Dienstag, 4. Septembeer 2007
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Schweiz |
Beobachter (von: Patrick
Strub) |
Süss die Glocken nie klingen...
«Noch immer ists ein Kreuz mit diesen Glocken,
die dem restlichen Stadtlärm allmorgendlich erfolgreich beweisen,
dass er im Kampf um Aufmerksamkeit gegen sie keine Chance hat.»
Kurz nach sieben Uhr, Samstagmorgen. Eine lange
Freitagnacht. Vielleicht anderthalb Stunden Schlaf bis jetzt.
Ich will nichts sehnlicher als weiterschlafen, doch daran ist
für fünf lange Minuten nicht zu denken. Fünf Minuten,
die mir vorkommen wie die schlafökonomisch überlebenswichtige
Zeit zwischen Mitternacht und vier Uhr. Vier Stunden Kirchenglockengeläut,
direkt ins Hirn gehämmert.
Wenn der Kirchturm auf meinem Kopfkissen liegt, dann hilft kein
Aspirin, kein Alka-Seltzer, nicht mal Fensterschliessen. Auch
mein Kirchenaustritt war fruchtlos. Noch immer ists ein Kreuz
mit diesen Glocken, die dem restlichen Stadtlärm allmorgendlich
erfolgreich beweisen, dass er im Kampf um Aufmerksamkeit gegen
sie keine Chance hat. Erstmals um sieben Uhr, dann irgendwann
später die Wiederholung..."
Artikel
im Beobachter
Das gilt für Stadt und Land! Landesweit
ignorieren die Kirchen geltende Lärmschutzgesetze indem sie
uns die viertelstündlichen Weckschläge als Tradition
verkaufen wollen und Probleme wie Schlafstörungen und gesundheitlichen
Schäden von Einwohnern in ihrer Umgebung hartnäckig
verdrängen.
Unsere Landeskirchen verteidigen den
Sonntag als Tag der Ruhe, obwohl sie an diesen Tagen die grössten
Lärmverursacher sind. Dieses Verhalten ist mit den Worten
von der Kanzel nicht vereinbar.
Ein Leserbrief zum Artikel im Beobachter, der uns zugesandt
wurde:
Der Zeitschlag zerschneidet den Tag und die Nacht in 630 Teile/Schläge
und gönnt einem keine 15 Minuten Ruhe. Die Nacht wird zum
Tag. Auf dem ruhigen Land wird der Zeitschlag, meist von zwei
Kirchtürmen grell und laut durch die Stille schlagend, zum
Kreuz. Die Zeit muss nicht (tot)geschlagen werden.
Jede Tradition sollte sich nach einer gewissen Zeit einem zeitgemässen
Eignungstest unterziehen. Der veraltete Zeitschlag ist heute nicht
mehr erwünscht. Eine aktuelle Umfrage von Anwohnern um die
Kirche Balgrist in Zürich ergab, dass über 50% der Anwohner/innen
den Zeitschlag tags und nachts nicht mehr wollen, um so mehr Ruhe
und Wohnqualität zu gewinnen.
Wann endlich begreifen dies die Lärmverursacher?
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Freitag, 17. August 2007
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Schweiz |
St. Galler Tagblatt
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aus dem St. Galler Tagblatt, 'Lokalspitz':
Ich bin nicht Stiller
Das mit dem heiligen Bimbam ist vorbei. Das Läuten
der Kirchenglocken ist nämlich manchen Zeitgenossen nicht
mehr heilig – lautstark fordern sie Stille. Im Protest gegen
das Gebimmel mischt die «IG Stiller» an vorderster
Front mit. Der Name ist Programm: Man will, dass die Kirchtürme
innere Ruhe finden und die Kraft der Stille entdecken.
Worauf dann die Gegner der Glocken-Gegner sagen wollen, was es
geläutet hat. Nein, gemeint sind nicht ältere Leserbriefschreiber,
die noch den feinen Klang der Glöcklein ihrer Jugendzeit
in den Ohren haben. Der Protest gegen den Glocken-Maulkorb der
Interessengemeinschaft Stiller kommt vielmehr von den Jungen.
