IG Stiller - www.nachtruhe.info
Laut dem Bundesverwaltungsgericht ist das Glockengeläut als Zeitansage "keine kirchliche Äußerung", sondern "eine Tradition, die ihre Bedeutung angesichts gewandelter Lebensbedingungen weitgehend verloren hat..."

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Unsere Mission
  • Die IG Stiller fordert die Einhaltung sämtlicher gesetzlich vorgeschrieben Ruhezeiten wie sie z.B. im Polizeireglement einer Gemeinde vorgegeben sind.
    Zeitschlag (=Weckschlag) und kultlose Läuten sind während dieser Zeit zu unterlassen.

  • Als minimale Nachtruhezeit empfiehlt die IG Stiller die Zeit zwischen 22.00 und 07.00

  • Alle Religionsgemeinschaften haben sich an diese gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten zu halten.

 

STILLES WEISSBUCH

Für einen rücksichtsvollen Glockengebrauch

Einführung

Kirchenglocken wurden ursprünglich rein kultisch verwendet – als Aufruf zum Gebet oder zur Ver­sammlung. Mit der Einführung verschiedener kult­loser Läuten und des Zeitschlages im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Tradition korrumpiert. Nicht selten ertönen täglich 100 (!) Glocken­zeichen pro Kirche.

Dieses Übermass mindert die Freude am kultischen Läuten. Genauso wie viertelstündlicher Schokoladen­genuss die Freude an Schokolade mindern würde. Zudem schädigen die nächtlichen Glocken­zeichen die Gesundheit der Anwohner. Mit dem stillen Weissbuch präsentiert die IG Stiller nun Vorschläge für einen rücksichtsvollen Glocken­gebrauch.

Zeitschlag

Die Zeit muss nicht geschlagen werden. Ausser­halb der offiziellen Ruhezeiten (Nacht, Sonntags- und Feiertage) kann der Zeitschlag aber akzeptiert werden. Dabei sollte folgendes beachtet werden:

  1. Die Lautstärke sollte weder auf den Plätzen und Strassen um die Kirche noch im offenen Fenster der angrenzenden Wohnungen mehr als 80 dB erreichen.
  2. Die Dauer des längsten Zeitschlages (12 Uhr) soll nicht länger sein wie 45 Sekunden.
  3. Wenn geläutet wird (z.B. um 11 Uhr) soll der Zeitschlag entfallen.
  4. Es genügt, wenn pro Dorf resp. Quartier eine Kirche die Zeit schlägt.


Kultlose oder bürgerliche Läuten

Da „niemand“ mehr betet, wenn die bürgerlichen Läuten erklingen, macht es wenig Sinn, diese Läuten immer noch als Gebetsaufrufe zu definieren. Das zeigt sich sehr deutlich am Mittags- resp. 11 Uhr-Läuten, welches im 15. Jahrhundert als Aufruf zum Gebet für einen Sieg gegen die Osmanen eingeführt wurde. Mehr als ein halbes Jahrtausend nach dem Sieg, macht dieser Aufruf keinen Sinn mehr und es stellt sich die Frage, ob das Läuten nicht eingestellt oder neu begründet werden soll.

Unter dem Namen Glockenkult wurden verschie­dene Ideen ent­wickelt, wie die bürgerlichen Läuten mit Sinn gefüllt werden könnten. Eine sympathische Idee ist zum Beispiel das Geburtstagsläuten, welches zur Familie der Freuden­geläute gehört. Dabei können Kinder eine Glocke von Hand zum Erklingen bringen und damit ihrer Freu­de über ihren Ge­burts­tag Ausdruck verleihen: "Diese Freude kann bis in die Herzen der Men­schen schwingen, welche das Läuten hören."

Die IG Stiller akzeptiert kultlose oder bürgerliche Läuten ausserhalb der Ruhezeiten unter folgenden Bedingungen:

Dauer

Als ursprüngliche Gebetsaufrufe sollten diese Läuten nicht länger dauern wie ein Gebet (z.B ein Ave Maria oder ein Vaterunser), d.h. sie sollten maximal eine Minute dauern. Dort wo von Hand geläutet wird, sind solch „kurze“ Läuten üblich. So dauert zum Beispiel im Kloster Notkersegg in St. Gallen das (handgezogene) Läuten maximal eine halbe Minute.

Anzahl Läuten pro Tag

Akzeptiert werden kann ein 11-Uhr oder Mittagsläuten sowie ein Vesper- und ein Abend­läuten, je nach lokaler Tradition. Morgenläuten vor dem Ende der Nachtruhezeit sind absolut inakzeptabel. Auch um 7 Uhr stört das Morgen­läuten noch viele Menschen. Es wird deshalb empfohlen, aufs Morgenläuten ganz zu verzichten oder dieses zumindest erst um 7 Uhr ertönen zu lassen und sehr kurz und fein zu halten.

