verteidigen den Sonntag als Tag der Ruhe, obwohl sie an diesen Tagen die grössten Lärmverursacher sind. Dieses Verhalten ist mit den Worten von der Kanzel nicht vereinbar.

Ein Leserbrief zum Artikel im Beobachter, der uns zugesandt wurde:

Der Zeitschlag zerschneidet den Tag und die Nacht in 630 Teile/Schläge und gönnt einem keine 15 Minuten Ruhe. Die Nacht wird zum Tag. Auf dem ruhigen Land wird der Zeitschlag, meist von zwei Kirchtürmen grell und laut durch die Stille schlagend, zum Kreuz. Die Zeit muss nicht (tot)geschlagen werden.

Jede Tradition sollte sich nach einer gewissen Zeit einem zeitgemässen Eignungstest unterziehen. Der veraltete Zeitschlag ist heute nicht mehr erwünscht. Eine aktuelle Umfrage von Anwohnern um die Kirche Balgrist in Zürich ergab, dass über 50% der Anwohner/innen den Zeitschlag tags und nachts nicht mehr wollen, um so mehr Ruhe und Wohnqualität zu gewinnen.

Wann endlich begreifen dies die Lärmverursacher?

 
 
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