In der aktuellen CD der Deutsch-Pop-Band «Wir sind Helden»
lässt Sängerin Holofernes die Glocken protestieren und
quittiert die «Sleeping Zone»-Forderung der «IG
Stiller»: «Ich bin nicht stiller, ich bin nicht stiller.»
Diese Twens von heute können ihre Meinung halt einfach so
rausbrüllen und fühlen sich dann besser. Die Generation
von Max Frisch hatte es da schwerer: «Ich bin nicht Stiller!»,
ruft sein Held trotzig am Anfang des Stiller-Romans aus. Worauf
Frisch auf vielen Seiten reflektiert, ob Stiller nun Stiller sei
oder nicht – man nannte das «die Identität suchen».
So verstanden wäre eine «IG Stiller» eine Gruppe
von Menschen, welche ihre Identität sucht. Auf diesem beschwerlichen
Weg könnten ihnen die «Helden» behilflich sein:
«Ich möchte so gerne schweigen», singt Holofernes.
(kl)
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Donnerstag, 16. August 2007
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St. Gallen |
St. Galler Tagblatt - Leserbrief
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Jesus hat auch nicht geläutet
Im Artikel "Nichts mit 'Stille Nacht' " wird der Anschein
erweckt, es habe früher in St. Gallen eine viertelstündliche
Gebetstradition gegeben. Das ist natürlich absurd. Selbst
die strengen Regeln von Kolumban sahen nicht 96 Gebete pro Tag
vor. Im Weiteren lässt die katholische Administration
verlauten, Zeitschlag und Geläut seien sehr alte christliche
Traditionen.
Soll das ein Argument für die Beibehaltung des nächtlichen
Zeitschlages sein? Wurde die Glocken-Tradition im Laufe
der Jahrhunderte nicht unzählige Mal geändert?
Und auch Hexen verbrennen ist doch eine sehr alte christliche
Tradition? Trotzdem wurde sie doch abgeschafft.
Sicher ist, dass weder Jesus noch einer seine Jünger
geläutet oder die Zeit geschlagen haben und dass das Christentum
jahrhundertelang ohne Glocken ausgekommen ist. Sicher
ist auch, dass es zur Zeit der Gründerväter in St. Gallen
keinen Zeitschlag gegeben hat.
Gallus hat zwar eine Glocke mit in das spätere St. Gallen
mitgebracht. Diese wurde aber kultisch eingesetzt. Das heisst
es wurde geläutet – und zwar von Hand –, wenn
zum Gebet oder zu einer anderen kultischen Handlung gerufen wurde.
Sowohl was die Grösse und Anzahl der Glocken, als
auch was die Frequenz ihres Einsatzes betrifft, wurde die Gallus-Tradition
im Laufe der Jahrhunderte durch unzählige Änderungen
total korrumpiert – speziell im Dom.
Viele Kirchgemeinden in St. Gallen haben schon lang begriffen,
dass es auch ohne nächtlichen Lärm geht. In Rotmonten
wurde der nächtliche Zeitschlag von der evangelischen und
von der katholischen Kirche schon vor Jahrzehnten abgestellt und
auch in Quartieren wie Lachen, im Riethüsli und im Linsebühl
wird die Nachtruhe von den Kirchen eingehalten.
Leserbrief zu «Nichts mit
'Stille Nacht'» im Tagblatt vom 9.8.2007
Zeitschlag und Geläut können
selbstverständlich keine christliche
Tradition sein - so suchen wir doch das Wort 'Glocke' in der Bibel
vergeblich!