Lautstärke

Durch technische Massnahmen, wie weniger harte Klöppel, geringerer Ausschlagwinkel und andere Massnahmen kann die Lautstärke reguliert werden. Dies ist speziell beim Morgen- und Abendläuten wichtig. Der Klöppel sollte die Glocke sanft anklingen lassen ("küssen") und nicht hart schlagen, was auch der Glocke schadet. Etwa 10% unserer Glocken sind durch unsach­ge­mässen Gebrauch kaputt­ge­schlagen worden. Die Lautstärke sollte weder auf den Plätzen und Strassen um die Kirche noch im offenen Fenster der angrenzenden Wohnungen mehr als 85 dB erreichen.


Kultisches Läuten

Dauer

Ein Kult sollte maximal 5 Minuten eingeläutet werden. Auf weitere Läuten wie Vorläuten oder Ausläuten sollte verzichtet werden, weil Sonn- und Feiertage auch Ruhetage sind.

Lautstärke

Die Lautstärke sollte weder auf den Plätzen und Strassen um die Kirche noch im offenen Fenster der angrenzenden Wohnungen mehr als 90 dB erreichen.

Ein- und Ausläuten der Sonn- und Feier­­tage

Sonn- und Feiertage können am Vorabend maximal 5 Minuten eingeläutet werden. Auf das Ausläuten des Sonn- und Feiertages sollte verzichtet werden, da solche Tage Ruhetag sind.

Herdengeläut (Kuh- und andere Tier­glocken)

Tiere wurden ursprünglich ohne Glocken gehalten und können auch heute noch problemlos ohne Glocken gehalten werden. Im Siedlungsgebiet muss nachts auf Herdengeläut verzichtet werden. Die Tierglocken sollen nicht grösser sein als eine Frucht, welche vom Tier problemlos in den Mund genommen werden kann.

Das Gewicht soll 1 Promille des Gewichtes des Tieres nicht überschreiten. Alte Überlieferungen (wie die Bibel) weisen darauf hin, dass Tierschellen ursprünglich nicht grösser und schwerer waren.
(Siehe auch: Tierglocken und Tierschutz und Glocken in der Bibel)

 

Die Geschäftsführung
   
Hans Fuchs
St. Gallen
(Website, IT,
Mitgliederverwaltung)
Hansueli Holzer
St. Gallen
(Finanzen,
Controlling)
   

 

Mediendaten:
Logo IG Stiller
Logo IG Stiller
JPG / PNG
Vorstand IG Stiller
Einige Mitglieder der IG Stiller
JPG

 

Statuten:
I. Begriff und Zweck

Artikel 1
Die IG Stiller ist ein Verein im Sinne des ZGB mit Sitz am Ort des Sekretariats.

Artikel 2
Die IG Stiller setzt sich aktiv für mehr Ruhe und Stille ein.

II. Mitgliedschaft und Mittel


Artikel 3
Mitglied wird, wer gewillt ist, in der IG Stiller aktiv mitzuarbeiten. Über die Aufnahme und den Ausschluss von Mitgliedern entscheidet die Vollversammlung.

III. Organisation
Artikel 4
Organe des Vereins sind: die Vollversammlung, der Vorstand, der Revisor resp. die Revisorin.

A. Die Vollversammlung

Artikel 5
Eine ordentliche Vollversammlung wird jährlich vom Vorstand einberufen. Eine ausserordentliche Vollversammlung kann vom Vorstand oder von vier Mitgliedern einberufen werden.

Artikel 6
Die Vollversammlung hat folgende Befugnisse: Alles was nicht von der Vollversammlung an andere Gremien delegiert wurde.

B. Der Vorstand

Artikel 7
Der Vorstand besteht aus mindestens drei Mitgliedern.

    

Artikel 8

Der Vorstand wird auf die Dauer eines Jahres gewählt.

C. Der Revisor resp. die Revisorin

Artikel 9
Aufgaben der Revisorin resp. des Revisors: Prüfung der Rechnung, Erstellen des Revisorenberichtes.

IV. Schlussbestimmungen

Artikel 10
Zur Statutenänderung bedarf es einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen der Vollversammlung.

Artikel 11
Die Auflösung des Vereins kann nur an einer Vollversammlung beschlossen werden, wenn zwei Drittel der anwesenden Mitglieder der Auflösung zustimmen.

Artikel 12
Der Mitgliederbeitrag für das Jahr 2006 beträgt Fr. 20.--
Die Mitglieder des Vereins haften höchstens bis zu diesem Betrag.
Jede weitere Haftung des Vereins und der Mitglieder wird ausgeschlossen.

Artikel 13
Diese Statuten wurden an der Vollversammlung angenommen.
Stiller Advent, St. Gallen, 2. Dez. 2005

Der Vorstand

Hansueli Holzer
Alfons Gabriel
Hans Fuchs
Arwed Bamert

Neuer Mitgliederbeitrag 2011

An der Vollversammlung vom 28. April 2010 wurde beschlossen, den Mitgliederbeitrag auf Fr. 50.-- zu erhöhen. Wir nehmen auch Spenden von Nicht-Mitgliedern entgegen.

 
 
Realisierung: RightSight.ch