Siehe
auch auf Kirchenglocken.ch: Jesus, Kirchenglocken, Minarette und
die Nachtruhe
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Montag, 6. August 2007
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Schweiz |
NZZ Online
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Zu Hause in den Glockenstuben der Schweiz
Stefan Mittl nimmt fürs Radio das Geläut von Kirchenglocken
auf und berät Behörden in Streitfällen
...Glocken als Lärm – das Beispiel Balgrist
Was für Mittl Musik ist, empfinden andere als Lärm.
An vorderster Front kämpft der Verein «IG Stiller»;
er verlangt, dass Kirchenglocken mindestens zwischen zehn Uhr
abends und sieben Uhr morgens schweigen, und möchte, dass
eine solche Beschränkung dereinst im Lärmschutzgesetz
festgeschrieben wird. Vorläufig aber wird noch fleissig gestritten,
Wiesendangen und Gossau sind nur zwei Zürcher Gemeinden,
in denen es zu Auseinandersetzungen ums Geläut gekommen ist.
Auch die evangelisch-reformierte Stadtzürcher Kirchgemeinde
Balgrist beschäftigte sich letztes Jahr mit dem Thema, nachdem
sich zwei Anwohner beklagt hatten.
Mit einer Umfrage wollte die Kirchenpflege herausfinden, ob das
Geläut störe. Ergebnis: Es stört nicht. Nur gut
zehn Prozent derjenigen, die den Fragebogen zurückschickten,
äusserten sich negativ. Weil aber unter diesen viele waren,
die weniger als 200 Meter vom Kirchturm entfernt leben, überlegte
sich die Kirchenpflege trotzdem, wie sie ihnen entgegenkommen
könnte. Und rief Mittl zu Hilfe, bei dem sich immer häufiger
Kirchgemeinden melden, wenn es zum Streit kommt. Er schlug vor,
die Schall-Öffnungen des Turms mit Acrylglas abzudecken.
Das trage dazu bei, dass die Lautstärke abnehme und das Geläut
weniger hart klinge; trotzdem bleibe der Blick auf die schwingenden
Glocken erhalten, die zum typischen Bild dieser Kirche gehörten.
Rund 70 000 Franken kostet die Massnahme, die bis Ende Jahr umgesetzt
sein soll.
Nicht zu schnell nachgeben
Mittl gibt den Kirchgemeinden vor allem technische Tipps, hält
jedoch wenig davon, bei Streitfällen sofort die Läutordnung
zu ändern, also zum Beispiel das Geläut nachts abzustellen
oder auf den Viertelstundenschlag zu verzichten. Die Gemeinden
liessen sich oft zu schnell «in die Knie zwingen»,
hat er beobachtet. Sie dürften es aber ruhig auch einmal
auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, sagt er – auch wenn
er zuerst einmal zum Konsens ermuntere, etwa an einem Glocken-Abend,
wie ihn die Kirchenpflege Balgrist mit Mittl als Referenten durchgeführt
hat. Er wisse, dass es auch berechtigte Klagen gebe. Aber wenn
Neuzuzüger verlangten, Kirchenglocken dürften nicht
mehr läuten, dann mache ihn das hässig.
Haben Neuzuzüger kein Recht, in
der Nacht ohne die viertelstündlichen Weckschläge, zu
schlafen?
Und was ist mit all den Anwohnerinnen und Anwohner die schon lange
vor Ort wohnen?
Die Gemeinden lassen sich im übrigen
kaum "in die Knie zwingen". So werden doch die zahlreichen
Glockenlärm-Rechtsstreitereien traditionellerweise vom Steuerzahler
bezahlt.
Lieber als über Streit und Klagen spricht der Glocken-Fachmann
freilich über die Schönheit des Geläuts. Da liegt
die Frage nach den Favoriten im Kanton Zürich nahe. Mittl
nennt als Beispiele die Guthirt-Kirche in Zürich Wipkingen
und die Kirche Maria Frieden in Dübendorf. Generell gefielen
ihm originelle Geläute mit Halbtonschritten besonders. Als
wahres Glocken-Eldorado bezeichnet Mittl Frankreich. Ein Eldorado
allerdings, das an Glanz verliere: Weil Kirche und Staat strikte
getrennt seien, fehle es vielerorts am Willen und am Geld, um
die Glockentürme zu unterhalten und zu renovieren. Weshalb
das eine oder andere Geläut in Mittls Glocken-Phonothek wohl
schon als akustische Trouvaille gelten darf, die in Wirklichkeit
so nicht mehr zu hören ist.
Auszug aus: Nzz.ch/nachrichten/zuerich/zu_hause_in_den_glockenstuben_der_schweiz_1.537156.html#comment_article
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Freitag, 3. August 2007
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Büchen-Staad |
St. Galler Tagblatt (Rheintaler)
(von: Andreas Küng)
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Viel Lärm um eine Glocke
Das Geläute der Christkönigs-Kirche stört einige
Anwohner – jetzt soll deren Klang schöner werden
Buechen-staad. Für Walter Bucher begeht die
Kirche mit dem nächtlichen Läuten Rechtsbruch. «Ich
schlafe schlecht» sagt er und schrieb der Kirchenverwaltung
einen Brief. Diese beruft sich auf Tradition, für Bucher
ist Tradition wandelbar.

Walter Bucher, der rund 100 Meter östlich von der Christkönigskirche
wohnt, ist nicht der einzige, der sich am Glockengeläut stört.
Bucher hat in den Mietwohnungen in seiner Umgebung überdurchschnittlich
viele Mieterwechsel festgestellt. Alex Dornbierer, der Vermieter
der Wohnungen, weiss von Mietern zu berichten, die sich deswegen
schon bei ihm gemeldet hätten.
«Gross», sagt Dornbierer, «ist das Problem
aber nicht. Die Glocken gehören einfach dazu.» Er selbst,
der ebenfalls in der Nähe wohnt, stört sich weniger
am nächtlichen Stundenschlag als am samstäglichen Ausläuten.
«Man hört die eigenen Worte nicht mehr, wenn die Glocken
fünf Minuten lang läuten.» Am Samstag wird jeweils
um 16, 17 und 19 Uhr ausgeläutet.
«Gesetzwidrig»
Walter Bucher reagiert am Telefon sehr sachlich: «Es gibt
keine rationelle Erklärung, weshalb von 22 bis 7 Uhr viertelstündlich
die Glocke geschlagen werden soll. Gemäss Lärmschutzverordnung
ist <jeder vermeidbare Lärm zu unterlassen>.»
Daran, sagt Bucher, hätte sich auch die Kirche zu halten.
Recht gibt ihm dabei, in einem Schreiben an die IG Stiller, auch
der ehemalige St. Galler Bischof Ivo Führer:
«Von Seiten des Bistums besteht keine Verpflichtung,
die Kirchenglocken morgens zu läuten. … Noch weniger
besteht eine Vorschrift bezüglich des Zeitpunktes des Glockengeläutes.»
(6. Juli 1999, zitiert nach IG Stiller.)
Er selbst wache wegen des Glockenlärms mitten in der Nacht
auf und müsse morgens deswegen jeweils «wie gerädert
zur Arbeit». Das dürfe nicht sein, sagt Bucher, und
wirft der Kirche vor, inkonsequent in der Rücksichtnahme
auf Andersdenkende zu sein. In einem Leserbrief hat eine andere
Anwohnerin, Barbara Oberhänsli derselben Instituition (der
katholischen Kirchgemeinde Buechen-Staad) vorgeworfen, Werte wie
«Toleranz und Nächstenliebe» zu predigen, «aber
ganze Wohngebiete mit nutzlosem Lärm (zu) übersähen».
«Teil des kirchlichen Lebens»
Nach dem rechtlichen Exkurs und dem persönlichen Leidensbericht
wird Walter Bucher deutlicher: «Es traut sich niemand zu
reden. Zwar wird innerhalb der Kirchgemeinden mittlerweile darüber
diskutiert, am Schluss nimmt aber die Gewohnheit überhand.»
Diese Erfahrung machte auch Bucher, als er der katholischen Kirchgemeinde
Buechen-Staad einen Brief schrieb. Deren Präsident, Bruno
Sonderegger, nahm Stellung und berief sich einerseits darauf,
dass Glocken «bei vielen Menschen das Gefühl von Heimat
und Feierlichkeit» wecken und sie «ein Stück
der öffentlichen Kultur» seien.
Andererseits versprach der Kirchenpräsident, «die
technischen und baulichen Möglichkeiten einer Schallreduktion»
zu prüfen. An der Kirchgemeindeversammlung vom April dieses
Jahres wurden die Beschwerden dann diskutiert – allerdings
waren die Kirchbürger gemäss Gemeindeblatt «einhellig
der Ansicht, dass das bereits reduzierte <Läutprogramm>
beibehalten werden soll, da es Teil des kulturellen und kirchlichen
Lebens sei.»
Der Kompromiss: neuer Klöppel
An derselben Kirchbürgerversammlung wurde jedoch eine grössere
Sanierung des Glockengeläuts bewilligt. Für rund 50
000 Franken soll unter anderem der harte Klöppel gegen einen
weicheren ausgetauscht werden. Damit soll gemäss Bruno Sonderegger
«der Klang weicher und harmonischer» sein und «somit
auch als weniger störend empfunden werden.»
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Dienstag, 31. Juli 2007
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St. Gallen |
St. Galler Tagblatt
(von Philipp Landmark) |
Die Kathedrale möge Nachtruhe halten
Die IG Stiller wünscht, dass alle Kirchenglocken nachts
schweigen. Ein Anwohner bittet nun konkret die Katholische Administration
darum, die Glocken der Kathedrale abzustellen.
Es gibt wohl kaum ein so seltenes Gut wie die Stille; unser Leben
scheint eine einzige Abfolge von Geräuschen zu sein. Geräusche,
die nicht selten als Lärm empfunden werden: Röhrende
Lastwagen-Motoren von der Strasse oder wummernde Bässe aus
einem Club etwa. Um jemandem um den Schlaf zu bringen, reicht
aber oft schon weniger: ein tropfender Wasserhahn, ein Schnarchen.
Glocken stören Nachtruhe
Die IG Stiller hat ein anderes, weit verbreitetes Geräusch
im Visier, das in ihren Ohren nichts anderes als unnötiger
Lärm ist: Kirchenglocken und Glocken von Turmuhren auf weltlichen
Gebäuden, die nachts munter die Stunde schlagen. Auch das
Läuten des St. Galler Wahrzeichens nervt einige Zeitgenossen,
wie die IG Stiller mitteilt. Ein Anwohner der Kathedrale habe
nun die Katholische Administration gebeten, die Glocken nachts
ruhen zu lassen.
Der Trogener Samuel Büechi, Vorstandsmitglied der IG Stiller,
kann den Wunsch nachvollziehen, er werde an seinem Wohnort trotz
geschlossener Schallschutzfenster auch jede Nacht mehrmals von
Glocken geweckt. «Die Kathedrale in St. Gallen läutet
sogar doppelt so häufig wie eine normale Kirche», erklärt
Büechi, weil das viertelstündliche Läuten fünf
Minuten vorher durch Läuten angekündigt wird.
Unnötiges Läuten
Der Anwohner stellt in seinem Brief fest, dass während der
Aufführung der St. Galler Festspiele der Zeitschlag der Glockentürme
abgestellt wurde. «Ein eindeutiger Beweis dafür, dass
dieser Zeitschlag nicht nötig ist», schreibt die IG
Stiller dazu in ihrer Mitteilung. Der Anwohner, der vier- bis
fünfmal pro Nacht durch die Glocken geweckt werde, bittet
die Katholische Administration, die Glocken zwischen 22 und 7
Uhr ruhen zu lassen.
Diesen Wunsch hatte er bereits vor einem Jahr schon einmal deponiert
– damals bekam er zur Antwort, das dies technisch schwierig
sei. «Die Technik hat sich entwickelt», schreibt nun
der lärmgeplagte Mann hoffnungsvoll – eine Antwort
steht noch aus.
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Montag, 30. Juli 2007
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Schweiz |
IG Stiller, Pressemitteilung |
Pressemitteilung IG Stiller
Muezzin auf dem Kirchturm
Mitte Juli 2007 musste eines Abends um 21.30 Uhr eine Streife
der Stapo ausrücken (20minuten vom 12.7.07). Grund dafür
waren die Muezzin-Rufe von der St.Laurenzenkirche. «Wir
haben rund ein Dutzend zum Teil sehr erboste Anrufe erhalten»,
sagt Mediensprecher Benjamin Lütolf. «Unklar ist, ob
die Sache rechtliche Konsequenzen hat», so Lütolf.
Hinter der Aktion steckt der Zürcher Künstler Johannes
Gees. Er liess die Muezzin-Rufe auch von Kirchtürmen in Bern,
Zürich und Einsiedeln erschallen. Die IG Stiller begrüsst
diese Aktion, stellt aber klar, dass Anwohner von Kirchen und
Moscheen nachts weder durch den Muezzin noch durch Kirchenglocken
beim Schlafen gestört sein möchten.
Siehe auch:
http://www.kirchenglocken.ch/johannes-gees-von-agent-provocateur-wird-wegen-muezzin-laerm-verzeigt/
St.Gallen
Während der Openair-Aufführung der Cavalleria rusticana
auf dem Klosterplatz in St. Gallen, wurde der Zeitschlag der Klostertürme
abgestellt. Ein eindeutiger Beweis dafür, dass dieser Zeitschlag
nicht nötig ist:
http://www.kirchenglocken.ch/kirchenglocken-werden-waehrend-st-galler-festspielen-abgestellt/
Ein Anwohner, der sonst Nacht für Nacht vier bis fünf
mal durch den Zeitschlag geweckt wird, wendete sich deshalb brieflich
an die katholische Administration. Er bat diese, auch ausserhalb
der Festspiele auf dem Klosterplatz, die Glocken nachts ruhen
zu lassen. Die katholische Administration hat bis jetzt nicht
geantwortet. Die Klostertürme in St. Gallen läuten nicht
nur viermal pro Stunde, sondern achtmal.
Wiesendangen
Kirchenbehörden lassen Termin platzen! Zeit schinden, das
ist die Taktik der Kirchenbehörden in Wiesendangen, Kanton
Zürich. Sie widersetzen sich nicht nur dem Vewaltungsgerichtsentscheid,
sondern missachten nun auch die Frist des Gemeinderates.
Der Gemeinderat nimmt wie folgt Stellung und schreibt am 15.6.2007
unter anderem:
„Die Kirchenpflege hat am 21. Mai 2007 dem Gemeinderat
mitgeteilt, dass sie aus verschiedenen Gründen nicht aktiv
geworden sind. Die Kirchenpflege ersucht um Fristerstreckung um
ein Jahr. Der Gemeinderat möchte nicht mehr so lang zuwarten
und fordert die Kirchenpflege auf, bis spätestens Ende Oktober
2007 den Nachweis zu erbringen, dass die Viertelstunden und Stundenschläge
die gesetzlichen Werte einhalten.
Sollte die Kirchenpflege auch dieser letzten Frist nicht nachkommen,
wird der Gemeinderat auf die Genehmigung der Läutordnung
oder auf die Anordnung von baulichen Massnahmen zurückkommen
(glockenlaerm.ch).“
Thalwil (Kirchenbote)
Ab Anfang Juni wird in Bülach - entsprechen den Empfehlungen
des Zürcher Kirchenrates - auf das Morgenläuten um 6
Uhr verzichtet. Die Neuerung gilt für die reformierte wie
auch für die katholische Kirche.
Steinen
Der Streit um die Kuhglocken von Steinen ist vorläufig beigelegt.
Zumindest nachts muss ein Landwirt auf die Beschallung des öffentlichen
Raumes verzichten (Neue Luzerner Zeitung, 31.5.07).
Dies „verordnete“ das Schwyzer Kantonsgericht. Begründet
wird das Verbot der nächtlichen Kuhglocken mit Gründen
des Lärmschutzes. Aber auch aus Tierschutzgründen sollte
auf Tierglocken verzichtet werden: „Jene Kühe, die
keine Glocken tragen, weiden am ruhigsten…..Ob beim Saufen,
beim Fressen oder beim Putzen: Die Kühe werden durch die
Glocken gestört“, schreibt Hildegard Häusler in
einem Leserbrief in der Zuger Zeitung vom 2. Juni 2007.
Gossau ZH
Streit um Gossauer Kirchenglocken geht weiter. Die reformierte
Kirchenpflege soll den Zeitschlag wenigstens nachts abstellen,
dies verlangen zwei Rekurrenten schon seit Jahren. Erfolglos -
die Behörden der Gemeinde Gossau stellen sich taub. Aber
der endlose Fall ist damit noch keinesfalls erledigt (Tagi, 8.
Juni 2007)
Die beiden betroffenen Anwohner wollen nun einmal mehr beim Verwaltungsgericht
des Kantons Zürich Beschwerde einreichen. Dieses Gericht
hatte bereits im Jahre 2005 Grenzwerte für Kirchenglocken
festgelegt. Die Gemeinde versucht seither mit Rechtsverzögerungen
die Umsetzung zu verhindern. Auf Anfrage meinte der Gossauer Gemeinderat,
der Zeitschlag sei wichtiger einzustufen als die Gesundheit der
Gossauer Bürger.
Rüschlikon
über 30 Personen haben Anfang Jahr verlangt, dass auf den
nächtlichen Zeitschlag verzichtet wird (Tagesanzeiger 28.5.07).
Zum Thema Glockenlärm in Rüschlikon sind auch verschiedene
Leserbriefe publiziert worden.
Rechtliche Schritte werden geprüft. In einem der Leserbriefe
wird auf Richterswil verwiesen. Da wurde schon 1967 wurde auf
den nächtlichen Zeitschlag (oder wenigstens auf den Viertelstundenschlag)
verzichtet. Vor drei Jahren wurde das Morgenläuten von 6
auf 7 Uhr verlegt (Tagesanzeiger 1.7.07)
Trogen
Im Juli 2007 – 16 Monate (!) nach dem Verwaltungsgerichtsentscheid
- hat die EMPA an drei Orten Messungen durchgeführt. Auch
hier also die übliche Verzögerungstaktik.
Trogen
Am Freitag, dem 10. August 2007, findet um 10 Uhr in
der Kirche Trogen ein interessantes Konzert statt. Mit dem Programm
„Indian Morning“ präsentieren Baba Bimbam und
Ferdinand Rauber traditionelle Lieder – vorwiegend aus Indien.
Speziell ist die Instrumentierung mit Kirchenorgel, Kirchenglocke,
Alphorn, Tabla und anderen perkussiven Instrumenten.
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Samstag, 21. Juli 2007
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Wien, Oesterreich |
Wienerzeitung.at |
Maria Vassilakou, Parteichefin der Wiener Grünen über
Moscheen und Kirchenglocken
Frage: Immer wieder gibt es Diskussionen über
neue Moscheen, wo sich Anrainer oft allein gelassen fühlen.
Maria Vassilakou: Wenn wir Religionsfreiheit
ernst nehmen, müssen wir den Bau von Gebetshäusern zulassen.
Auch Kirchenglocken läuten – und das stört niemanden.
Die Bedürfnisse der Anrainer betreffend neuem Lärm und
Verkehr sind zu respektieren. Weil das nicht passiert, vergiftet
sich die Stimmung.
Die Bedürfnisse der Anrainer
sind auch betreffend 'altem Lärm', wie Kirchenglocken zum
Beispiel, zu respektieren!
Ganzer Bericht hier: Wienerzeitung.at
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Freitag, 13. Juli 2007
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Ueberall |
Eol.ch (von Josef Küng) |
Bis zu welcher Lautstärke tönen Kuh- und Kirchenglocken
angenehm?
Bis zu welcher Lautstärke tönen Kuh- und Kirchenglocken
angenehm, wann empfindet man sie als störend? Wie lange ist
Kinderlachen schön, ab wann ist es Kindergeschrei? Wann ist
Musik Musik und wann bloss noch Lärm?
Während der gesetzlich vorgeschriebenen
Nachtruhe sind Kuh- und Kirchenglocken unangenehm. Egal wie leise
sie sind. Um gut zu schlafen braucht es keinerlei akustische Signale!
Allgemeingültige Antworten gibt es nicht. Jeder und jede
empfindet anders. Und ganz entscheidend ist, ob man Töne
von sich gibt oder sie bloss empfängt: Im Flugzeug abheben
ist etwas ganz anderes, als demselben Flugzeug zuhören zu
müssen. Nachts um ein Uhr im Festzelt zu feiern ist nicht
dasselbe, wie dreissig Meter daneben schlafen zu wollen. Am Sonntagmorgen
das Motorrad auf der Bergstrasse zu beschleunigen, ist für
manchen Fahrer buchstäblich Musik, für die in Hörweite
auf der Terrasse frühstückenden Anwohner wohl eine Qual.
Man braucht nicht auf Studien zurückzugreifen, um zu belegen,
dass der Lärm zugenommen hat. Der Verkehr in der Luft, auf
Schiene und Strasse wird immer intensiver. Hinzu kommt der Trend,
bald alles und jedes draussen abzuhalten: Kaum ein Dorf, kaum
ein Berg ohne Freiluftveranstaltung – sprich Open-Air-Event.
Viele Kirchen veranstalten ihr Glocken-open-air-event
24 Stunden am Tag.
Wie darauf reagieren? Schalldichte Fenster einbauen? An Festwochenenden
wegreisen? Der Polizei telefonieren? Leserbriefe schreiben?
Die viertelstündlichen Weckschläge
während den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten abstellen.
Das ist die einfachste Lösung.
Ganzer Bericht hier: Eol.ch/?content=neArtikel&neId=1843
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Mittwoch, 27. Juni 2007
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St. Gallen |
Kirchenglocken.ch |
Der Beweis dass Kirchenglocken stören!
Kirchenglocken
werden während St. Galler Festspiele abgestellt
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Montag, 18. Juni 2007
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Schweiz - Zürich |
Livingzurich.blogspot.com |
Kirchenglocken: Werbetrommeln für Katholiken und Reformierten?
"Es gibt wohl nichts, welches mich über die letzten
Jahre kumulativ mehr geärgert hat, als die Kirchenglocken.
Täglich muss ich deren Geläut über mich ergehen
lassen. Und das, obwohl ich keiner dieser staatlich legitimierten
Religionsgemeinschaften angehöre. Die Werbetrommeln der Katholiken
und Reformierten der Schweiz nerven. Jeweils 20-30 Schäfchen
treiben die Glocken in die Kirchen. Lohnt sich so viel Lärm
für so wenig Leute?..."
Alles lesen: Livingzurich.blogspot.com/2007/06/kirchenglocken-und-schiessstnde_16.html
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Sonntag, 17. Juni 2007
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Schweiz - Bülach, Rüschlikon
und Richterswil |
Tages-Anzeiger und Kirchenbote
ref. Kirche Thalwil |
Richterswil hat den nächtlichen Stundenschlag
schon 1967 abgestellt

Richterswil. Ein Gemeinde
die bereits vor 40 Jahren der Nachtruhe zum Durchbruch verholfen
hat. Gratulation!
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